Der deutsche Crowdfunding-Markt wächst langsamer, aber die Finanzierungsrunden beim Crowdinvesting steigen / Foto: Pixabay

 

Drittgrößter Crowdinvesting Markt in Europa – das sind die Probleme in Deutschland

Wie ist es um den deutschen Crowdfunding-Markt und um Crowdinvesting bestellt? Neue Branchenzahlen zeigen, dass Deutschland im europaweiten Vergleich langsamer beim Crowdfunding gewachsen ist. Das zeigen Zahlen des heute (6.9.2016) veröffentlichten zweiten Alternative Finance Industry Survey der University of Cambridge und der Wirtschaftsprüfergesellschaft KPMG.

Laut der Studie beträgt das Volumen des deutschen Crowdfunding-Marktes 249 Millionen Euro. Danach liegt Deutschland auf PLatz 3, hinter Großbritannien (4,3 Milliarden Euro) und Frankreich (319 Millionen Euro).
Außerdem steigt das Volumen der einzelnen Finanzierungen. In Deutschland liegt die durchschnittliche Investitionsrunde beim Equity-Based Crowdfunding (sogenanntes Crowdinvesting) bei ungefähr 350.000 Euro, bei Immobilien-Investing liegt der Durchschnitt bei über 1 Million Euro. Demnach nutzen zunehmend auch konservativere Anleger Crowdinvesting  (mehr über Crowdfunding, Crowdinvesting und die möglichen Risiken solcher Investments lesen Sie hier).

Kleinanlegerschutzgesetz bremst seit 2015 das Marktwachstum beim Crowdinvesting

"Durch die Umstellungen im Rahmen des Kleinanlegerschutzgesetzes wurden viele Finanzierungsprojekte ins Jahr 2016 verschoben. Dadurch kam es 2015 zu einem Wachstumsdämpfer“, so Jamal El Mallouki, Vorsitzender des Vorstandes des Bundesverbandes Crowdfunding, einem Forschungspartner der Studie. "An den Quartalszahlen im Jahr 2016 sieht man aber, dass dies nur eine kleine Wachstumsdelle war. Die Branche ist insgesamt sehr optimistisch, dass 2016 erneut ein Rekordjahr im Marktvolumen feststellbar ist.“

Crowdfunding (als Oberbegriff für Crowdinvesting und andere Formen) schließt für viele innovative Unternehmen und Projekte eine Finanzierungslücke. Es geht um Risikokapital. 8 Prozent der Investitionen kommen laut Crowdfunding-Verband bereits über institutionelle Investoren. Nun hoffe man auf die Unterstützung der Bundesregierung, um im Marktzahlenranking nach oben zu klettern, ergänzt Tamo Zwinge, Vorstandsmitglied des Bundesverband Crowdfunding. Mitte September wolle man einen Vorschlag für eine zeitgemäßere Marktregulierung an die Politik geben. Um die Crowd an den Entwicklungen am Kapitalmarkt zu beteiligen, hat der Bundesverband einen Code of Conduct erstellt und erarbeitete eine gemeinsame Richtlinie für das die Berichte an die Investoren.

Mehrzahl der Plattformen nicht grenzüberschreitend tätig

Crowdfunding über Ländergrenzen hinweg sei aufgrund der restriktiven Festlegung der Schwarmfinanzierungsausnahme im Vermögensanlagegesetz nicht sehr einfach, hieß es. Andere Länder, vor allem Großbritannien und Frankreich, erlaubten ihren Crowdfunding-Plattformen, ihre Dienstleistungen über das MiFiD-Regime (Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente) in andere Länder zu exportieren.
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