26.11.01

"Doppelte Dividende" - Kapitalmarktstudie zur Messe Grünes Geld 2001: Mittelzufluss bei Aktienfonds im Jahr 2000 auf 1,3 Milliarden DM gestiegen

Die Studie "Doppelte Dividende" wurde als Begleitforschung zur Messe "Grünes Geld" 2001 in Berlin erarbeitet. Sie konzentriert sich auf zwei besonders gefragte Anlageformen: Im Auftrag der Messe Berlin und des Öko-Zentrums NRW untersuchte der Dortmunder Branchendienst ECOreporter.de das Teilsegment der Aktien und Fonds. Das verkürzend "grün" genannte Investment, das Rendite mit Umweltschutz und/oder sozialen Zwecken verbindet, gilt seit Jahren als Zuwachsbereich. Bei aller Aufmerksamkeit für diesen Sektor blieb aber eine Frage unbeantwortet: Was macht den Markt der grünen Geldanlage eigentlich aus? Ausgewertet wurden 45 außerbörslich gehandelte und 24 börsennotierte Umweltaktien, dazu 21 Umweltfonds und 10 grüne Aktienzertifikate.

Im Vordergrund stand die Frage, was Anleger bei Kapitalerhöhungen in Aktiengesellschaften investierten und welche Summen sie in Fondsanteile steckten. Den so genannten Mittelzufluss unter die Lupe zu nehmen, lohnt sich in zweifacher Hinsicht: Zum einen ist er der beste Indikator für das Anlegerinteresse, zum anderen fließt das Geld, das in Kapitalerhöhungen geht, direkt in die Umwelt-Aktiengesellschaften. Der spätere Handel mit den Aktien hingegen berührt die Firmen nur indirekt, da das Geld lediglich zwischen den Anlegern bewegt wird.

Am deutlichsten wird der Trend hin zum ökologischen Investment bei den Fonds: Belief sich der Mittelzufluss 1998 auf 37 Mio. DM, waren es 2000 rund 1,3 Mrd. DM. Noch nicht einmal eingerechnet ist das vierte Quartal des letzten Jahres, da dieses von der Studie nicht mehr erfasst wurde. Auch das Volumen der Fonds wuchs beträchtlich: Es verdoppelte sich in den ersten elf Monaten des Jahres 2000 auf ca. 3 Mrd. DM. Ende 1998 war erst ein Fünftel dieser Summe, also 600 Mio. DM, zu verzeichnen.

Weniger steil, aber mit einer Versiebenfachung immer noch beachtlich, stieg der Mittelzufluss bei den börslich notierten Aktien. 1998 investierten die Anleger etwa 80 Mio. DM in junge Umweltaktien, zwei Jahre später waren es bereits 552 Mio. DM. Auch die außerbörslich gehandelten Aktien legten im Untersuchungszeitraum zu (82 bzw. 98 Mio. DM).

Einen engen Bezug zu den Zukunftsenergien gibt es auch bei den Aktienzertifikaten, die den grünen Kapitalmarkt als neue Anlageform bereichern. Nachdem 1999 ein erstes Angebot auf den Markt kam, erhielt dieses 2000 Konkurrenz von neun weiteren Zertifikaten. Hier deutet sich ein neuer Trend an.

Ob die "Grün-Anleger" mit "ihrem" Produkt zufrieden sind, ermittelten die Urheber der Studie mittels einer Umfrage im Internet. Fazit: Die Mehrheit sieht ihre Erwartungen erfüllt; Kritik oder Wünsche wurden kaum geäußert. Dabei mag die eine oder andere Unzufriedenheit in der Freude über den persönlichen Zugewinn untergegangen sein, denn auch bezüglich der Rendite kann sich das grüne Geld sehen lassen: Von den Einbrüchen an der Börse blieben die meisten Anleger verschont, und wer rechtzeitig auf Solar- oder Windkraftaktien gesetzt hatte, konnte sich über Kurssprünge um 500 Prozent binnen weniger Monate freuen. Die Umwelt-Fonds brachten sowohl 1999 als auch 2000 ein durchschnittliches Plus von 24 Prozent. Selbst beim "schlechtesten" hielt sich der Verlust mit 2,3 Prozent in Grenzen.
Ob sich der ethisch-ökologische Kapitalmarkt weiterhin so positiv entwickeln wird, hängt laut der Studie im wesentlichen von den Anbietern ab: Überhitzungen wie bei den Internetaktien müssten vermieden, interessante Fonds und Aktien zu fairen Preisen angeboten werden.

Sie können die Studie versandkostenfrei zum Preis von 72,00 Euro bei uns bestellen. Wenden Sie sich per Mail, Fax oder Brief unter Angabe Ihrer vollständigen Postanschrift an:

ECOreporter.de
Arndtstr. 41
44135 Dortmund
Mail: info@ecoreporter.de
Fax.: 0231 / 477 359 61
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