Die Aktie des Eisenbahnkonzerns Union Pacific zählt zu den größten Beteiligungen im Portfolio des Carnegie Worldwide Ethical. / Quelle: Unternehmen

05.11.14 Fonds / ETF , Fonds des Monats

Drei Prozent Plus für die stärksten nachhaltigen Aktienfonds im Oktober

Die meisten nachhaltigen Aktienfonds haben im November an Wert verloren. Nur 54 der 142 in Deutschland zugelassenen nachhaltigen Aktienfonds konnte zulegen, also nicht einmal jeder dritte. Lediglich 22 Fonds dieser Kategorie verbesserten sich dabei um mehr ein Prozent. Die beiden Spitzenreiter erreichten immerhin knapp drei Prozent Wertzuwachs. Sie hatten auch im September am stärksten zugelegt. Dagegen erlitt der schwächste nachhaltige Aktienfonds im Oktober, der Craton Capital Renewable Alternative and Sustainable Resources Fund, einen Wertverlust von 13,5 Prozent. Außer ihm gab kein weiterer nachhaltiger Aktienfonds zweistellig nach. Das geht aus unserer Fondsdatenbank ECOfondsreporter hervor.

Der Titel Fonds des Monats geht in diesem Monat an zwei nachhaltige Aktienfonds, die Ende Oktober gleichauf lagen. Der Carnegie Worldwide Ethical verzeichnete ebenso wie der Erste Responsible Stock Europe Emerging ein Plus von 2,98 Prozent. Allerdings liegt der nachhaltige Aktienfonds von Carnegie Asset Management aus Kopenhagen auf Jahressicht mit 24,7 Prozent deutlich vor dem Konkurrenzprodukt. Der Erste Responsible Stock Europe Emerging hat sich in den letzten zwölf Monaten lediglich um 0,7 Prozent verbessert.

Der Carnegie Worldwide Ethical verfügt über ein Fondsvolumen von rund 129 Millionen Euro, das weltweit investiert ist. Ausgeschlossen vom Investment sind Aktien von Unternehmen, die Alkohol und Tabak investieren, Geld mit Waffen und Rüstung verdienen oder unethische Handlungen zeigen. Zu den aktuell größten Positionen dieses Fonds zählen etwa die Pharmakonzerne Novartis und Roche aus der Schweiz  sowie Microsoft, der Eisenbahnkonzern Union Pacific  und Walt Disney aus den USA.  Die jährliche Verwaltungsgebühr des Carnegie Worldwide Ethical beträgt 1,6 Prozent.

Der Erste Responsible Stock Europe Emerging der Erste Sparinvest KAG aus Wien setzt auf Aktien aus Zentral- und Osteuropa. Dieser werden nach dem Prinzip Best-in-Class ausgewählt. In Frage kommen für ihn also die Nachhaltigkeitsbesten einer Branche, auch wenn das Unternehmen selbst nur wenig nachhaltig ist. Zudem werden Aktien herausgefiltert, die gegen die Ausschlusskriterien des Fonds verstoßen: dazu zählen insbesondere Rüstung, Kernenergie, Suchtmittel wie Tabak und Getränke mit Alkoholgehalt von über 20 Prozent, Glücksspiel und Gentechnik. Sie führen zum Anschluss, wenn der mit solchen Aktivitäten erwirtschaftete Umsatz mehr als zehn Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt. Bei der Auswahl stützt sich das Fondsmanagement um Thomas Motsch auf Einschätzungen von Nachhaltigkeitsrating-Agenturen wie oekom research aus München. Die Nachhaltigkeitsspezialisten der Erste Sparinvest gleichen deren Ergebnisse mit ihren Erkenntnissen ab.

Der Erste Responsible Stock Europe Emerging verfügt über ein Volumen von rund acht Millionen Euro. Dieses ist derzeit vor allem in Polen und der Türkei veranlagt. Auf Aktien aus diesen Ländern entfielen zuletzt 39 bzw. 22 Prozent des Portfolios. Zu den größten Beteiligungen gehören der polnische Versicherungskonzern Powszechny Zakład Ubezpieczeń, der Telekommunikationskonzern Orange Polska und die tschechische Tochter des Telekommunikationskonzerns O2. Es gibt diesen Fonds in einer ausschüttenden und in einer thesaurierenden Version, in der anfallende Gewinne wieder investiert werden. Pro Jahr fällt eine Verwaltungsgebühr in Höhe von 1,8 Prozent an.

Die zehn besten nachhaltigen Aktienfonds im Oktober

* In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

ECOreporter untersucht den Markt der nachhaltigen Geldanlage seit 1997 kontinuierlich. Zunächst im Auftrag des NRW-Umweltministeriums; mittlerweile werden die in der Branche anerkannten Zahlen von ECOreporter.de als ein Ergebnis der eigenen fortlaufenden Marktuntersuchungen veröffentlicht. Als ECOreporter.de 1997 diese Daten erstmals ermittelten, gab es nur zwölf nachhaltige Fonds mit insgesamt lediglich 220 Millionen Euro Volumen. Ende 2013 belief sich das Volumen der 283 nachhaltigen Fonds in Deutschland auf insgesamt 30,4 Milliarden Euro. Unsere Daten zur Wertentwicklung der Fonds stammen in der Regel von den Fondsbörsen.
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