15.07.08

Ein Zehnerpack Umweltschutztechnologie: das Open-End New-Energy-Active-Zertifikat

Die Energieversorgung ist gegenwärtig das dominierende Problem der Weltwirtschaft. Der explodierende Ölpreis hat die zentrale Schwachstelle insbesondere der Industriestaaten offen gelegt: die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Um diese zu mindern setzen immer mehr Länder auf Erneuerbare Energien. Denn Energiequellen wie Sonne, Wasser, Wind oder Erdwärme sind in unendlicher Menge verfügbar. Die Techniken der Energieerzeugung aus regenerativen Quellen werden überwiegend von Unternehmen angeboten, die bereits seit Jahren Erfahrungen damit gesammelt haben. Angesichts der zunehmenden Nachfrage drängen aber auch  immer neue Anbieter auf den Markt. Hier den Überblick zu behalten und als Investor nicht auf das falsche Pferd zu setzen, fällt zunehmend schwer. Wer dennoch vom anhaltenden und sich wohl verstärkenden Boom der Erneuerbaren Energien profitieren will, muss nicht selbst nach Aktien von aussichtsreichen Unternehmen dieser Branche Ausschau halten. Er kann auch in ein Zertifikat investieren, dass eine Auswahl solcher Titel enthält. Die Anlage in einen solchen Aktienkorb ermöglicht die Streuung des Risikos. Die WestLB bietet gegenwärtig ein solches Wertpapier zur Zeichnung an: das Open-End New-Energy-Active-Zertifikat.

Der Ansatz
Das Zertifikat bietet die Beteiligung an der Wertentwicklung von insgesamt zehn Aktien aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Der Anleger wird im Bezugsverhältnis 1 zu 1 an der Performance beteiligt, 0,75 Prozent der Dividenden fließen in diese ein. Das Open-End New-Energy-Active-Zertifikat notiert in Euro, Notierungen der Werte im Aktienkorb in anderen Währungen werden umgerechnet. Die Zeichnungsfrist endet spätestens am 1. August. Das Angebotsvolumen beträgt 1 Million Stück, als Emissionstag visiert die WestLB den 5. August an. Ab dem 8. August soll das Zertifikat an den Börsen Frankfurt und Stuttgart gehandelt werden. Die Laufzeit des Wertpapiers ist endlos.

Bei der Emission sind folgende Unternehmen im Open-End New-Energy-Acitve-Zertifikat enthalten:
die dänische Vestas Systems, der weltweit führende Windkraftanlagenhersteller;
der spanische Windturbinenbauer Gamesa, der vor allem durch seine enge Kundenbindung an den Energiekonzern Iberdola punkten kann, dem weltweit größten Betreiber von Windparks;
drei in ihren Heimatmärkten stark aufgestellte Erzeuger von Grünstrom mit einem wachsenden Portfolio von Erneuerbare Energie Projekten: Theolia SA aus Frankreich, Terna Energy aus Griechenland, Canadian Hydro aus Kanada;
die US-amerikanische First Solar, weltweit führender Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen;
der größte Solarzellenhersteller weltweit, die deutsche Q-Cells;
der seit Jahren stark wachsende Solarkonzern SolarWorld AG aus Bonn;
der norwegische Solarkonzern Renewable Energy Corporation (REC);
der deutsche Solarausrüster Roth & Rau AG.

Das regionale Schwergewicht dieser Auswahl auf Europa dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass dort die größten Märkte für regenerative Energieerzeugung liegen. Der Verzicht auf asiatische Solarunternehmen unterscheidet dieses Zertifikat deutlich von den meisten anderen Zertifikaten auf Erneuerbare Energien.

Auswahlkriterien
Wie Frank Haak für die WestLB gegenüber ECOreporter.de erläutert, wird die Bank jeweils zum Beginn eines jeden Quartals die Zusammensetzung des Aktienkorbes überprüfen. Ihm zufolge erfolgt dabei die Entscheidung für und gegen eine Aktie ausschließlich nach Performance-Aspekten. Nachhaltigkeitsaspekte würden nicht berücksichtigt. Für das Zertifikat kämen ausschließlich Unternehmen in Frage, die überwiegend im Bereich der Erneuerbaren Energien tätig sind und die eine Marktkapitalisierung von mindestens 250 Millionen Euro aufweisen.

Kosten
Die jährliche Strukturierungsgebühr für das das Open-End New-Energy-Acitve-Zertifikat beträgt 1,0 Prozent. Hinzu kommt während der Zeichnungsfrist ein einmaliger Ausgabeaufschlag von 1 Prozent. Der Ausgabepreis beträgt 100 Euro. Das Kapital wird zu 100 Prozent in die Aktien im Index investiert.


Transparenz
Im Internet informiert die WestLB frei verfügbar über die Entwicklung ihrer Zertifikate und den Austausch einzelner Positionen.

Innovation
Bei diesem Produkt handelt es sich um ein standardisiertes Basket-Index-Zertifikat.

Ökologische Wirkung
Die Erneuerbaren Energien helfen, das Klima wirkungsvoll zu entlasten. Sämtliche im Aktienkorb enthaltene Unternehmen bieten Technologien für die regenerative Energieerzeugung an oder setzen klimaschonende Energieprojekte um.

Chancen/Risiken
Experten sind sich darüber einig, dass die Nachfrage für alternative, klimaschonende Energie weiter zunehmen wird. In dem Aktienkorb des Zertifikats der WestLB sind Unternehmen enthalten, die dafür sehr aussichtsreich aufgestellt sind. So verfügen etwa die Solarproduzenten Suntech, REC, Q-Cells und SolarWorld über eine ausreichende Fertigungstiefe, um den für die kommenden Jahre prognostizierten Preisdruck auf Solarprodukte aufzufangen und ihre hohen Margen aufrecht zu erhalten. Die Windkraftunternehmen Theolia, Terna und Gamesa wiederum haben ihren Schwerpunkt auf Märkten, in denen für die nächsten Jahre mit einem starken Wachstum des Windkraftgeschäfts gerechnet wird.

Zu bedenken ist jedoch, dass es sich bei den Erneuerbaren Energien immer noch um vergleichsweise junge Technologien handelt. Technologische Rückschläge sind daher immer möglich. Und auch starkes Wachstum muss nicht immer von Vorteil sein, wie kürzlich das Beispiel des Windturbinenbauers Nordex zeigte. Der musste seine Gewinnprognose vor allem deshalb reduzieren, weil es ihm offenbar nicht gelingt, das starke Wachstum zu managen. Die Unkosten liefen aus dem Ruder und Vertragsstrafen waren die Folge, für die Aktie ging es daher trotz sehr guter Auftragslage des Unternehmens abwärts.

Fazit
Das WestLB Open-End New-Energy-Active-Zertifikat baut auf eine aussichtsreiche Auswahl von Titeln aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien. Es handelt sich überwiegend um führende Unternehmen des Sektors. Auch die Mischung stimmt, es wurden Firmen mit vielfältigen Geschäftsmodellen in den Aktienkorb aufgenommen. Das Währungsrisiko ist gering, exotische Währungen bleiben außen vor und nur ein geringer Aktienanteil notiert in dem schwächelnden Dollar.
Auch aus Nachhaltigkeitssicht kann die Titelauswahl überzeugen, obwohl der ökologische Nutzen bei der Zeichnung eines Zertifikats eher gering ist. Insgesamt ist das Wertpapier zur Zeichnung zu empfehlen.

WestLB Open-End New-Energy-Active-Zertifikat
WKN: WLB7TZ
ISIN: DE000WLB7TZ8
Laufzeit: unbegrenzt
Börsennotiz: Frankfurt, Stuttgart

Sicherheitshinweis für das Investment in Zertifikate
Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen der Bank, die das Wertpapier emittiert. Das bedeutet, dass der Anleger sein eingesetztes Kapital verliert, sollte die Emittentin in Konkurs gehen. Das unterscheidet Zertifikate etwa von Fonds. Diese sind Sondervermögen der Banken und werden nur von ihnen verwaltet. Auch bei einer Insolvenz bleiben die Fondsanteile Eigentum der Anleger.
Daher ist die Bonität der Emittentin ein wichtiger Faktor beim Kauf eines Zertifikats. So sollten Anleger solche Wertpapiere nicht nur von einer einzigen Bank erwerben, sondern das Risiko streuen. Wie schnell aus dem potentiellen ein reales Risiko werden kann, zeigte im Frühjahr 2008 der Fall der US-amerikanischen Großbank Bear Stearns. Das traditionsreiche Unternehmen geriet im Zuge der Finanzkrise in den USA binnen kurzer Zeit in wirtschaftliche Not und setzte den Handel seiner Zertifikate vorübergehend aus. Nur mit Not konnte die Bank die Pleite abwenden.
Ein weiterer Schwachpunkt von Zertifikaten ist die Preisbildung. Der Preis orientiert sich hier nicht unbedingt am Basiswert, zum Beispiel dem zu Grunde liegenden Index. Vielmehr ist die Bonität der Emittentin für die Wertbestimmung der Papiere im Markt mitentscheidend. Wenn die emittierende Bank ins Trudeln gerät, stellt sie keine Preise mehr. Die Anleger können dann ihre Zertifikate nicht verkaufen, selbst dann nicht, wenn die Papiere über Börsen handelbar sind.


Bildhinweis: Windräder von Gamesa, Produktionslinie von Q-Cells. / Quelle jeweils: Unternehmen
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x