Das Atomkraftwerk im tschechischen Temelin steht nahe den Grenzen zu Österreich und Deutschland: Anleihen von Staaten, die im Gegensatz zur Bundesrepublik nicht die Abkehr von der Atomkraft beschlossen haben, sind für den Rentenfonds Ecology Bond tabu. / Quelle: Fotolia

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Ehemals herkömmlicher Rentenfonds investiert fortan nach Ausschlusskriterien

In den letzten Jahren sind zwar etliche Nachhaltigkeitsfonds aufgegeben worden. Dies meist weil sie nicht ausreichend Anlagevolumen aufbauen konnten, um sinnvoll breit zu investieren und weil sich so der Aufwand für das Managment nicht lohnte. Zugleich sind aber auch viele Nachhaltigkeitsfonds neu auf den Markt gekommen. Dabei zeichnete sich ein neuer Trend ab: immer häufiger wird ein bislang herkömmlich investierender Inevstmentfonds in einen Nachhaltigkeitsfonds umgewandelt. Diesen Trend setzt jetzt der „Ecology Bond“ (ISIN AT0000A0J7J1) von Focus Asset Management aus München fort.

Hierbei handelt es sich um einen nachhaltigen Rentenfonds, der ausschließlich in Euro-Anleihen investiert. Für den von der Erste Sparinvest KAG gemanagten fonds kommen vor allem Unternehmensanleihen in Frage, ferner Anleihen von Staaten und staatsnahen Emittenten wie etwa der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Anleihen von supranationalen Emittenten wie etwa der EU und auch Pfandbriefe. Dieser Fonds ist schon 2010 aufgelegt worden, hat aber bislang herkömmlich investiert, also bei der Titelauswahl nicht auf die Nachhaltigkeit der Emittenten geachtet. Seit diesem Monat wird sie nach ökologischen Kriterien ausgerichtet. Fortan kommen laut Stefan Ebner, Geschäftsführer von Focus Asset Management, zum Beispiel Wertpapiere von Staaten nicht mehr in Frage, wenn sie ABC-Waffen entwickeln oder stark auf Atomenergie setzen und keinen Ausstieg aus der Kernenergie beschlossen haben. Auch seien Anleihen von Unternehmen für den Fonds tabu, wenn sie von ausbeuterischer Kinderarbeit profitieren oder gegen gegen Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) verstoßen, die einen fairen Umgang mit Arbeitnehmern verlangen.

Fondsmanager Peter Cech, der für die Erste Sparinvest aus Wien bereits seit Jahren nachhaltig ausgerichtete Portfolios betreut, ist für den Ecology Bond zuständig. Er zählt auch zu den Absolventen des Fernlehrgangs ecoanlageberater, der zu Experten für Nachhlatige Investments fortbildet (hier  erfahren Sie mehr darüber). Laut Cech geht man als Investor langfristig erhebliche Risiken ein, wenn man nicht nachhaltig agiert. Er verweist auf das Beispiel Griechnelands, dessen Staatsanleihen schon seit 2004 für Nachhaltigkeitsfonds unter dem Management der Erste Sparinvest aufgrund mangelnder Nachhaltigkeit nicht in Frage kommen würden.

Gegenwärtig setzt Cech stark auf deutsche Anleihen, Staatsanleihen der Bundesrepublik und der Postbank zählen ebenso zu den größten Positionen im Portfolio wie Schuldverschreibungen der Niederlande und Italiens. Laut den Fondsunterlagen kann dieser Fonds auch im Umfang von zehn Prozent des Fondsvermögens auch in andere Nachhaltigkeitsfonds investieren. Wie ECOreporter.de auf Nachfrage erfuhr, ist das derzeit aber nicht geplant und ohnehin nur vorgesehen, um die Cash-Quote des Ecology Bond zu steuern. Das Volumen dieses nachhaltigen Rentenfonds liegt gegenwätig bei rund 18 Millionen Euro. Die jährlich Verwaltungsgebühr beträgt 1,3 Prozent.
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