Der Firmensitz der Hannover Rück. Der Konzern hat den Gewinn verbessert. / Foto: Unternehmen

17.11.16 Aktientipps , Aktien-Favoriten

ECOreporter-Favoriten-Aktie Hannover Rück: Jetzt kaufen oder verkaufen? Der Aktientipp für konservative Anleger

Hannover Rück ist der drittgrößte Rückversicherungskonzern der Welt. Die Aktie notiert im MDAX. Sie ist auch eine  ECOreporter-Favoriten-Aktie (Link entfernt), und zwar aus der  Kategorie Mittelklasse (Link entfernt). Der Konzern hat neue Zahlen vorgelegt – ist die Aktie ein Kauf? Der ECOreporter-Aktien-Tipp liefert Ihnen die Einschätzung und Hintergründe.

Hannover Rück aus Hannover hat 2016 den Konzerngewinn für die Zeit vom Jahresanfang bis 30. September (neun Monate) gesteigert. Die beiden wichtigsten Geschäftsfelder, die Schaden- und Personen-Rückversicherung, haben die Erwartungen erfüllt. Die gebuchte Bruttoprämie aus Einnahmen und Versicherungen reduzierte sich zwar um 3,8 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro, das lag jedoch im Rahmen der Erwartungen. Im gleichen Zeitraum 2015 hatte die Bruttoprämie 12,9 Milliarden Euro betragen.

Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) beendete der Versicherungskonzern zum 30. September 2016 aufgrund guter Geschäftsergebnisse in der Rückversicherung sowie solider Kapitalerträge mit 1,189 Milliarden Euro, bis auf eine Million Euro Unterschied als im Vorjahr. Besonders daran: 2015 hatte es einen positiven Sondereffekt gegeben – dieses Jahr wurde das gleiche Ergebnis ohne einen Sondereffekt erzielt. Der Konzernüberschuss legte ebenfalls zu, um 0,5 Prozent auf 790 Millionen Euro. Im 9-Monatszeitraum 2015 betrug der Konzernüberschuss 786 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie steigerten die Hannoveraner auf 6,55 Euro je Aktie (2015: 6,52 Euro).

Schaden-Rückversicherung mit gutem Ergebnis

Das Angebot für Rückversicherungen übersteige weiterhin die Nachfrage, sodass der Druck auf Preise und Konditionen bestehen bleibe, meldet das Unternehmen. In Nordamerika, Lateinamerika und Australien hat die Hannover Rück turnusgemäß Versicherungsverträge mit Erstversicherern erneuert und dabei weiterhin darauf geachtet, Margen zu erzielen und nicht nur Geschäftsvolumen. Das zweite Quartal 2016 war stark durch Schäden belastet, das dritte Quartal wesentlich weniger.

Guter Ergebnisbeitrag in der Personen-Rückversicherung

Die Personen-Rückversicherung entwickelte sich kontinuierlich und trug einen positiven Beitrag zum Konzernergebnis bei. Die Bruttoprämien reduzierten sich aber auf 5,3 Milliarden Euro (2015: 5,6 Milliarden Euro). Der Grund: Das Verhältnis der Wechselkurse US-Dollar und Australischen Dollar zum Euro.

Das Ergebnis aus Kapitalanlagen ist sehr positiv

Der Bestand der selbstverwalteten Kapitalanlagen wuchs aufgrund weiterer Barmittelzuflüsse zum 30. September 2016 auf mittlerweile 40,7 Milliarden Euro an. Am Jahresanfang lagen sie noch bei 39,3 Milliarden Euro. Trotz der niedrigen Zinsen erreichten die Kapitalerträge 852 Millionen Euro. 2015 betrugen die Kapitalerträge allerdings noch 912,5 Millionen Euro. Dass es 2015 so viel mehr war, lag im Wesentlichen an einer Ergebnis- oder Gewinnbereinigung in 2015.

Der Großteil des Ergebnisses entfiel auf von dem Konzern gehaltene Immobilien und börsennotierte Aktien, da einzelne Titel im Zuge des Brexit teilweise erheblich verloren. Das Kapitalanlageergebnis aus selbstverwalteten Anlagen betrug in den ersten drei Quartalen 2016 896,5 Millionen Euro – deutlich weniger als die 931,8 Millionen Euro des Vorjahreszeitraums. Die Jahresrendite liegt bei 3 Prozent und damit über der Prognose des Vorstands der Hannover Rück der 2,9 Prozent prognostiziert hatte.

Ausblick

Die Hannover Rück ist aufgrund ihrer Ergebnisse für die ersten neun Monate 2016 auf einem guten Weg, ihre Jahresziele zu erreichen. Das Unternehmen geht von einem stabilen bis leicht rückläufigen Bruttoprämienvolumen aus. Das Ergebnis für 2016 wird noch davon abhängen, ob die Rückversicherung evtl. in den letzten Jahreswochen noch Großschäden verdauen muss. Für 2017 rechnet der Versicherungskonzern mit stabilen bis leicht rückläufigen Bruttoprämien. Die Rendite aus eigenen Kapitaleinlagen wird bei 2,7 Prozent anvisiert und ein Netto-Konzerngewinn von mehr als 950 Millionen Euro erwartet – wenn keine unerwartet großen Schäden oder nicht vorhergesehene negative Kapitalmarktentwicklungen eintreten.

Fazit

In den wichtigsten Unternehmens- und Bewertungskennzahlen hat die Hannover Rück zugelegt. Der Wahlsieg Donald Trumps dürfte der Versicherungsbranche und somit auch der Hannover Rück weiteren Auftrieb geben, denn Trump gilt als Gegner der lockeren Geldpolitik und wird versuchen, diese zu beenden und die US-Notenbank FED zu einer Erhöhung des Leitzinses zu bewegen. Die Dividende für 2016 soll 4,84 Euro betragen. Im Vergleich zum Vorjahr wäre das eine Steigerung von 1,9 Prozent. Für 2015 schüttet das Unternehmen 4,75 Euro je Aktie aus. Die Aktie der Hannover Rück weist somit eine beachtenswert hohe Dividendenrendite von aktuell (17.11.) 4,8 Prozent aus. Die Ausschüttungsquote, also der prozentuale Anteil des Unternehmensgewinns der an die Aktionäre in Form von Dividenden ausgeschüttet wird, liegt für 2016 voraussichtlich bei sehr stabilen 55,3 Prozent.

Die Aktie ist weiterhin – beim heutigen (16.11.) Kurs von 102,10 Euro für langfristig und konservativ orientierte Anleger ein Kauf.

Hier stellen wir die ECOreporter-Favoriten-Aktie Hannover Rück ausführlicher vor (Link entfernt).

Hannover Rück: ISIN: DE0008402215 / WKN: 840221 
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