Im Handelsraum der Strombörse in Leipzig: Weil die Vergütungen für Erneuerbare-Energien-Anlagenbetreiber höher sind als die Verkaufserlöse an der Strombörse, die Ausgaben also die Einnahmen übersteigen, gibt es die EEG-Umlage. / Foto: eex

11.01.17 Erneuerbare Energie

EEG-Konto ist Ende 2016 mit 2,89 Milliarden im Plus

Das EEG-Konto hat Ende 2016 ein Guthaben in Höhe von rund 2,89 Milliarden Euro enthalten. Wie die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber bekannt gaben, wurde im Dezember noch einmal ein Überschuss in Höhe von 621 Millionen Euro auf das Konto gebucht. Den Einnahmen standen Ausgaben von 1,56 Milliarden Euro gegenüber. Auf das EEG-Konto werden die Vergütungen und Verkaufserlöse für erneuerbaren Strom gebucht: Einmal im Jahr, und zwar am 30. September, wird das Konto ausgeglichen. Der Saldo fließt in die Berechnung der EEG-Umlage des Folgejahres ein.

Über das gesamte Jahr hinweg betrachtet wurden Konto-Einnahmen von 24,9 Milliarden Euro erzielt, 22,8 Milliarden davon entfielen auf Zahlungen der EEG-Umlage. Der Verkauf von EEG-Strom durch die Übertragungsnetzbetreiber brachte 1,2 Milliarden ein. Dabei handelt es sich nur um die Strommengen aus Festvergütungsverträgen und die größeren Mengen an EEG-Strom, die an den Börsen direkt vermarktet werden.

Die EEG-Umlage schließt die Lücke auf der Einnahmenseite

Die deutschen Stromverbraucher finanzieren mit der EEG-Umlage die festen Einspeisetarife, die Betreiber von Ökostromkraftwerken von den Netzbetreibern für ihren Strom erhalten. Diese zahlen ihnen für den Grünstrom die Tarife, den das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festlegt. Die liegen höher als der übliche Stromtarif, die EEG-Umlage gleicht diese Kluft aus.  Mitte Oktober haben die Netzbetreiber bekannt gegeben, dass der Umlagesatz im kommenden Jahr auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde steigt (wir berichteten). 

Die Krux: Der starke Ausbau der Erneuerbaren Energien hat dazu geführt, dass die Preise an der Strombörse, an der sich große Stromverbraucher ihre Versorgung sichern, stark gesunken sind. Je billiger der Börsenpreis ist, desto größer fällt die Kluft zwischen dem Strompreis und den EEG-Tarifen aus. Absurderweise steigt daher der Finanzierungsbedarf für die EEG-Umlage. Hinzu kommt, dass die Bundesregierung in den vergangenen Jahren immer mehr Großverbraucher aus der Industrie von der EEG-Umlage befreit hat, so dass die anderen umso stärker belastet werden.
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