Auch für die Produktion von Elektroautos wird Kobalt benötigt - das Mineral stammt größtenteils aus Minen im Kongo. Im Bild ein Tesla. / Foto: Unternehmen

16.11.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Elektroautobauer beziehen Kobalt aus Konfliktregion Kongo

BMW, Tesla, Apple, Samsung und Microsoft - diese und noch mehr Unternehmen beziehen über Zulieferer Kobalt aus dem Kongo. Das zeigt der neue Bericht "Time to recharge" der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Beim Abbau des Minerals komme es zu schweren Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit, prangert die Nichtregierungsorganisation (NGO) an.  

Keines der von Amnesty International untersuchten 29 Unternehmen kommt demnach seinen Sorgfaltspflichten zur Offenlegung und Unterbindung von Menschenrechtsverletzungen genügend nach. Besondere Defizite zeige die Autobranche. "BMW hat sich in einigen Aspekten verbessert und schnitt unter den Autoherstellern als bester ab, zeigt jedoch weiterhin deutliche Mängel. Volkswagen und Daimler wiesen erhebliche Mängel auf", berichtet die NGO.

Weltweiter Kobalt-Bedarf steigt auch durch Erneuerbare Energien

Das Mineral Kobalt benötigen die großen Auto- und Elektronikhersteller zum Beispiel für ihre Akkus. Durch den steigenden Bedarf an effizienten Energiespeichern in Elektroautos, Smartphones und für Erneuerbare Energien wachse die Kobalt-Nachfrage massiv.

Doch der Abbau im Kongo ist hoch problematisch - schätzungsweise 40.000 Kinder arbeiten NGOs zufolge in den Minen: "Amnesty International und African Resources Watch haben vor gut zwei Jahren nachgewiesen, dass schon Kinder ab sieben Jahren ihr Leben und ihre Gesundheit im Kleinbergbau von Kobalt im Kongo riskieren – und dass globale Konzerne davon profitiert haben“, sagt Mathias John, Experte für Wirtschaft und Menschenrechte bei Amnesty International in Deutschland.

Smartphone-Käufer fördern Kinderarbeit - ohne es zu wissen

"Heute müssen wir feststellen, dass Unternehmen wie Apple, Samsung oder auch BMW die Kontrollen der Kobalt-Lieferketten zwar verbessert haben, aber noch weit davon entfernt sind, lückenlos zu prüfen", sagt John. Es mangel bei allen Unternehmen an Transparenz. Deshalb bestehe die Gefahr, dass der Käufer eines Smartphones, Laptops oder E-Autos unwissentlich Kinderarbeit fördere.

Amnesty International fordert alle kobaltverarbeitenden Unternehmen dazu auf, ihrer menschenrechtlichen Verantwortung aus den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und den OECD-Leitsätzen für Minerale nachzukommen. Bei der Akku-Herstellung hätten die Konzerne eine Sorgfaltspflicht entlang der Lieferkette von der Mine über die Verhüttung bis zur Produktionsstätte zu erfüllen. Sie müssen während des gesamten Produktionsprozesses Menschenrechtsrisiken wie Kinderarbeit identifizieren, Gegenmaßnahmen ergreifen und für Abhilfe sorgen, wenn Menschenrechte verletzt werden. Vorgehen und Ergebnisse müssten transparent gemacht werden.
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