27.08.02 Nachhaltige Aktien , Meldungen

ECOreporter.de-Grundkurs nachhaltige Geldanlage - Blatt fünf: Nicht gut, sondern besser - Nachhaltige Unternehmen sind erfolgreich

Nachhaltige Geldanlagen führen nicht nur zu einem Mehrwert auf ökologischem und sozialem Gebiet, sondern auch in der Ökonomie. Der Anleger merkt das an besseren Renditen nachhaltiger Kapitalanlagen. Und die nachhaltigen Geldanlagen kommen letztlich nachhaltigen Unternehmen zugute, deren ökonomischer Erfolg sich beispielsweise in den Gewinnen und der Zahl der Arbeitsplätze niederschlägt.

Am Rande sei bemerkt: Nachhaltiges Investment und Grünes Geld haben nichts mit Renditeverzicht zu tun, es dreht sich auch nicht um Spenden. Etliche Untersuchungen auch ganz konventioneller Bankhäuser haben beispielsweise bei Aktien gezeigt: Wer nachhaltig investiert, erzielt eine mindestens ebenso hohe Rendite wie bei einem konventionellen Investment. Gleichzeitig ist seine Kapitalanlage jedoch weniger Schwankungen ausgesetzt. Ein großer Vorteil - sinkt doch die Gefahr, dass gerade dann, wenn man seine Aktien verkaufen will, um etwa ein Haus zu bauen, die Kurse besonders gesunken sind.

Doch Erfolg hatten nicht nur Aktiengesellschaften: Grüne Direktbeteiligungen an Windparks entwickelten sich seit Ende der neunziger Jahre zu einem Verkaufsschlager. Und die Rendite Nachhaltiger Investmentfonds steht konventionellen Finanzprodukten in nichts nach.

Nachhaltige Unternehmen produzieren kostengünstiger als ihre nicht-nachhaltigen Konkurrenten. Dank ihres Umweltmanagements beispielsweise sparen sie Energie und verringern ihr Abfallaufkommen.

Chancen entschlossen nutzen
Nachhaltige Unternehmen nutzen mehr Chancen. Das macht sie ökonomisch erfolgreicher, was etwa bei Aktiengesellschaften den Kurs der Aktie nach oben treibt. Nachhaltige Unternehmen erkennen schneller neue Marktchancen. Denn sie stellen sich den gesellschaftlichen Anforderungen offen gegenüber, und sie legen viel Wert auf den Dialog mit Anspruchsgruppen, Bevölkerung und Politik. Dadurch können sie schneller als andere erkennen, welchen Bedarf sie in den nächsten Jahren decken könnten. Zukunftsmärkte wie beispielsweise den der Regenerativen Energien besetzen Nachhaltige Unternehmen früher als Mitbewerber; damit erschließen sie sich neue Geschäftsgebiete.

Allein in der Windkraftbranche entstanden in den letzten Jahren rund 35.000 direkte Arbeitsplätze in Deutschland. Schätzungen zufolge sollen bis 2020 durch die Erneuerbaren Energien insgesamt 200.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Dabei gewinnt die Branche zunehmend an Bedeutung für andere Wirtschaftzweige, darunter strukturschwache Bereiche wie das Baugewerbe und die Stahlindustrie. Auch den vom Strukturwandel gebeutelten deutschen Landwirten kommt der Erfolg der Windbranche zugute. Die Bauern profitieren von Pachteinnahmen aus den Standorten der Windturbinen in Millionenhöhe.

Risiken konsequent verringern
Nachhaltige Unternehmen bieten weniger Risiken. Das verringert gerade bei Aktiengesellschaften die Gefahr plötzlicher Kurseinbrüche - gut für die Aktionäre. Aber auch gut für die Mitarbeiter: Sie müssen weniger fürchten, dass eine plötzliche Krise des Unternehmens ihnen den Arbeitsplatz raubt.

Warum nachhaltige Unternehmen weniger risikoanfällig sind? Ein Beispiel: Mittlerweile gelten als nachhaltig nur Unternehmen, die ein Umweltmanagement haben. Aufgabe dieses Umweltmanagements ist es, jedes Jahr kontinuierlich die Umweltbelastungen des Unternehmens zu senken. Das Umweltmanagement achtet auch darauf, dass im Unternehmen immer weniger Stoffe eingesetzt werden, die gefährlich sind. In einem solchen Unternehmen ist die Chance gering, dass die Firma wegen der Verwendung gesundheitsschädlicher Stoffe verklagt wird, ganze Produktlinien vom Markt nehmen muss oder den Betrieb komplett einstellen muss.

Mehr und mehr eine Imagefrage
Das ständige Bemühen um mehr Umweltschutz und soziales sowie gesellschaftliches Engagement stärkt auch das Image der nachhaltigen Firmen. So vermeiden sie Imageschäden, die die unternehmerische Existenz gefährden können oder zumindest zu drastischen Umsatzeinbrüchen führen. Wieviel Bedeutung das intakte Image eines Unternehmens hat, musste selbst der Ölmulti Shell einsehen. Das milliardenschwere Unternehmen wurde Mitte der Neunziger Jahre von der Umweltorganisation Greenpeace im Streit um die geplante Versenkung der Ölförderplattform Brent Spar in die Knie gezwungen.

Nachhaltige Unternehmen haben dauerhafte Imagevorteile. Insbesondere bei Markenartikeln wirkt sich das Image auf den unternehmerischen Erfolg entscheidend aus. Das erleichtert es den nachhaltigen Unternehmen, die besseren Mitarbeiter an sich zu binden. Mitarbeiter dieser Firmen profitieren von qualifizierten Arbeitsplätzen und einer fortschrittliche Firmenkultur, das steigert die Motivation.
Ein wirksames Nachhaltigkeitsmanagement ist ein komplexer Vorgang, der nur durch ein fähiges Management in Gang gesetzt und begleitet werden kann. Unternehmen mit einer guten Nachhaltigkeitsperformance haben deshalb nach Meinung von Fachleuten auch eine leistungsfähigere Führung als die Konkurrenz.

Dem Klimawandel aktiv entgegenwirken
Mit globalen Problemen wie dem Klimawandel setzen sich Nachhaltige Unternehmen aktiver auseinander. Vor allem um die Verringerung von klimaschädlichen Emissionen bemühen sich die Firmen. Schon innerhalb einzelner Branchen bestehen gewaltige Unterschiede. So kommt der umweltfreundlichste Autohersteller mit dem 35zigsten Teil der CO2-Emissionen für die Produktion eines Fahrzeugs aus als weniger effektive Konkurrenten. Das hat nicht nur für die Umwelt weitreichende Folgen; die Nutzung treibhausgasintensiver Energieträger wird in immer mehr Industriestaaten durch Abgaben sanktioniert. Und es gibt weitere finanzielle Risiken: Unternehmen, deren Schadstoffausstoß die gesetzlichen Grenzen überschreitet müssen, mit empfindlichen Buß- und Strafgelder rechnen. Im schlimmsten Fall droht gar der Entzug von Betriebsgenehmigungen. Die staatliche Normierung verschärft sich überdies, nicht zuletzt durch die Verfeinerung der Analysemethoden, laufend. Unternehmen, die den Anschluss verpassen laufen Gefahr, durch immer höhere Kosten für die notwendige Umstellung oder Anpassung der Produktionsverfahren erdrückt zu werden.

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Bilder: Zahnrad der Centrotec AG; Aluminiumrecycling bei Interseroh; Windräder der spanischen Gamesa SA; Tropenholzplantage der Futuro Forestal
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