Kiri-Bäume zeichnen sich durch ein schnelles Wachstum aus. / Quelle: WeGrow GmbH

29.04.14 Anleihen / AIF , ECOanlagecheck , Holz-Investments

Unabhängige Analyse: KiriFonds III Spanien der WeGrow GmbH im ECOanlagecheck

Holzinvestment, neutrale Analyse: Der dritte Fonds der WeGrow aus Bonn will Kiribaum-Plantagen in Spanien anlegen, bewirtschaften und das Holz nach der Ernte verkaufen.  Die beiden platzierten Vorgängerfonds bewirtschaften Kiribaum-Plantagen in Deutschland. Anleger können sich ab 5.000 Euro plus fünf Prozent Agio beteiligen. Der ECOanlagecheck analysiert das Angebot.

Die deutsche Fondsgesellschaft KiriFonds III Spanien GmbH & Co. KG soll laut Prospekt direkt Anbauflächen in Spanien anpachten und/oder erwerben. Eine spanische Gesellschaft soll nicht zwischengeschaltet werden. Die Fondsgeschäftsführung plant mit einer Anbaufläche von insgesamt ca. 180 Hektar Gesamtgröße, auf denen die in Bonn gezogenen Kiri-Setzlinge zu Kiribäumen heranwachsen sollen. Der Kiribaum  – Gattungsname Paulownia – stammt ursprünglich aus Ostasien. An der Universität Bonn wurde und wird zum Kiribaum geforscht. Die Fondsanbieterin WeGrow GmbH ist als sogenanntes Spin-Off-Unternehmen aus diesen Aktivitäten heraus entstanden. Beide Geschäftsführer der Anbieterin sind Absolventen der Universität Bonn. WeGrow verfügt nach eigenen Angaben über einen großen Genpool an Kiri-Sorten, von denen sie für den Anbau in Spanien mehrere besonders starkwüchsige und trockentolerante Sorten auswählen wollen.

Fondsinitiatorin und Leistungsbilanz

Die Anbieterin und Initiatorin WeGrow GmbH wurde 2009 in Bonn gegründet. Sie hat seit 2010 zwei geschlossene Fonds aufgelegt und mit einem Kommanditkapital von zusammen 10,3 Millionen Euro platziert. Beide Fonds investieren in den Anbau und die Bewirtschaftung von Kiribäumen auf landwirtschaftlichen Flächen. Erste Ausschüttungen an die Anleger sind prospektgemäß für die Jahre 2019 bzw. 2020 geplant, so dass derzeit noch kein entsprechender Leistungsnachweis vorliegt.
Die WeGrow GmbH ist kein reines Emissionshaus, sondern laut Prospekt selbst im Bereich der Kiribaum-Projekte operativ tätig bzw. kann dort tätig werden, indem sie beispielsweise Kiribäume züchtet, Plantagen bewirtschaftet und mit dem geernteten Holz handelt.
Geschäftsführende Gesellschafter der Anbieterin sind Peter Diessenbacher und Allin Beatrice Gasparian. Diessenbacher (35 Jahre) ist Diplom-Agraringenieur und war mehrere Jahre als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Nachwachsende Rohstoffe an der Universität Bonn tätig. Laut Prospekt koordiniert er derzeit in Bonn als externer Doktorand unter anderem Untersuchungen zur weiteren Ertragssteigerung des Kiri-Baumes in der Praxis. Als technischer Geschäftsführer verantwortet er sämtliche Vorgänge der Standortauswahl, der Pflanzenproduktion, der Pflanzungen sowie der Plantagenpflege und des Holzvertriebs für den Fonds. Gasparian (34 Jahre) ist Diplom-Volkswirtin und übernimmt die die kalkulatorische Planung, das Controlling und die kaufmännische Geschäftsführung des Fonds. Diessenbacher und Gasparian sind laut Prospekt nahe Angehörige.

Eigenkapitalhöhe und Platzierungsgarantie


Gesamtfinanzierungsvolumen: 7,9 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen (ohne Agio): 7,5 Millionen Euro
Platzierungsgarantie: Nein
Agio: 0,4 Millionen Euro
Fremdkapitalvolumen: 0 Euro

Die Komplementärin kann das Eigenkapitalvolumen um weitere 2,5 Millionen Euro auf insgesamt 10 Millionen Euro erhöhen. Eine Aufnahme von Fremdkapital ist laut Prospekt nicht geplant. Die Realisierungsschwelle für den Fonds beträgt laut Gesellschaftsvertrag eine Million Euro. Falls die Realisierungsschwelle nicht bis Ende 2014 erreicht wird, ist die Komplementärin zur Auflösung des Fonds berechtigt.

Fondsnebenkosten
(in Prozent des Eigenkapitalvolumens)

Agio: 5,0 Prozent
Eigenkapitalvermittlung (ohne Agio): 3,0 Prozent
Konzeption, Prospektierung und Marketing: 3,3 Prozent
Einrichtung Treuhand: 0,3 Prozent
Mittelverwendungskontrolle: 0,2 Prozent
Gesamtweichkosten: 11,8 Prozent
Laufende Kosten

Projektmanagement und operative Bewirtschaftung (Kalkulation, Durchschnitt pro Jahr): 1,02 Millionen Euro
Fondsgeschäftsführung (pro Jahr): 0,45 Prozent des Kommanditkapitals (rund 34.000 Euro bei Vollplatzierung)
Anleger- und Treuhandverwaltung (pro Jahr): 0,5 Prozent des Kommanditkapitals (rund 38.000 Euro bei Vollplatzierung)
Bestandspflegeprovision für die Anbieterin (pro Jahr): 0,4 Prozent des Kommanditkapitals (30.000 Euro bei Vollplatzierung)

Die prognostizierten Kosten für Projektmanagement und operative Bewirtschaftung beinhalten auch Ankauf Jungpflanzen, Pacht, Bewässerung und Versicherung. Der Fonds hat für Projektentwicklung, Projektmanagement und Bewirtschaftung einen Vertrag mit der WeGrow Bewirtschaftungs-GmbH aus Bonn geschlossen, deren Geschäftsführer auch beim Fonds als Geschäftsführer fungiert.

Laufzeit und Ausschüttungen

Laufzeit: bis Ende 2023 (Prognosezeitraum), erstmaliges Kündigungsrecht zum 31. Dezember 2023, Auflösung des Fonds erfordert 75 Prozent-Mehrheit der Gesellschafter
Gesamtausschüttung (Prospektprognose): 215 Prozent (inkl. 105 Prozent Kapitalrückzahlung)
Ausschüttung im Jahr 2023 (geplantes Fondsende, Prospektprognose): 188 Prozent
Renditeprognose vor Steuern pro Jahr (IRR, Kalkulation):  8,2 Prozent
Einkunftsart: Einkünfte aus Gewerbebetrieb

Die ersten Umsatzerlöse aus der Holzernte sind für 2018 vorgesehen, die ersten Ausschüttungen an die Anleger für das folgende Jahr. Laut Prospekt wurde für die Prognoserechnung mit „gegenwärtigen“ Veräußerungserlösen von 75 bis 198 Euro je Kubikmeter Rundholz je nach Stammdurchmesser in Brusthöhe sowie einer durchschnittlich jährlichen Preissteigerung von 2,5 Prozent kalkuliert. Auf Nachfrage von ECOreporter.de hat die Anbieterin Marktzahlen genannt, die nahelegen, dass es sich bei den prognostizierten Veräußerungserlösen um realistische Beträge handeln kann.
Größere Preisschwankungen sind aber grundsätzlich möglich, insbesondere da sich laut Prospekt der Absatzmarkt für Kiribaum-Holz in Europa noch in einem relativ frühen Entwicklungsstadium befindet.

Bis 2017 ist die geplante Liquiditätsreserve des Fonds relativ hoch, da die laufenden Bewirtschaftungsmaßnahmen aus dem Anlegerkapital bezahlt werden müssen, da noch keine Erträge aus dem Holzverkauf erzielt werden. Von 2020 bis 2022 steigt die prognostizierte Liquiditätsreserve wieder deutlich auf über 4 Millionen Euro, um die Schlusserntemaßnahmen zahlen zu können.
Die WeGrow Bewirtschaftungs-GmbH erhält am Ende der Fondslaufzeit eine erfolgsabhängige Provision. Diese beträgt laut Prospekt 10 Prozent auf die vom Fonds erzielten Gesamtmittelrückflüsse zuzüglich Umsatzsteuer. Die „erfolgsabhängige“ Provision ist somit nicht davon abhängig, ob die Anleger die prognostizierte Gesamtausschüttung erhalten. Ein Erfolg liegt gemäß dieser Provisionsregelung bereits dann schon vor, wenn die Gesamtmittelrückflüsse über 0 liegen.

Im Kapital „Steuerliche Grundlagen“ wird auf Spanien nicht eingegangen. Dementsprechend geht die Anbieterin offenbar davon aus, dass weder Fonds noch Anleger in Spanien Steuern zu zahlen haben. Die Anleger erzielen laut Prospekt konzeptionsgemäß Einkünfte aus Gewerbebetrieb in Deutschland. Nach Angaben der Initiatorin befindet sich ein ergänzendes steuerliches Gutachten in der Erstellung und könne angefordert werden.

Investitionen

Die Fondsgesellschaft soll Kiribaum-Plantagen in Spanien anlegen, bewirtschaften und das Holz nach der Ernte verkaufen. Laut Gesellschaftsvertrag soll gemäß Unternehmensgegenstand „insbesondere“ in Spanien investiert werden. Insofern kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Fondsgeschäftsführung entscheidet, in anderen Ländern zu investieren.

Die „Aufwendungen für den Erwerb und die Herstellung des Investitionsobjektes“ betragen laut Investitions- und Finanzierungsplan rund 7 Millionen Euro bei Vollplatzierung. Eine Aufgliederung dieser Anschaffungskosten in einzelne Kostenpositionen enthält der Investitions- und Finanzierungsplan nicht. Laut Prospekt sind in den Anschaffungskosten insbesondere Pacht und Erwerb von Anbauflächen (180 Hektar geplant), Erwerb von Jungpflanzen (ca. 165.000 laut Prospekt) des Kiribaumes und Anlage, Bewirtschaftung und Beerntung der Plantagen enthalten. Da die einzelnen Kosten nicht benannt werden ist dem Prospekt beispielsweise nicht zu entnehmen, welchen Kaufpreis der Fonds für die Jungpflanzen des Kiribaumes an die Fondsanbieterin WeGrow GmbH voraussichtlich zu zahlen hat.

Das Investitionsvorhaben des Fonds befindet sich noch in einer relativ frühen Phase. Laut Prospekt wurde im Dezember 2013 der Vertrag über Projektentwicklung, Projektmanagement und operative Bewirtschaftung zwischen der Fondsgesellschaft und der WeGrow Bewirtschaftungs-GmbH geschlossen. Zudem wurden bis zum Zeitpunkt der Prospekterstellung mehrere potentielle Anbauflächen hinsichtlich ihrer Eignung bewertet. Laut Prospekt werden konkrete Vertragsverhandlungen über mehrere geeignete Anbauflächen geführt. Laut Prospekt bestehe „aufgrund der jüngsten Entwicklungen auf dem spanischen Immobilienmarkt aktuell die Chance, auch landwirtschaftliche Bewässerungsflächen zu relativ niedrigen Einkaufspreisen zu erwerben oder zu pachten“.

Laut Prospekt handelt es sich beim Kiribaum um den „schnellsten Edelholzbaum der Welt“. Er kann in Spanien laut Prospekt bereits nach fünf Jahren einen Stammdurchmesser von 25 bis 35 Zentimeter erreichen und sei dann für die Fertigung von Leimholzplatten und Rahmenkonstruktionsholz geeignet. Die Fondsgeschäftsführung erwartet, dass ab dem siebten Jahr erste Bäume mit einem Durchmesser von über 40 Zentimeter für die Produktion von Massivholz und Furnieren verkauft werden könne. In den ersten Jahren seien aufgrund der noch dünnen Stämme eine Verwendung für Holzpellets und Spanplatten möglich.

Ökologische Wirkung

Heranwachsende Bäume speichern große Mengen Kohlendioxid pro Jahr. Die abgeernteten Hölzer sollen hauptsächlich zu langlebigen Gütern verarbeitet werden, so dass das Kohlendioxid im Holz langfristig gebunden bleiben kann. Laut Prospekt können mit einer Kommanditeinlage von 5.000 Euro 2,5 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr so in dem Holz gebunden werden.

Bildhinweis: Kiri-Bäume nach mehrjährigem Wachstum. / Quelle: WeGrow GmbH

Laut Prospekt verbraucht der Kiribaum insgesamt weniger Wasser als andere Plantagenhölzer wie Pappel oder Eukalyptus. Allerdings ist laut Prospekt in den meisten Teilen Spaniens eine zusätzliche Bewässerung der Plantagenflächen notwendig. Im Vergleich zu Deutschland besteht in Spanien  – abhängig von der Region und dem konkreten Niederschlag eines Jahres – eine teilweise erhebliche Wasserknappheit, die durch die wasserintensive Agrarwirtschaft verschärft wird. Es existieren somit zwei gegenläufige ökologische Effekte: Der Kiribaum kann aufgrund der Bedingungen (Wärme) in Spanien schneller wachsen und mehr Kohlenstoffdioxid binden als in Deutschland, benötigt aber in der Regel in Spanien mehr Bewässerung als in Deutschland. Nach Angaben der Anbieterin werden nur auf Flächen mit gesicherter Wasserverfügbarkeit Fonds-Plantagen angelegt.

Der Kiribaum stammt nicht aus Europa. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der schnell wachsende Kiribaum tendenziell bei einer sehr langfristigen Betrachtung einheimische Baumarten verdrängen wird und das Ökosystem zum Negativen verändert.  Nach Angaben der Anbieterin werden für die KiriFonds-Projekte aber ausschließlich Zuchthybride angebaut, die aufgrund ihrer stark reduzierten Fertilität keine oder nur in einem stark unterdrückten Maße Samen ausbilden können, so dass eine Gefährdung der regionalen Flora nicht bestehe. Zudem verweist die Anbieterin darauf, dass ein Großteil der in Europa angebauten landwirtschaftlichen Kulturpflanzen ihren Ursprung auch außerhalb Europas haben. Nach derzeitigem Stand ist zudem davon auszugehen, dass der Klimawandel eine wesentlich höhere Beeinträchtigung für einheimische Baumarten darstellt als möglicherweise der Kiribaum.

Die Holznachfrage ist seit Jahrzehnten steigend. Damit einher geht teilweise ein Raubbau an bestehenden natürlichen Wäldern, insbesondere Regenwäldern. Der vermehrte Anbau von Plantagenhölzern kann daher eine Möglichkeit sein, um den Raubbau an Naturwäldern zu verringern bzw. die Zunahme des Raubbaus zu mindern. Insofern kann der Anbau von schnell wachsenden Kiribäumen ökologisch sinnvoll sein.

Risiko

Das Investitionsvorhaben des Fonds befindet sich noch in einer frühen Phase. Zum Zeitpunkt der Prospekterstellung wurden noch keine Anbauflächen gepachtet oder gekauft. Es besteht das Risiko, dass der Fonds für den Anbau von Kiribäumen geeignete Flächen nicht erwerben und pachten kann oder nur zu höheren Preisen als geplant. Dem Prospekt ist nicht zu entnehmen, dass die Fondsgeschäftsführung über geschäftliche Erfahrungen in Spanien verfügt. Auch wird nicht erwähnt, ob sich der Fonds externer Partner wie z. B. einer in Spanien ansässigen Rechtsanwaltskanzlei bedient, um Vertragsabschlüsse vor Ort zu erreichen. Grundsätzlich können Investitionen im Ausland erschwert sein, wenn der Investor nicht mit dem Rechtssystem, dem Behördenverhalten, den Genehmigungsverfahren, der Mentalität und ungeschriebenen Geschäftsregeln in dem Land langjährig vertraut ist. Auf Nachfrage von ECOreporter.de erklärt die Anbieterin, dass das Fondsmanagement seit der Projektentwicklung eng mit einer deutschen Anwaltskanzlei (aus Düsseldorf) für spanisches Recht kooperiere, die auch die aktuelle Projektumsetzung in sämtlichen rechtlichen Fragestellungen sowie in der Ausgestaltung der Flächenverträge eng betreue.  
Es besteht das Risiko, dass sich Flächen, die der Fonds pachtet oder kauft, nach dem Vertragsabschluss als nicht geeignet für den Anbau von Kiribäumen herausstellen. Möglich Gründe hierfür können beispielsweise die Bodenqualität, die regionalen klimatischen Verhältnissen oder die Bewässerungssituation sein. Grundsätzlich ist der Kiribaum als Naturprodukt Risiken wie Sturm, Feuer oder Schädlingsbefall ausgesetzt. Nach Angaben der Anbieterin ist es vorgesehen gegen Sturm und Feuer Versicherungen abzuschließen.

Der Fonds soll Umsatzerlöse durch Verkauf des Kiriholzes auf dem freien Holzmarkt erzielen. Im Prospekt wird ausführlich dargelegt, welche Vorteile und Qualitäten das Holz des Kiribaumes nach Einschätzung der Fondsanbieterin hat und warum eine steigende Nachfrage nach Kiriholz erwartet wird. Derzeit stellen laut Prospekt der Kiribaum und sein Holz in Europa noch ein Nischenprodukt dar. Grundsätzlich ist der Fonds auf Europa nicht angewiesen, sondern kann das Kiriholz auch weltweit, z.B. nach China, verkaufen. Es ist aber offen, wie sich die Nachfrage nach Kiriholz – europaweit und weltweit – entwickeln wird. Laut Prospekt ist die Nachfrage nach Holz und Bäumen auch Modebewegungen unterworfen. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass Holzeinkäufer und Konsumenten beispielsweise zum Zeitpunkt der geplanten Schlussernte Kiriholz wenig nachfragen. Bei den vom Fonds eingesetzten Kiribaum-Sorten handelt es sich plangemäß um gezüchtete Sorten der Fondsanbieterin. Es handelt sich hierbei um vergleichsweise neue Sorten, für die noch keine Erfahrungswerte über mehrere Jahre oder Jahrzehnte vorliegen. Es ist daher möglich, dass sich während der Fondslaufzeit beispielsweise herausstellt, dass die Kiribaum-Sorte(n) nicht das erwartete Holzwachstum aufweisen oder besonders empfindlich gegenüber einem bestimmten Schädling sind.

Die beiden Geschäftsführer der Komplementärin der Fondsgesellschaft sind in derselben Funktion auch bei der Fondsanbieterin WeGrow GmbH tätig. Zudem fungieren sie als Geschäftsführer bzw. Prokurist bei dem Unternehmen, mit dem der Fonds einen Vertrag über Projektentwicklung, Projektmanagement und operative Bewirtschaftung geschlossen hat. Die Kiribaum-Jungplanzen bzw. Setzlinge, in die der Fonds investiert, werden von WeGrow verkauft. Es handelt sich somit um Produkte von WeGrow, die durch die Auflage der Kiribaum-Fonds den Absatz der eigenen Produkte ankurbeln. Hier besteht ein nennenswertes Potential für Interessenkonflikte. Dem Prospekt ist nicht zu entnehmen, ob es außer den Fonds noch andere Käufer für die Kiribaum-Jungplanzen bzw. Setzlinge von WeGrow gibt. Mit Blick auf die Interessenkonflikte ist es zudem negativ zu bewerten, dass der Preis für die Kiribaum-Jungplanzen bzw. Setzlinge im Prospekt nicht genannt wird.

Stärken                    
Anbieterin mit Erfahrung aus zwei Kiribaum-Vorgängerfonds
Schnell wachsende Baumsorte mit Marktpotential
    
Schwächen
Potential für Interessenkonflikte
Anbauflächen noch nicht vertraglich gesichert
Fondsanbieterin ohne Nachweis von Geschäftserfahrung in Spanien

Chancen
Nachfrage nach Kiribaumholz steigt stärker als erwartet
    
Risiken
Trockenheit, Schädlingsbefall sowie – soweit nicht versichert – Feuer und Sturm
Nachfrage nach Kiribaumholz steigt nicht wie geplant

Fazit:

Finanziell


Der Fonds plant Anbauflächen in Spanien zu erwerben und/oder zu pachten und auf diesen Kiribäume anzupflanzen. Zum Zeitpunkt der Prospekterstellung sind noch keine Flächen gekauft oder gepachtet. Umsatzerlöse soll der Fonds in der zweiten Hälfte der geplanten Fondslaufzeit von rund zehn Jahren durch den Verkauf von Kiribaumholz erzielen. Grundsätzlich unterliegt der auf den Absatzmärkten erzielbare Holzpreis Schwankungen. Dementsprechend ist auch hinsichtlich der Ausschüttungshöhe an die Anleger schwerlich eine fundierte Prognose möglich. Die Gesamtausschüttungshöhe kann über der Prospektprognose liegen, aber auch deutlich darunter. In diesem Zusammenhang ist negativ zu sehen, dass eine erfolgsabhängige Provision an die WeGrow Bewirtschaftungs-GmbH schon dann zu zahlen ist, wenn die Gesamtausschüttung an die Anleger über 0 liegt, und nicht erst bei Erreichen der prognostizierten Ausschüttungshöhe.

Nachhaltigkeit

Bäume binden hohe Mengen an klimaschädlichen Kohlenstoffdioxid, das viele Jahre oder Jahrzehnte gespeichert bleibt, wenn das Holz zu langlebigen Gütern verarbeitet wird. Zudem kann schnell wachsendes Plantagenholz wie der Kiribaum, der im Rahmen des KiriFonds zusätzlich zu den natürlichen Waldvorkommen ausschließlich auf landwirtschaftlichen Flächen angebaut wird, tendenziell den Nutzungsaufdruck auf die Naturwälder mindern.

ECOreporter.de-Empfehlung

Eine Beteiligung an dem KiriFonds III Spanien geht mit größeren unternehmerischen Risiken und Chancen einher. Neben den üblichen mit Holzinvestments verbundenen Risiken ist beim vorliegenden Fonds zu bemerken, dass es in Europa erst vergleichsweise wenige Erfahrungen mit Kiribaum-Plantagen gibt und dass es der erste Fonds der Anbieterin mit dem Investitionsziel Spanien ist. Zudem besteht ein Potential für Interessenkonflikte, so dass Anleger der Anbieterin und der Fondsgeschäftsführung einen Vertrauensvorschuss gewähren müssten.

Basisdaten

Anbieterin und Gründungskommanditistin: WeGrow GmbH, Bonn
Fondsgesellschaft (Emittentin): KiriFonds III Spanien GmbH & Co. KG, Bonn
Komplementärin und Fondsgeschäftsführerin: WeGrow Beteiligungs-GmbH, Bonn
Treuhänderin: SG-Treuhand GmbH, Aurich
Beteiligungsform: Direktkommanditist oder Treugeber

Fondswährung: Euro
Gesamtfinanzierungsvolumen: 7,9 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen (ohne Agio): 7,5 Millionen Euro
Mindestzeichnungssumme: 5.000 Euro
Agio: 5 Prozent
Laufzeit: bis 31. Dezember 2023 (Prognosezeitraum), erstmaliges Kündigungsrecht zum 31. Dezember 2023

BaFin-Billigung: Ja
IDW-Prospektprüfungsbericht: Ja
Mittelverwendungskontrolle: Benrather Treuhandgesellschaft mbH, Düsseldorf
Sensitivitätsanalyse:  Ja
Haftsumme: 1 Prozent der Kommanditeinlage (Außenverhältnis), 100 Prozent (Innenverhältnis)
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