Noch bis zum 1. Dezember 2015 nimmt die Bundesnetzagentur Gebote für Solarparkvorhaben in Deutschland entgegen. / Foto: Fotolia

07.10.15 Erneuerbare Energie

Dritte deutsche Photovoltaik-Ausschreibungsrunde gestartet

Die dritte und für das laufende Jahr letzte Ausschreibungsrunde für deutsche Solaranlagen auf freier Fläche läuft. Diesmal nimmt die zuständige Bundesnetzagentur bis zum 1. Dezember 2015 Gebote entgegen. Geboten werden kann für Bauvorhaben mit zusammen 200 Megawatt (MW) Leistungskapazität. In den beiden ersten Solarauktionen war Zuschläge für Photovoltaikprojekte mit zusammen jeweils 150 MW erteilt worden.

„Nachdem in der zweiten Runde ein verglichen mit der ersten deutlich niedrigere Zuschlagswerte ergaben, darf man gespannt sein, ob sich dieser Trend verfestigt“, sagt Peter Franke, Vizepräsident der Bundesnetzagentur. Anders als bei klassischen Auktionen reichen die Bieter ihre Bauvorhaben selbst bei der Bundesnetzagentur ein. Den Zuschlag bekommen diejenigen Bauherren, die sich mit dem niedrigsten Einspeisetarif pro Kilowattstunde zufrieden geben. In der aktuellen Ausschreibungsrunde liegt der maximal zu bietende Wert bei 11,09 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Bei den Geboten wendet die Bundesnetzagentur das Einheitspreisverfahren an. Das galt auch schon in der zweiten Runde. Das bedeutet: Der Preis, den das letzte bezuschlagte Gebot erzielt hat, gilt automatisch als Einheitspreis für alle erfolgreichen Gebote. Dieses Verfahren war schon bei der ersten Solarauktion im Frühjahr angewendet worden. Bei der zweiten Solarauktion war ein Einheitspreis von 8,49 Cent je kWh Strom zustande gekommen. Wer im April 2015 den Zuschlag erhielt, kassiert je nach Angebot 8,48 Cent bis 9,43 Cent je kWh. 2016 stellt die Bundesnetzagentur nach eigenen Angaben auf „pay-as-bid“ um. Das heißt, die erfolgreichen Bieter bekommen den Preis pro Kilowattstunde, für den sie geboten haben.

Formfehler bremsten zehn Prozent der Bieter aus

Wer mit seinen Bauvorhaben in den bisherigen Runden leer ausging, kann damit in der dritten Runde erneut teilnehmen. Die Ausschreibungen sind mit der dritten Runde im letzten Drittel ihrer Testphase angelangt. Sie sollen das bisherige System der Einspeisevergütung ablösen. 2017 werden die Ausschreibungen nach dem Willen der Bundesregung zunächst auf die Windkraftbranche ausgeweitet, um das bisherige System fester Einspeisevergütungen schrittweise zu ersetzten. Zehn Prozent der bisherigen Gebote der beiden Ausschreibungsrunden für Solarparks seien bisher wegen Formfehlern gar nicht erst berücksichtigt worden, erklärt die Bundesnetzagentur. Hilfestellung sollen die „Hinweise zur Gebotsabgabe“ auf der Website der Bundesnetzagentur bieten. Die seien inzwischen aktualisiert, heißt es.

Kritik der Ökostrombranchen lässt nicht nach

Die Umstellung  auf das Ausschreibungsmodell wird von den Ökostrombranchen in Deutschland stark kritisiert. Die Bundesregierung steht auf dem Standpunkt, der Ausbau der Erneuerbaren Energien werde mit der Umstellung günstiger. Dem treten unter anderem Branchenverbände aus der Bürgerenergiebewegung und der Windenergiebranche entgegen. Die Kritiker sehen vor allem kleine und mittelständische Bauherren benachteiligt. Der Bundesverband Windenergie fordert, dass die Ausschreibungen 2017 nicht ohne eigene Testphase auf die Windkraft übertragen werden soll. Außerdem macht er sich für ein Alternativmodell stark, dass eine auf fünf Jahre festgeschriebene Einspeisevergütung vorsieht (mehr dazu lesen Sie  hier).
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