19.02.13 ECOanlagecheck , Solarenergie-Investments

ECOanlagecheck: Wasserkraftzins I von Dive Turbinen


Das Angebot

Die Laufzeit der Nachrangdarlehen ist grundsätzlich unbefristet. Eine Kündigung ist erstmals – mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten – zum 31. Dezember 2017 möglich. Die Grundverzinsung beträgt 7,5 Prozent. Die Verzinsung erhöht sich auf bis zu 15 Prozent pro Jahr, falls der handelsrechtliche Jahresüberschuss über 500.000 Euro liegen sollte. Bei einem niedrigeren Jahresüberschuss von über 100.000 Euro (200.000 Euro) beträgt die Gesamtverzinsung 9,5 Prozent (12,5 Prozent).

Grundsätzlich ist auch die Zahlung der Grundverzinsung von der Bonität der Darlehensnehmerin abhängig. Ein Nachrangdarlehen ist ein Darlehen, das (z. B. bei einer Insolvenz) erst nach den nicht nachrangigen Darlehen bedient wird. Das vorliegende Nachrangdarlehen ist nachrangig zu allen Forderungen gegenwärtiger und zukünftiger Gläubiger und nicht besichert. Ein Anspruch der Anleger auf Verzinsung und Rückzahlung der Nachrangdarlehen ist solange und soweit ausgeschlossen, wie die Verzinsung/Rückzahlung die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens bei der Darlehensnehmerin herbeiführen würde. Ein Nachrangdarlehen ist aber vorrangig zum Kommanditkapital (Eigenkapital). Die Kommanditisten (Eigentümer des Unternehmens) dürfen kein Kapital aus dem Unternehmen entnehmen, wenn und solange die Nachrangdarlehensgeber nicht bedient worden sind.

Die Darlehensgeber (Anleger) haben keine Mitwirkungsrechte bei der Darlehensnehmerin. Laut Anlegerinformationstext erhalten die Anleger mindestens einmal jährlich Informationen über die Entwicklung der Darlehensnehmerin. Die Zusendung ist nach Feststellung des Jahresabschlusses vorgesehen. Das Darlehensvolumen des Wasserkraftzins I ist auf 500.000 Euro begrenzt. Zudem ist die Zahl der Anleger auf maximal 20 limitiert, so dass keine BaFin-Prospektpflicht besteht. Die Darlehensnehmerin stellt Interessenten eine achtseitige Anlegerinformation und den Darlehensvertrag zur Verfügung.

Das Unternehmen

Die Dive Turbinen GmbH & Co. KG wurde im Juli 2012 gegründet. Das Kommanditkapital beträgt nach Aussage der Anbieterin 260.000 Euro. Das Unternehmen ist eine Ausgründung der Fella Maschinenbau GmbH, ebenfalls in Amorbach im bayerischen Odenwald ansässig. Fella Maschinenbau wurde 1949 gegründet, hat rund 50 Mitarbeiter und ist im Maschinen- und Anlagenbau sowie als Zulieferer der Industrie tätig. Beispielsweise hat das Unternehmen ein zweiachsiges Nachführsystem für Photovoltaikanlagen konstruiert. Für die Entwicklung der Dive-Turbine hat Fella Maschinenbau von der bayerischen Landesstiftung den Bayerischen Umweltpreis 2009 für „hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des Umweltschutzes“ verliehen bekommen.

Im Unternehmen Dive Turbinen sind laut Anlegerinformation fortan alles Aktivitäten konzentriert, die im Zusammenhang mit der Dive Turbinen stehen, insbesondere deren Planung, Konstruktion und Vermarktung. Die Ausgründung des Dive Turbinen-Geschäftes aus der Fella Maschinenbau GmbH erfolgte laut Pressemitteilung „um die Dive Turbine im internationalen Wassermarkt als eigene Marke zu positionieren“.

Die Turbine

Die Dive-Turbinen sind laut Anlegerinformation für den Leistungsbereich von 50 kW bis 1,3 MW je Turbineneinheit ausgelegt, so dass sie in kleinen Wasserkraftwerken zum Einsatz kommen. Weltweit sind bislang 14 Turbinen von Dive-Turbinen – überwiegend in Deutschland und Österreich, aber auch zwei in Chile – in Betrieb. Im Januar 2013 hat Dive Turbinen laut Pressemeldung einen Auftrag für drei 900 kW Dive-Turbinen aus Frankreich bekommen. Mit diesem Großauftrag wird den Angaben nach die weltweit installierte Dive-Turbinen-Leistung auf 5,4 MW verdoppelt.

Nach Angaben des Herstellers Dive Turbinen können die Turbinen sowohl in neuen Kraftwerken, bestehenden als auch bei der Modernisierung und Leistungserweiterung von bestehenden Kraftwerken eingesetzt werden. Innovativ seien die direkte Verbindung von Turbine und Generator sowie der drehzahlenvariable Betrieb. Die Turbinen sitzen vollständig unter Wasser sitzen und seien sehr geräuscharm.

Fazit

Bei der Dive-Turbine handelt es sich um eine interessante, ökologisch sinnvolle Technologie. Kurz nach Platzierungsstart konnte Dive Turbinen bereits einen Großauftrag verbuchen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass auf Grundlage der achtseitigen Anlegerinformationen eine tiefgehende Markt- und Unternehmensanalyse nicht möglich ist. Es kann daher nicht fundiert beurteilt werden, ob die Ausgründung nicht eventuell auch aus Risikoerwägungen vorgenommen wurde. Daher ist das Nachrangdarlehen nur für risikofreudige, ökologisch orientierte Anleger geeignet, die das unternehmerische Risiko einer Risikokapitalbeteiligung tragen wollen und können.
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