Der GSI-Fonds setzt vor allem auf Dünnschicht-Soalrmodule. Hier werden Module des weltweit führenden Herstellers First Solar montiert. / Quelle: Unternehmen

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ECOanlagecheck: Geschlossener Solarfonds Deutschland 3 von GSI

Ihren dritten Solarfonds hat die GSI Fonds GmbH & Co. KG aus Gräfelfing bei München aufgelegt. Der GSI Solarfonds Deutschland 3 beteiligt sich an mehreren bereits Strom erzeugenden Solarparks in Deutschland. Sie profitieren von der so genannten Übergangsregelung bei der Einspeisevergütung für Solarstrom. Anleger können sich ab 10.000 Euro beteiligen, ein Agio wird nicht erhoben. Der ECOanlagecheck analysiert das Angebot.

Der Fonds hat acht Solarparks erworben, vier in Sachsen-Anhalt, zwei in Bayern, je einen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Diese acht Freiflächen-Solaranlagen haben eine Nennleistung von insgesamt 31,53 Megawattpeak (MWp). Sechs der Anlagen liegen auf Gewerbeflächen und zwei auf Konversionsflächen. Konversionsflächen sind brachliegende Militär- oder Industrieflächen, die durch eine Nutzungsänderung wie dem Bau eines Solarparks eine Umwandlung („Konversion“) erfahren.

Laut Prospekt fallen alle acht Solaranlagen unter die vom Bundestag beschlossene Übergangsregelung bei der Einspeisevergütung für Solarstrom. Die Übergangsregelung besagt, dass Freiflächenanlagen mit einem Aufstellungsbeschluss (Beginn des Planungsverfahrens) bis zum 1. März 2012 noch die alten Einspeisevergütungen erhalten, wenn sie bis zum 30. Juni 2012 (Gewerbefläche) bzw. bis zum 30. September 2012 (Konversionsfläche) in Betrieb genommen werden. In diesem Fall erhalten die Anlagen noch die vor dem 1. April 2012 geltende höhere Einspeisevergütung. Nach Angaben der Anbieterin sind alle acht Solarparks des Fonds bis zum 30. Juni 2012 in Betrieb genommen worden und erhalten die höhere Einspeisevergütung.

Grundsätzlich ist es möglich, dass der Fonds neben den acht genannten Anlagen weitere Solarprojekte erwirbt. Bedingung hierfür ist, dass die Projekte laut ihrer jeweiligen Kalkulation mindestens so rentabel sind wie das Startportfolio.

Fondsinitiatorin und Leistungsbilanz

Der Solarfonds Deutschland 3 ist der dritte Solarfonds der Initiatorin und Anbieterin GSI Fonds GmbH & Co. KG. Die beiden ersten Solarfonds von GSI erwarben jeweils eine Freiflächenanlage in Sachsen-Anhalt und wurden bis Anfang 2011 bzw. Anfang 2012 vollständig platziert. Die Leistungsbilanz 2010 von GSI enthält dementsprechend noch keine Angaben zu den Solarfonds. Nach Angaben von GSI haben die Anleger des ersten Fonds für 2011 eine Ausschüttung von 9 Prozent statt der prognostizierten 7,5 Prozent erhalten. Gesellschafter der GSI Gruppe ist neben dem Management von GSI die Hamburger Privatbank M.M.Warburg & CO KGaA.

Eigenkapitalhöhe und Platzierungsgarantie

Gesamtinvestitionsvolumen: 57,17 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen: 14,25 Millionen Euro (24,9 Prozent)
Platzierungsgarantie: Ja
Fremdkapitalvolumen: 42,92 Millionen Euro (75,1 Prozent)

Der per Prospektnachtrag aktualisierte Investitions- und Finanzierungsplan basiert auf den acht vom Fonds bereits erworbenen Solarparks. Grundsätzlich ist es möglich, dass die Fondsgeschäftsführung weitere Solarparks einkauft und das Eigenkapitalvolumen auf bis zu 20 Millionen Euro erhöht.

Für sechs der Solarparks liegen laut Prospekt verbindliche Finanzierungszusagen der Deutschen Kreditbank AG vor. Bei den beiden anderen Solarparks sind die Finanzierungsangebote der DKB bzw. der Sparkasse Bremen noch unverbindlich. Der (voraussichtliche) Zinssatz der jeweils mit KfW-Mitteln erfolgten Finanzierungen liegt laut Prospekt bei 2,95 Prozent (DKB) bzw. 3,2 Prozent (Sparkasse Bremen).

Die Zinsbindungsfrist der jeweils 18 Jahre laufenden Kredite beträgt zehn Jahre. Für den Anschlusszeitraum kalkuliert die Anbieterin mit einem Zinssatz von 3,95 Prozent (DKB) bzw. 4,2 Prozent (Sparkasse Bremen).

Fondsnebenkosten
(in Prozent des Eigenkapitalvolumens ohne Agio)

Agio: 0 Prozent
Eigenkapitalvermittlung (ohne Agio): 10,0 Prozent
Konzeption/Marketing: 6,9 Prozent
Platzierungsgarantie: 1,5 Prozent
Beratungskosten: 5,6 Prozent
Sonstige Kosten: 0,9 Prozent
Gesamtweichkosten: 24,9 Prozent

Die Gesamtweichkosten liegen – aufgrund der hohen Beratungskosten und der Vergütung für die werthaltige Platzierungsgarantie – über dem Durchschnittsbereich der Solarfonds mit Parks aus Deutschland, die ECOreporter.de innerhalb des letzten Jahres untersucht hat.

Laufende Kosten

Technische Betriebsführung (inkl. Wartung, erstes Jahr): 11,6 Euro pro Kilowattpeak (kWp)
Kaufmännische Geschäftsführung (inkl. Fondsverwaltung, erstes Jahr): 3,4 Euro/kWp
Kostensteigerung (pro Jahr, technische Betriebsführung laut Vertrag): 1,0 Prozent bis 2,0 Prozent

Die Vergütung für kaufmännische Geschäftsführung (inkl. Fondsverwaltung) je kWp ist niedrig. Zudem sinkt diese Vergütung voraussichtlich leicht über die Fondslaufzeit, da ihre Höhe vom Stromerlös abhängig ist. Auch die Kosten für die technische Betriebsführung je kWp liegen unter dem Durchschnitt bei Solarfonds. Dafür erhalten die Betriebsführer eine zusätzliche Vergütung, wenn die Stromerlöse über der Prognose liegen. Diese erfolgsabhängige Vergütung beträgt 25 Prozent bzw. 30 Prozent der Mehrerlöse.

Laufzeit und Ausschüttungen

Laufzeit: 20 Jahre (Planung), erstmaliges Kündigungsrecht zum 31. Dezember 2032
Gesamtausschüttung (Kalkulation): 220,8 Prozent (inkl. 100 Prozent Kapitalrückzahlung)
Ausschüttung durch Verkaufserlös (Kalkulation): 2 Prozent
Renditeprognose vor Steuern pro Jahr (IRR): 6,9 Prozent
Einkunftsart: Einkünfte aus Gewerbebetrieb
Einkaufsfaktor (Kaufpreis/Stromerlöse erstes Jahr): 9,1
Gesamtinvestition: 1813 Euro/kWp
Einspeisevergütung: 17,94 Eurocent/kWh (Gewerbefläche); 18,76 Eurocent/kWh (Konversionsfläche)                  

Die Pachtverträge können nach 20 Jahren mehrmals um ein Jahr bis zu insgesamt zehn Jahren verlängert werden, so dass Mehrerlöse aus einem Verkauf oder Weiterbetrieb der Solarparks nach 20 Jahren denkbar sind. Bei drei der acht Solarparks hat die Fondsgesellschaft mit dem Generalunternehmer vertraglich vereinbart, dass dieser die Solarparks nach 20 Jahren zu fünf Prozent des ursprünglichen Kaufpreises von der Fondsgesellschaft erwirbt.

Der Einkaufsfaktor des Fonds liegt mit 9,1 auf dem Marktniveau des Vorjahres, da nicht nur die Einspeisevergütung Anfang 2012 um rund 20 Prozent reduziert wurde, sondern auch die vom Fonds realisierten Einkaufspreise für die schlüsselfertigen Solarprojekte prozentual ungefähr im gleichen Umfang gesunken sind. Die Anlagenkaufpreise des Fonds liegen zwischen 1.545 Euro/kWp und 1.742 Euro/kWp.

Technik und Erträge

In sechs der acht bereits vom Fonds erworbenen Solarparks (60 Prozent des Gesamtportfolios bezogen auf die Nennleistung) werden Dünnschichtmodule des US-amerikanischen Herstellers First Solar verwendet. Bei einem Solarpark (8 Prozent) kommen CIS-Dünnschichtmodule vom japanischen Hersteller Solar Frontier zum Einsatz. Im mit 10 MWp größten Solarpark (32 Prozent) wurden polykristalline Module des deutschen Qualitätsherstellers Solarworld aus Bonn verbaut. Die Wechselrichter in allen Solarparks kommen vom deutschen Weltmarktführer SMA Solar Technology AG aus Niestetal bei Kassel.
Generalunternehmerin von sieben Solarparks des Fonds ist Belelectric aus Kolitzheim in Bayern. Das Unternehmen ist einer der führende Solarprojektierer und hat 2010/2011 Solarparks mit einer Nennleistung von insgesamt mehr als 700 MW errichtet. Den achten Solarpark hat der Modulhersteller Solarworld als Generalunternehmer selbst realisiert.

Solaranlage mit Modulen von SolarWorld. / Quelle: Unternehmen

Für jeden Solarpark wurden zwei Ertragsgutachten von den renommierten Gutachtern Fraunhofer Institut, Ingenieurbüro Bergmann, Dr. Littmann Consulting und meteocontrol erstellt. Die Gutachter erwarten im Durchschnitt aller Anlagen einen Stromertrag von 1.004 kWh/kWp. Für die Prospektkalkulation hat die Anbieterin nach eigenen Angaben auf diesen Wert einen Sicherheitsabschlag von 0,7 Prozent vorgenommen. Die jährliche Degradation (Leistungsabnahme) wird mit 0,5 Prozent für Dünnschichtmodule und 0,2 Prozent für die polykristallinen Module kalkuliert.

Ökologische Wirkung

Die Solarparks wurden auf Freiflächen errichtet, die als Gewerbeflächen ausgewiesen sind oder als Konversionsflächen gelten. Die bei der Mehrheit der Solarparks des Fonds verwendeten Dünnschichtmodule von First Solar basieren auf der Cadmiumtellurid (CdTe)-Technologie. Die Entsorgung von alten CdTe-Dünnschichtmodulen ist aufgrund der enthaltenen umweltschädlichen Stoffe nicht unproblematisch. First Solar hat deswegen ein umfassendes Rücknahme- und Recycling-Programm für seine Module entwickelt. Die energetische Amortisationszeit von Dünnschichtmodulen ist im Vergleich zu kristallinen Modulen mit ungefähr einem Jahr besonders gering. In dieser Zeit erzeugen die Solaranlagen die Energiemenge, die bei Herstellung, Transport und Wartung der Anlagen verbraucht werden.

Mit der Stromproduktion des Solarparks können voraussichtlich jährlich circa 20.000 Tonnen CO2 gegenüber der Stromgewinnung aus konventionellen Kraftwerken eingespart werden. Mit der produzierten Strommenge können bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh rund 9.000 Haushalte jährlich versorgt werden.

Risiko

Die acht vom Fonds bereits erworbenen Solarparks sind nach Angaben der Anbieterin bereits im Betrieb, so dass demnach keine Fertigstellungsrisiken bestehen. Der Probebetrieb ist noch nicht beendet, so dass die Endabnahme noch nicht erfolgt ist. Zudem kann die Fondsgeschäftsführung grundsätzlich weitere Solarparks erwerben, bei denen eventuell Fertigstellungsrisiken bestehen könnten. Insgesamt ist das Investitionsrisiko des Fonds reduziert, da der Fonds auf große, renommierte Vertrags- und Projektpartner setzt und zudem über strenge Anlagerichtlinien verfügt.

Die Fremdfinanzierungen und ihre Konditionen sind noch nicht für alle Solarparks gesichert. Daher besteht das Risiko, dass sich beispielsweise die Zinskonditionen bis zum Vertragsabschluss verschlechtern.

Stärken 
Risikostreuung über mehrere Standorte
Renommierte Generalunternehmer und Modul- und Wechselrichterhersteller
Geringe laufende Kosten

Schwächen
Erhöhte Weichkosten

Chancen
Geringere Degradation der Module
Verkaufserlös nach 20 Jahren

Risiken
Zinssteigerung nach Ende der Zinsbindung

Fazit:

Finanziell


Der Fonds hat mehrere Solarparks in Deutschland erworben, die unter die Übergangsregelung des EEG fallen und somit noch die höhere Einspeisevergütung von Anfang 2012 erhalten. Zudem sind die laufenden Kosten gering, so dass trotz der erhöhten Weichkostenquote die Renditeerwartung leicht überdurchschnittlich hoch ist. Bei der Auswahl der Projekt- und Vertragspartner wurde nicht gespart, sondern mit First Solar und Solarworld (Module), SMA (Wechselrichter) und Belelectric (Generalunternehmer) auf Qualität gesetzt.

Nachhaltigkeit

Insgesamt ein Investment in nachhaltige Energieerzeugung.

ECOreporter.de-Empfehlung

Für ihren dritten Solarfonds hat GSI in einer günstigen Marktphase qualitativ hochwertige Solarprojekte zu guten Konditionen eingekauft. Dementsprechend bietet der Fonds für Anleger ein überzeugendes Preis-/Leistungsverhältnis.

Basisdaten

Anbieterin und Prospektverantwortliche: GSI Fonds GmbH & Co. KG, Gräfelfing
Fondsgesellschaft (Emittentin): GSI Solarfonds Drei GmbH & Co. KG, Gräfelfing
Komplementärin: GSI Solarfonds Drei Verwaltungs GmbH, Gräfelfing
Treuhänderin: KSO Treuhandgesellschaft mbH Steuerberatungsgesellschaft, Düsseldorf
Beteiligungsform: Treuhänder, Umwandlung in Direktkommanditist möglich

Fondswährung: Euro
Gesamtinvestitionsvolumen: 57,17 Millionen Euro
Eigenkapitalvolumen (ohne Agio): 14,25 Millionen Euro
Mindestzeichnungssumme: 10.000 Euro
Agio: 0 Prozent
Laufzeit: 20 Jahre (Planung), erstmaliges Kündigungsrecht zum 31. Dezember 2032

BaFin-Gestattung: Ja
Leistungsbilanz: Ja
IDW-Prospektprüfungsbericht: Ja
Mittelverwendungskontrolle: Hanseatic GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg
Sensitivitätsanalyse: Ja
Haftsumme: 10 Prozent der Kommanditeinlage (Außenverhältnis), 100 Prozent (Innenverhältnis)
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