Filiale von Whole Foods Market. Der Bio-Lebensmittelhändler macht zwar weiter gute Geschäfte. Doch die Börsianer hatten sich noch mehr Gewinn erhofft. / Quelle: Unternehmen

  Aktientipps, Nachhaltige Aktien, Meldungen

Drei Trümpfe und eine Niete - vier nachhaltige Aktien im Expertenurteil

Seitdem der US-amerikanische Bio-Lebensmittelhändler Whole Foods Market im November 2013 die Prognose für das am 1. Oktober 2013 gestartete Geschäftsjahr gekürzt hat, geht es für die Aktie des Unternehmens abwärts. Der Anteilsschein verbilligte sich seither im Xetra von rund 48 auf unter 28 Euro, an der Nasdaq von rund 57 auf rund 37 Dollar. Und ein Ende des Kursverfalls ist noch immer nicht abzusehen. Das stellen zumindest Experten des US-amerikanischen Analysehauses Cantor fest. Sie verweisen auf den erhöhten Wettbewerbsdruck durch Konkurrenten, die in das boomenden Geschäfts mit Bio-Lebensmitteln drängen, und Whole Foods zu Preissenkungen zwingen. Sie bekräftigen ihre Verkaufsempfehlung für die Aktie von Whole Foods Market und nennen als Kursziel 34 Dollar. Das sind umgerechnet 25 Euro.

Geschäftszahlen hat das Unternehmen mit Hauptsitz im texanischen Austin zuletzt im Mai veröffentlicht. Trotz eines starken Umsatzanstiegs waren die Geschäfte des größten-Biolebensmittelhändlers der Vereinigten Staaten im zweiten Quartal 2014 demnach deutlich weniger profitabel als im Vorjahreszeitraum. Zudem korriegierte die Unternehmensführung abermals die Gesamtjahresprognose nach unten. Der Umsatz des Gesamjahres 2014 soll laut der neuen Prognose zwar rund elf Prozent über dem Vorjahresniveau liegen. Bisher waren die Verantwortlichen von bis zu zwölf Prozent Umsatzanstieg ausgegangen. Für den Gewinn je Aktie wurde ein Zuwachs zwischen 3 und 6 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres angekündigt statt 7 bis 12 Prozent wie zuvor in Aussicht gestellt.

Green Plains - Bioaktie mit Turbo im Tank?

Ganz anders entwickelte sich zuletzt der Anteilsschein des US-amerikanischen Biotreibstoffproduzenten Green Plains Inc. (vormals Green Plains Renewable Energy). Die Aktie des Unternehmens aus Omaha im Bundesstaat Nebraska hat sich seit November an der Nasdaq von rund 16 auf über 38 Dollar verteuert, also rund 27 Euro. Die Analysten von Piper Jaffray rechnen mit weiteren Kurszuwächsen und nennen bei ihrer Kaufempfehlung ein Kursziel von 45 Dollar. Das sind umgerechnet 33 Euro. Sie führen zur Begründung an, dass Green Plains aufgrund des starken Preisverfalls bei Getreide Rohstoffe für die Ethanolproduktion deutlich günstiger einkaufen kann, während sich der Preis für den Biotreibstoff stabilisiert habe. Das führe zu deutlich steigenden Margen.

Enel Green Power tummelt sich in den weltgrößten Grünstrommärkten

Einen Erfolg im US-Geschäft für die italienische Enel Green Power nimmt der Öko-Invest aus Wien zum Anlass, die Aktie des Unternehmens aus Rom zum Kauf zu empfehlen. Dieses ist auf die Stromroduktion aus Erneuerbarer Energie spezialisiert und hat jüngst eine Kapitalspritze im Umfang von 400 Millionen Dollar erhalten, um zwei große Windparks mit zusammen 350 Megawatt (MW) Leistungskapazität in den Vereinigten Staaten umsetzen zu können. Das Kapital stammt von einer Investorengruppe unter Führung von JPMorgan Chase & Co. Die Mehrheit der Anteile an Enel Green Power gehört dem Energiekonzern Enel. Diese hat vor einigen Wochen mit der staatseigenen State Grid Corporation of China (SGCC) eine Absichterklärung über die künftige Zusammenanarbeit bei Projekten in den Bereichen Erneuerbarer Energie und smart grid, also intelligenter Netze, in der Volksrepublik unterschrieben. Es wurde die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens (joint venture) verabredet, das gemeinsam Projekte umsetzen soll. Damit eröffnet die Muttergesellschaft der Enel Green Power den Zugang zum weltweit größten Grünstrommarkt. Die Aktie von Enel Green Power notiert heute Mittag bei zwei Euro und hat damit auf jahressicht bereits ein Drittel an Wert gewonnen.

Bildhinweis: US-amerikanischer Windpark mit Anlagen von Vestas. Enel Green Power setzt unter anderem in den Vereinigten Staaten Grünstromprojekte um. / Quelle: Unternehmen

Setzt die Immobilien-Aktie von Helma ihren Steigflug fort?

Die Aktie der Helma Eigenheimbau AG, Spezialistin für individuelle Massivhäuser und nachhaltige Energiekonzepte aus Lehrte, hatte ECOreporter.de bereits im September 2010 ausführlich analysiert und zum Kauf empfohlen (hier  gelangen Sie zu dem Beitrag). Seit jenemAktientipp hat sich der Kurs des Wertpapieres auf über 27 Euro mehr als verdreifacht. Heute legte der Anteilsschein weiter zu, nachdem Helma bekannt gab, dass der Auftragseingang im Konzern in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 14,4 Millionen Euro höher ausgefallen ist als im Vorjahreszeitraum und sich auf 86,1 Millionen Euro belief. Das ist ein Plus von rund 20 Prozent. Der Helma-Vorstand der Helma Eigenheimbau AG geht erwartet auch für die zweite Jahreshälfte „zweistellig prozentuale Wachstumsraten beim Auftragseingang“. Damit werde die Grundlage für die geplante weitere Umsatz- und Ergebnissteigerung im kommenden Jahr gelegt.Wir gehen davon aus, dass das Unternehmen seinen Wachstumskurs fortsetzt und bekräftigen unsere Kaufempfehlung für die Aktie. Unser Kursziel liegt bei 33 Euro. Helma will im September die offizielle Zwischenbilanz für das 1. Halbjahr vorlegen. Diese dürfte der Aktie neuen Auftrieb geben.

Bildhinweis: Musterhäuser von Helma. / Quelle: Unternehmen

Enel Green Power S.p.a. ISIN IT0004618465
Green Plains Inc.: ISIN US3932221043
Helma Eigenheimbau AG: ISIN DE000A0EQ578
Whole Foods Market Inc: ISIN US9668371068
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