15.05.12 Erneuerbare Energie

Ehemalige Q-Cells-Tochter Sovello von Pleitewelle erfasst

Mit der Sovello GmbH ist ein weiterer großer deutscher Solartechnik-Hersteller von der Pleitewelle in der Branche erfasst worden. Das in Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt ansässige Unternehmen stellte nun am Amtsgericht Dessau-Roßlau einen Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Sovello war 2005 als Tochtergesellschaft der Solarkonzerne Q-Cells, Renewable Energy Corporation (REC) aus Norwegen und Evergreen Solar aus Massachusetts in den USA gegründet worden. Bezeichnenderweise sind zwei der ehemaligen Muttergesellschaften – Evergreen Solar und Q-Cells – inzwischen selbst pleite, während REC zuletzt seine Wafer-Produktion in Norwegen aufgab, um Kosten zu sparen (ECOreporter.de Opens external link in new windowberichtete). Sovello war 2010 schließlich zu 100 Prozent an Ventizz Capital Partners verkauft worden.

Von der Pleite sind nach offiziellen Angaben 1.200 Mitarbeiter betroffen. Sovello strebt eine Insolvenz in Eigenregie an. Das bedeutet, dass dem Unternehmen kein externer Insolvenzverwalter an die Spitze gesetzt wird, sondern ein so genannter Sachverwalter, der die Unternehmensführung bei der Sanierung unterstützt. Dessen Kompetenzen ähneln denen des Insolvenzverwalters, lassen der Führungsspitze allerdings noch Spielräume, die Insolvenz mit zu gestalten.


Im Fall von Sovello hat das Amtsgericht Dessau den Leipziger Anwalt Bernd Depping zum vorläufigen Sachverwalter bestellt. „Wir schätzen die Lage so ein, dass das Unternehmen in dem schwierigen Marktumfeld, das von Förderkürzung, Überkapazitäten und Preisverfall geprägt ist, mit den Instrumenten der Insolvenzordnung nachhaltig saniert werden kann“, sagte der Vorsitzende der Sovello-Geschäftsführung, Reiner Beutel.
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