02.09.03 Anleihen / AIF

"Ein Unternehmens- und Anlegerbeteiligungserfolg ist auch bei sehr geringer Eigenkapitalzufuhr möglich" � Interview mit Markus Krall von Sunovation zur Ausgabe von Genussscheinen

Die auf Solarmodule spezialisierte Sunovation GmbH, Klingenberg, plant zur Finanzierung ihres Wachstums die Ausgabe von Genussscheinen, die dem mittelständischen Unternehmen bis 2005 zwei Millionen Euro einbringen soll. ECOreporter.de befragte hierzu Markus Krall, geschäftsführender Gesellschafter der Sunovation GmbH.

ECOreporter.de: Was ist das Geschäftsmodell der Sunovation GmbH?
Krall: Sunovation produziert Solarmodule, bei denen hochempfindliche Solarzellen zwischen zwei transparenten Kunststoffplatten aus Makrolonâ und Plexiglasâ dauerelastisch verkapselt werden. Durch diese spezielle "schwimmende" Einbettung können die Solarmodule frei geformt werden. Unser Ziel ist die internationale Marktführerschaft im Bereich flexibler Solarmodule aus Kunststoff mit Funktionsintegration und ästhetische Formgebung. D.h.: Unsere Solarmodule werden nicht auf bestehende Dächer montiert, sondern sind gleichzeitig: Überdachung, Verschattung und natürlich die Energiegewinnung in einem optisch ansprechenden System.

ECOreporter.de: Wie hat sich Ihr Unternehmen zuletzt entwickelt, wie sehen Sie die Chancen für die kommenden zwei Jahre?
Krall: Unsere Module haben nach sechsjähriger Entwicklungszeit die Marktreife erlangt. Jetzt muss die Welt erfahren, welche neuen Anwendungen mit unseren flexiblen Solarmodulen realisiert werden können.
Die Fokussierung liegt auf autarke Systeme, wo u.a. das Gewicht eine erhebliche Rolle spielt, z.B. auf dem Wasser, wo der Schwerpunkt sehr niedrig sein muss. Oder beim Sportstättenbau, wo die Statik dadurch entsprechend kostengünstiger ausfallen bzw. bei bestehenden Bauten für die Erneuerung durch unsere Solarmodule erst realisiert werden kann.

ECOreporter.de: Was hat es mit dem Co-Branding-Vertrag mit der Bayer AG auf sich? Haben Sie weitere Kooperationspartner?
Krall: Durch diese Vereinbarung erhalten wir weltweite Unterstützung im Marketing,
etwa durch die Vorstellung des Solar-Golfcars beim Bayer-Golfturnier, durch Links auf den Homepages, durch Presseunterstützung u.s.w. Und nicht zuletzt labeln unsere Solarmodule mit dem weltbekannten "Bayer-Kreuz" mit dem Slogan: "high-tec material from bayer".
Weitere Kooperationen bestehen vertriebsseitig in folgenden Ländern: USA, Italien, Frankreich, Australien und Hong-Kong.

ECOreporter.de: Die Sunovation GmbH will Namens-Genussrechte mit einem Nennbetrag von jeweils zehn Euro platzieren. In welchem Umfang soll dies geschehen und mit welcher Laufzeit?
Krall: Der Weg, über Genussrechte neues Geld zu generieren, lässt die Gesellschafteranteile unberührt. Dadurch sind wir auch in Zukunft noch für strategische Beteiligungen interessant. Die Mindestzeichnungssumme beträgt 10.000,- Euro. Damit wird die Anzahl der Genussrechtsinhaber überschaubar bleiben.

ECOreporter.de: Welche Ausschüttung erhalten die Anleger?
Krall: Die Basisausschüttung beträgt 7,5 Prozent p.a. sowie eine anteilige Gewinnbeteiligung von 50 Prozent des Jahresüberschusses nach Steuern, aber vor Gewinnverwendung.

ECOreporter.de: Inwiefern sieht sich Ihr Unternehmen genötigt, sich "von den Banken unabhängiger" zu machen, wie es in einer Pressemitteilung von Sunovation heißt?
Krall: Sie bekommen heute von den Banken nur noch Geld gegen Sicherheiten und nicht auf Grund einer innovativen Geschäftsidee. Würden wir nicht mit den bestehenden Unternehmen Geld verdienen, um damit die Sunovation zu unterstützen, hätten wir bereits vor zwei Jahren schließen müssen.

ECOreporter.de: Stimmt es, dass die Gesellschaft vor dem Aus steht, wenn die Kapitalerhöhung nicht erfolgreich ist?
Krall: Nein! Wir sind fest davon überzeugt, dass sich die von uns entwickelten Produkte erfolgreich am Markt durchsetzen und für das Unternehmen entsprechende Gewinne erwirtschaftet werden können. Dennoch ist es nicht auszuschließen,
dass aufgrund mangelnden Mittelzuflusses oder allgemein wirtschaftlicher negativer Tendenz die Ziele nicht erreicht werden können. Um im Extremfall das Unternehmen fortführen zu können, wurden Worst-case-Pläne entwickelt.
Ein Unternehmens- und Anlegerbeteiligungserfolg ist also auch bei sehr geringer Eigenkapitalzufuhr möglich und erzielbar. In jedem Fall wäre das Unternehmen keineswegs in seinem Bestand gefährdet.

ECOreporter.de: Her Krall, wir danken Ihnen für das Gespräch.
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