25.01.15 Erneuerbare Energie

Die Strompreise sinken - nicht für die deutschen Haushalte

Die Erzeugerpreise für Strom haben sich im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent verringert. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) bekannt gegeben. Es besteht allerdings ein deutlicher Unterschied zwischen den Abgabepreisen an Stromversorger und Haushaltskunden: Während die Preise für Weiterverteiler um 9,2 Prozent gegenüber 2013 sanken, mussten Haushalte für Strom im Schnitt 1,3 Prozent mehr zahlen. „Börsenpreisdämpfende Effekte wie der Ausbau der Erneuerbaren Energien kommen noch zu wenig bei den Haushaltskunden an“, kritisiert daher Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien aus Berlin.

Die Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass der Strompreis an der Börse seit 2010 um 30 Prozent gefallen ist. Der gleiche Trend zeigt sich bei den Abgabepreisen an die sogenannten Weiterverteiler, also zum Beispiel Stromversorger. Auch bei dieser Kundengruppe ist der Preis seit 2010 um knapp 30 Prozent gesunken. Eine ganz andere Entwicklung ist hingegen bei Haushaltskunden zu beobachten: Hier zeigt der Index einen Preisanstieg in den vergangenen vier Jahren um 25 Prozent.

„Sinkende Beschaffungskosten sollten die Stromversorger genauso schnell an die Haushaltskunden weitergeben, wie sie es in der Vergangenheit mit steigenden Abgaben getan haben“, fordert Vohrer. Er weist darauf hin, dass die Energiewende, die über die EEG-Umlage von den Stromvebrauchern finanziert wird, wesentlich dazu beigetragen hat, dass die Börsenstrompreise gesunken sind. „Verbraucher können den Wettbewerb zwischen den Stromanbietern beleben und damit ein Signal für die Preisgestaltung senden, in dem sie den Anbieter wechseln“, rät der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Fällt die Wahl auf einen zertifizierten Ökostromanbieter, bringt das zusätzlich die Energiewende in Deutschland voran.“
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