24.03.10 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Drastischer Umsatzeinbruch bei Wacker Chemie

Herbe Verluste bei Umsatz und Gewinn musste der Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie im vergangenen Geschäftsjahr hinnehmen.  Wie aus der Bilanz für 2009 hervorgeht, fuhr der Chemiekonzern unter den Strich einen Verlust von 75 Millionen Euro ein Im Vorjahr hatten die Bayern noch 438 Millionen Euro Gewinn generiert. Zugleich sank der   Konzernumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 328 Millionen Euro (14 Prozent) auf 4,3 Milliarden Euro. Gründe dafür seien die schwachen Kundennachfrage im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise sowie Kosten für den Konzernumbau, hieß es.  Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern und Abschreibungen (EBITDA) brach im Vergleich zum Vorjahr um 393 Millionen Euro auf 607 Millionen Euro ein. Im Ergebnis vor Zinsen und Steuern sei es durch zusätzliche Wertminderungen im Anlagevermögen zu einem Verlust von minus 176 Millionen Euro gekommen.

Besonders schwer getroffen hat es dabei den Geschäftsbereich Siltronic, der Mitte 2009 die Produktion von 150-mm Wafern am Standort Freiberg einstellte. Der Umsatz der Siltronic brach um 53 Prozent von 1,36 Milliarden auf 638 Millionen Euro ein. „Verantwortlich dafür waren vor allem die schwache Nachfrage nach Siliziumwafern aus der Halbleiterindustrie und ein Rückgang beim Verkauf von Siliziumeinkristallen und anderen Materialien an die Solarindustrie“, hieß es dazu von Seiten der Konzernspitze. Zudem habe anhaltender Preisdruck bei  Wafern aller Größen das das Geschäft der Siltronic zusätzlich belastet. Das EBITDA der Siltronic betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr minus 162 Millionen Euro- Im Vorjahr schlug das Ergebnis vor Zinsen Steuern und Abschreibungen des Unternehmenssegmentes noch mit 357) Millionen Euro zu Buche. Ebenso Rückläufig war der Geschäftsbereich Wacker Silicones Der Gesamtumsatz verringerte sich um 12 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro. Nach einem schwachen Start in das Jahr 2009 sei der Umsatz seit dem zweiten Quartal wieder gestiegen, ohne dabei den großen Rückstand aus den ersten drei Monaten im Laufe des Jahres vollständig aufholen zu können, erklärte die Wacker-Konzernspitze. Der Nachfragerückgang habe dazu geführt, dass die Produktionskapazitäten nicht voll ausgelastet gewesen seien. Nicht ganz so hoch fiel der Rückgang beim EBITDA aus. Mit 158  Millionen Euro  lag es 6 Prozent unter dem Vorjahr.

Besonders positiv entwickelte sich hingegen das Geschäft mit polykristallinem Reinstsilizium. Der Gesamtumsatz im Geschäftsbereich Wacker Polysilicon kletterte um 35 Prozent auf 1,12 Milliarden Euro  und übersprang damit erstmals die Milliardengrenze. Dieser Anstieg sei Resultat  aus den zusätzlichen Produktionsmengen am Standort Burghausen, die erfolgreich am Markt platziert worden seien. Die Produktionsmenge bei Polysilizium habe sich gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent auf 18.100 Tonnen erhöht. Auch das EBITDA hat der Geschäftsbereich um 99 Millionen auf  521 Millionen Euro deutlich gesteigert. Belastet worden sei das EBITDA allerdings durch den Rückzug von WACKER aus dem Gemeinschaftsunternehmen Wacker Schott Solar (WSS). Der anteilige Verlust und die mit dem Rückzug verbundenen Aufwendungen schlugen sich mit 52 Millionen Euro im Beteiligungsergebnis von WACKER POLYSILICON nieder. Auch die niedrigeren Preise für kurzfristige Polysilizium-Lieferungen hätten sich auf die Bilanz im Geschäftsjahr 2009 ausgewirkt.

Dennoch kündigte der Vorstand der Chemiespezialistin an, seinen Aktionären für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende zu zahlen. Auf der Hauptversammlung werde man die Ausschüttung von 1,20 Euro je Aktie vorschlagen, so die Konzernspitze, 0.6 Euro je Aktie  weniger als im Vorjahr. „Wacker hat das schwierige Geschäftsjahr 2009 mit einer soliden operativen Leistung abgeschlossen und ist wieder auf Wachstumskurs“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Mittwoch in München. „Bereinigt um Sondereffekte haben wir mit Ausnahme von Siltronic in allen Bereichen ein gutes EBITDA erwirtschaftet“, so Staudigl weiter. Schon das vergangene Jahr sei durch stetige Erholung der Absatzzahlen gekennzeichnet gewesen.  Der Konzernumsatz im Januar und Februar 2010 habe sowohl über dem Vorjahreswert als auch über dem Monatsdurchschnitt des vierten Quartals 2009 gelegen. „Wenn dieser Aufwärtstrend im Jahresverlauf weiter anhält, gehen wir davon aus, dass der Jahresumsatz die Schwelle von 4 Milliarden Euro überschreiten wird. Der Jahresüberschuss soll nach den derzeitigen Prognosen deutlich positiv ausfallen“, erläuterte Konzernchef Rudolf Staudigl die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr. . Das arg gebeutelte Geschäftssegment Siltronic werde mit der Anfang Juli 2009 bekannt gegebenen Leitstandortstrategie, zurück in die Gewinnzone gebracht werden. Ziel der Strategie sei es die Produktion in der Siltronic zu optimieren und die Kosten zu verringern.


Vor allem in Europa und den USA rechne der Konzern mit einer eher verhaltenen Entwicklung. In Asien dagegen sei prognostiziert, dass  das Bruttoinlandsprodukt kräftig steige, besonders in China. Weiteres Wachstum sei im Geschäft mit Polysilizium zu erwarten. Einen großen Teil der Polysilizium-Produktion  sei durch Langfristverträge abgesichert. Insgesamt plane das bayrische Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr zwischen 600 und 700 Millionen Euro zu investieren. Der Großteil dieser Summe werde auf die laufenden Ausbauprojekte für Polysilizium entfallen, kündigte Wacker an,

Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888

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