Lohnt sich der Aktienhandel im Ausland? Wir beantworten die Frage an einem Beispiel. / Foto: Unternehmen

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Diese Gebühren fallen für Käufe ausländischer Aktien an

Wir zeigen Ihnen am Beispiel des Schweizer Energieunternehmens Aventron AG, was der Kauf einer ausländischen Aktie bei einem bekannten deutschen Online-Broker kostet. Außerdem erklären wir, ob ein Kauf an ausländischen Börsen für Privatanleger Sinn ergibt.

Anleger mit Wohnsitz in Deutschland haben in der Regel ein Wertpapier-Depot bei einer deutschen Bank oder einem deutschen Online-Broker. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie ausschließlich deutsche Aktien bekannter und heimischer Indizes kaufen. Auch ausländische Titel, vorzugsweise aus Nordamerika und Europa, stehen häufig auf dem Kurszettel. Käufe und Verkäufe von Wertpapieren im Ausland werden als Auslandsorder bezeichnet. 

Höhere Gebühren gegenüber Inlandshandel

Die comdirect-Bank, Finanzdienstleister und Spezialist für den Wertpapier-Handel, bietet den direkten Aktienhandel an vielen internationalen Börsen an. Comdirect ermöglicht Auslandsorder in zehn Ländern, darunter Australien, Frankreich, Großbritannien, USA und die Schweiz.

Generell ist der comdirect-Onlinehandel mit 14,90 Euro günstiger als der Wertpapierkauf und -verkauf per Telefon, Fax oder Post.


Geschäftsmodell: Strom aus Erneuerbaren Energien

Die Aventron AG, vormals Kleinkraftwerk Birseck AG, ist ein unabhängiger Produzent von Strom aus Erneuerbaren Energien. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Akquisition und den Betrieb von Kraftwerken in den Bereichen Wasser-, Wind- und Sonnenenergie in der Schweiz und in ausgewählten Ländern Europas. Aventron investiert in Anlagen bis zu einer Leistung von 20 Megawatt (MW).

Die Gesellschaft will mit zielgerichteten Projekten und "ausgereiften" Technologien bis ins Jahr 2020 einen Anlagenpark mit einer installierten Leistung von mindestens 500 MW und einer Produktionskapazität von rund 1.000 Gigawattstunden (GWh) aufbauen.

Aventron-Aktie ist nur an der Börse Bern handelbar

Beziehen und veräußern können Anleger die Aventron-Aktie (ISIN CH0023777235) lediglich an der Börse in Bern (Kurs je Aktie: 8,95 Schweizer Franken, Stand 2.2.2018).

Zudem ist das Volumen gering: Anfang Februar 2018 wurden Aventron-Aktien im Volumen von knapp 7.000 Schweizer Franken (umgerechnet etwas mehr als 6.000 Euro) umgesetzt. Bei einer Marktkapitalisierung von etwa 305 Millionen Schweizer Franken (mehr als 264 Millionen Euro) ist das ein sehr geringes Volumen.


Was eine Order von Aventron-Aktien kostet

Anleger, die Anteile von Aventron ins Depot legen wollen, zahlen ein Grundentgeld von 7,90 Euro je Order. Hinzu kommt eine Provision von 0,25 Prozent des Ordervolums. Bei einer Kauf-Order und Transaktionssumme von 4.000 Euro beträgt die Provision 10 Euro.

Comdirect verlangt bis 2.000 Euro Ordervolumen mindestens 12,90 Euro und maximal 62,90 Euro Orderentgeld. Hinzu kommen 1 Prozent Gebühren für den Währungstausch Schweizer Franken zu Euro.

In Summe macht das bei einem Volumen von 4.000 Euro Aventron-Aktien 97,90 Euro Gebühren. In Prozent gerechnet ergibt das fast 2,5 Prozent an Gebühren bei 4.000 Euro Ordervolumen. Das ist viel.


Lohnt sich der Kauf an Auslandsbörsen?

Aktien von bekannten Unternehmen aus großen und marktbreiten Indizes wie beispielsweise DAX, Euro Stoxx und S&P 500 sind in der Regel an deutschen Börsen handelbar. Dazu gehören unter anderem unsere Favoriten-Aktien aus der Reihe Dividendenkönige, Mittelklasse-Aktien und Grüne Spezialwerte.

Der Handel von Anteilen an börsennotierten Unternehmen, die ausschließlich an ausländischen und nicht an deutschen Börsen - wie beispielsweise Xetra, Frankfurt oder Stuttgart - notiert sind, lohnt sich unserer Ansicht nach nicht.

Die Kosten von fast 2,5 Prozent sind zu hoch. Steigt das Ordervolumen, nimmt die Gesamtkostenquote prozentual gesehen zwar ab, da die maximalen Orderkosten bis 62,90 Euro Gesamtkosten bei der comdirect-Bank gedeckelt sind. Was dennoch bleibt, ist das Aktienrisiko, das mit zunehmender Investitionssumme ansteigt.

Tipp: Sie sollten Aktien bekannter Unternehmen bevorzugen

Wer einzelne Aktien handeln will, sollte auf große Unternehmen aus marktbreiten Indizes, die an deutschen Börsen täglich zu den regulären Handelszeiten (9:00 bis 17:30 Uhr) zu beziehen und zu veräußern sind, ausweichen.

Wir stellen Ihnen in unseren Aktien-Portraits eine Reihe von aussichtsreichen Kandidaten vor und berichten in regelmäßigen Abständen über Neuigkeiten dieser Aktien-Favoriten. (Link entfernt) 

Handelszeiten sind unterschiedlich

Wollen Anleger dennoch Aktien an ausländischen Börsen handeln, müssen sie die unterschiedlichen Handelszeiten beachten: Die liegen in der Regel nach mitteleuropäischer Zeit (MEZ) bei 9:00 bis 17:30 Uhr. Mit Ausnahme: Australien bei 0:00 bis 6:00 Uhr und Nordamerika (USA und Kanada) zwischen 15:30 und 22:00 Uhr.

Aventron AG: ISIN CH0023777235 / WKN A0PA3C


In einer früheren Version des Textes war die Gebührenhöhe falsch angegeben.
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