12.03.13 Anleihen / AIF , ECOanlagecheck , Solarenergie-Investments

ECOanlagecheck: BadenInvest Erneuerbare Energien I


Das Angebot

Die Laufzeit der stillen Beteiligung soll laut Planung bereits zum 31. Dezember 2014 enden. Falls die Laufzeit verlängert werden sollte, kann der stille Gesellschafter mit einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Geschäftsjahres kündigen. Eine Verlängerung ist nach Angaben der BadenInvest beispielsweise eventuell erforderlich, falls sich die Fertigstellung und der Verkauf von Solaranlagen verzögern sollten. Insgesamt soll das Volumen der stillen Beteiligung ca. 400.000 Euro bis 600.000 Euro betragen. Laut Gesellschaftsvertrag sollen sämtliche stillen Gesellschafter zusammen als Gegenleistung für ihre Beteiligung insgesamt 10 Prozent des Gewinns des Unternehmens erhalten. In dem Angebotsüberblick, der mit dem Stille-Gesellschaftsvertrag, einer Präsentation und den Risikohinweisen zu einer 44-seitigen Anlegerinformation zusammengefasst wurde, wird die Gewinnbeteiligung allerdings mit 20 Prozent des Gewinnes des Unternehmens angegeben. Nach Aussage der Anbieterin gelte die Angabe im Angebotsüberblick (20 Prozent), der Gesellschaftsvertrag werde entsprechend korrigiert (Stand: 7. März 2013).

Im vorliegenden Fall sind die typisch stillen Gesellschafter nicht nur am Gewinn des Unternehmens beteiligt, sondern bis zu ihrer Einlage auch an einem Verlust des Unternehmens. Daher ist ein Totalverlust ihrer Beteiligung für die Anleger möglich. Der stille Gesellschafter hat keine Geschäftsführungsbefugnisse, ihm stehen aber Informations- und Kontrollrechte zu.

Das Unternehmen

Die vom Anbieter herausgegebene Anlegerinformation enthält keine näheren Informationen zum Unternehmen BadenInvest Erneuerbare Energien I GmbH & Co. KG. Laut Unternehmensregister wurde das Unternehmen erst im Oktober 2012 gegründet bzw. in das Register eingetragen. Komplementärin ist die BadenInvest Consulting GmbH aus Karlsruhe, die das Angebot auch vermittelt. Geschäftsführer beider Unternehmen ist Stefan Falk. Die BadenInvest Consulting GmbH fungierte bis Mai 2012 unter den Namen Appento GmbH.

Einen Finanzplan, eine Prognoserechnung und Informationen zur Kapitalausstattung des Unternehmens BadenInvest Erneuerbare Energien I enthält die Anlegerinformation nicht. Daher kann nicht fundiert beurteilt werden, ob das Unternehmen Gewinne erzielen könnte, die so hoch sind, dass 10 bzw. 20  Prozent der Gewinne ausreichen, um die vom Anbieter geplanten 8 Prozent pro Jahr an die stillen Gesellschafter ausschütten zu können. Die Emissionsnebenkosten betragen laut Planung des Anbieters 18 Prozent des eingeworbenen Kapitals, davon 8 Prozent für die Eigenkapitalvermittlung und 3 Prozent für die Vertriebskoordination. Nicht berücksichtigt in den 18 Prozent sind die 2 Prozent Agio.

Die Investitionen

Die BadenInvest Erneuerbare Energien I GmbH & Co KG beabsichtigt insbesondere, Projekte im Bereich Photovoltaik zu entwickeln. Das Unternehmen plant nach eigenen Angaben, sowohl Solaranlagen selbst als Generalunternehmer zu bauen, als auch bereits errichtete Solaranlagen zu erwerben. Anschließend sollen die fertiggestellten Solaranlagen in viele eigenständige Anlagen aufgeteilt und einzeln an Interessenten verkauft werden. Nach Ansicht des Anbieters ist dieser Prozess vergleichbar mit der Aufteilung von Eigentumswohnungen bei Immobilien. Nach Aussage des Anbieters investiert das Unternehmen aktuell in Grundstücke, auf denen im April Freiland-Solaranlagen entstehen sollen. Nach Ansicht des Anbieters sind auch bei der inzwischen niedrigen Einspeisevergütung von rund elf Eurocent je Kilowattstunde die Investitionen rentabel.

Fazit

Die dem potentiellen Anleger zur Verfügung gestellte Informationsunterlagen sind unzureichend. Da die Anlegerinformation weder einen Finanzplan noch eine Prognoserechnung enthält, ist die Ausschüttungsprognose nicht nachvollziehbar. Das Unternehmen ist jung, und die Risiken des Projektgeschäftes sind durch die geplanten Änderungen beim Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) zusätzlich erhöht worden. Insgesamt ist dieses Beteiligungsangebot nicht zu empfehlen.
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