28.08.02 Nachhaltige Aktien , Meldungen

ECOreporter.de-Grundkurs nachhaltige Geldanlage - Blatt vier: Nachhaltige Geldanlage hat Folgen

Grünes Geld schafft Umweltnutzen: Es hilft, Treibhausgase zu vermeiden, es führt dazu, dass Konzerne Energie sparen, ökologischer einkaufen, weniger Abfall produzieren.

An der Bedeutung der Windenergie kommt in Deutschland keiner mehr vorbei: In manchen norddeutschen Regionen stammen schon über 25 Prozent des Stroms aus Wind. 45.000 Arbeitsplätze haben die Windindustrie und ihre Zulieferer geschaffen. In wenigen Jahren werden andere Länder mit mehr Wind Deutschland den Rang als größter Windstromproduzent zwar abnehmen, aber die Technik dort wird wiederum oft aus Deutschland stammen. Dass das alles möglich wurde, haben private Anleger erreicht: Sie haben in den neunziger Jahren mit ihrem Investment in http://www.eco-reporter.de/index.php?action=_sun&suchwort=Windfonds&tx_ttnews[backPID]=2&no_cache=1>Windfonds die Branche sozusagen mit begründet, indem sie Kommanditanteile an Windfondsgesellschaften erworben haben. Die errichteten mit dem Geld der Anleger Windkraftanlagen, die klimaschonend Strom produzieren. Ohne nachhaltiges Investment gäbe es die inzwischen über 15.000 Windkraftwerke in Deutschland nicht. Das Plus für die Umwelt ist offensichtlich.
Meist haben die Wind-Kommanditisten recht gute Renditen erzielt. Ende der neunziger Jahre haben viele ökologisch orientierte Anleger dann eher in Aktien investiert, vorzugsweise von kleinen Windenergie-Aktiengesellschaften. Sie haben die Kapitalerhöhungen der Gesellschaften mitgemacht und damit einer Branche zu Eigenkapital verholfen, die noch sehr jung war. Die Aktienkurse schossen zunächst steil nach oben, fielen dann aber auch stark ab. Neue Windkraftwerke und damit Stromerzeugung ohne Treibhausgase haben auch diese Aktienkäufer ermöglicht - wer zu spät wieder ausstieg, erlitt allerdings Kursverluste.

Das Beispiel zeigt: Viele grüne Investments hatten einen direkt erkennbaren Mehrwert für die Umwelt. Andere Investments haben einen mindestens ebenso großen Effekt, der jedoch schwieriger zu beziffern ist, weil er eher indirekt wirkt. Beispiele dafür bieten die Investments in nachhaltige Konzerne, die keine Umweltprodukte herstellen, sondern konventionelle Waren oder Dienstleistungen - aber auf besonders nachhaltige Weise.

Die Deutsche Telekom AG beispielsweise verringerte ihre CO2-Emissionen aus Strombezug und Eigenerzeugung von 1997 (2,08 Millionen Tonnen) bis 2000 um 26 Prozent. Das Unternehmen akzeptiert nur Lieferanten, die die internationalen Umweltmanagementnormen erfüllen.

Grüne Geldanlage bringt"s
Wirkt sich nachhaltiges Investment denn praktisch auf die Umwelt aus? Kann damit Einfluss auf die Unternehmen ausgeübt werden? Um es vorweg zu nehmen: Ja - aber. Es nutzt, aber auf verschlungenen Wegen. Starten wir bei der Kapitalerhöhung einer jungen Aktiengesellschaft. Hier gibt der Anleger der AG Geld, das sie nicht verzinsen muss, da es sich um Eigenkapital handelt. Manchmal führt überhaupt erst das Kapital der Aktionäre dazu, dass das Unternehmen tätig werden kann und beispielsweise beginnt, Solarzellen zu produzieren, Wasserreinigungsanlagen oder energiesparende Häuser.

Nun zum nachhaltigen Investment bei alteingesessenen, börsennotierten Unternehmen. Wie merken die überhaupt, dass es nachhaltige Investoren gibt - schließlich werden die Aktien solcher Konzerne oft millionenfach pro Tag gehandelt?

Die Antwort muss lauten: Die Konzerne bemerken das kaum durch den Kauf der Aktien, sondern eher durch Investmentfonds, die mit dem Geld ihrer Anleger umweltbewusst umgehen. Sie haben definierte Kriterien für ihre Investition. Die Vorstände von Aktiengesellschaften wissen, wann ihre Aktien gute Chancen haben, in einen Fonds aufgenommen zu werden: Wenn Sie bestimmte Umwelt-Kriterien erfüllen. Groß-Investoren wie Fonds, aber auch Pensionskassen, Banken und Versicherungen sammeln und investieren Millionenbeträge. Ihr Verhalten hat Signalwirkung. Sie beweisen den Vorständen, dass sich die Bemühungen eines Konzerns um Umweltschutz oder das Engagement in Nachhaltigkeit finanziell lohnt. Die Nachhaltigkeitsfonds erzeugen durch ihre Untersuchungen der Aktiengesellschaften Druck auf die Unternehmen, damit diese Umweltdaten veröffentlichen. Damit stärken sie dem Umweltmanagement der Unternehmen das Rückgrat und tragen so dazu bei, in den Unternehmen selbst die umweltengagierten Mitarbeiter zu unterstützen.

Andere Unternehmen erkennen, dass sich umweltorientiertes Verhalten durch steigende Aktienkurse auszahlen kann und werden versuchen, dies nachzuahmen. Neugründungen in diesem Bereich werden einfacher, da der Markt schneller und positiver reagiert.


Ökologischer Mehrwert im Kleinen
Grünes Geld hat nicht nur einen Umwelt-Nutzen, wenn es um die Börse geht, um die "Big Player". Sondern auch, wenn kleine Projekte zu finanzieren sind. Es gibt eine breite Palette festverzinslicher Anlagemöglichkeiten mit grünem Profil. Darunter findet sich das gute alte Sparbuch aber auch Festgelder, Sparverträge oder Anlagepläne. Mit dem dort festgelegten Geld werden Biobauernhöfe finanziert, Energieprojekte wie Biogas- oder Solaranlagen, ökologische Wohn- und Gewerbeimmobilien. Auch hier gilt: ohne nachhaltiges Investment wären diese Projekte nicht möglich.


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Hier finden Sie Blatt fünf des ECOreporter.de-Grundkurses: Nicht gut sonder besser - Nachhaltige Unternehmen sind erfolgreich.


Bilder: Windkraftanlagen auf dem offenen Meer/ Quelle NEG Micon; Rotor einer Windkraftanlage / Quelle: BWE;
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