Speicherbatterien von Tesla werden bisher nur mit zeitlicher Verzögerung ausgeliefert. / Foto: Unternehmen

27.09.17 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

Elektroautohersteller Tesla: Lieferverzögerungen bei Heimspeicher

Tesla, Elektroautopionier aus Amerika, reagiert auf einen Bericht des Wirtschaftsmagazins Capital. Das Magazin hatte auf Lieferschwierigkeiten der zuvor groß angekündigten Speicherbatterien Powerwall 2 hingewiesen. Der Verkaufsstart der Speicherbatterien verzögere sich um Monate, hieß es.

Tesla nimmt dazu jetzt Stellung. Die ersten Powerwall 2 Batterien würden seit diesen Sommer in Deutschland ausgeliefert werden. Die genaue Anzahl wurde nicht genannt.

Verzögerung bei Lieferungen

Dennoch räumt Tesla Verzögerungen bei der Auslieferung seiner neuen Speicherbatterien für Haushalte ein. Dies teilte der US-Konzern dem Capital-Magazin mit. Tesla habe im Juli mit den Auslieferungen in Deutschland begonnen. Eigentlich sollten die ersten Stromspeicher im Mai bei deutschen Kunden installiert werden.

Capital hatte unter Berufung auf Informationen aus der Branche berichtet, dass hierzulande noch keiner der Powerwall 2 Speicher ausgeliefert worden seien. Auf Bitte um Stellungnahme zu den Informationen hatte Tesla vor der Veröffentlichung nicht reagiert. Nun teilte der US-Konzern dem Magazin mit: “Wir führen momentan Powerwall 2 Aufträge aus, die bereits zu Beginn des Jahres getätigt wurden. Auf Grund der weltweiten Nachfrage werden neue Bestellungen Anfang 2018 ausgeliefert und installiert.“ Über konkrete Zahlen zu Bestellungen und Auslieferungen machte die Tesla-Sprecherin keine Angaben.

Bisher nur wenige Installationen

Laut Capital gehen Branchenexperten davon aus, dass bislang nur eine geringe Zahl von Heimspeichern der neuen Generation, die mehr Strom aus der Solaranlage vom Dach speichern können als das Vorgängermodell, in deutschen Hauhalten installiert wurden. Bei Capital meldeten sich nach Veröffentlichung des Berichts vereinzelte Tesla-Kunden, die die Powerwall 2 im Sommer erhalten haben.

Bisher komplett leer ausgegangen ist einer der wichtigsten deutschen Vertriebspartner für die Powerwall 2: Der Ökostromanbieter Lichtblick. Das Hamburger Unternehmen kooperiert mit Tesla bei seinem dezentralen Energienetzwerk, bei dem Haushalte mit Solaranlage Strom produzieren, speichern und untereinander austauchen. Nach der Ankündigung der Kooperation mit Tesla hatte Lichtblick mehr Kundenanfragen verzeichnet. Bis heute hat das Hamburger Unternehmen aber noch keine Powerwall 2 erhalten. An der Kooperationsvereinbarung will Lichtblick-Geschäftsführer Wilfried Gillrath aber festhalten: “Wir warten so lange, bis Tesla die Batterie liefert.“, sagte er dem Capital-Magazin.

Auslieferung stockt

Die stockende Auslieferung der neuen Speicher in Deutschland deckt sich mit dem Trend in anderen Ländern. In den USA und Australien, zwei wichtigen Solarmärkten, kommt Tesla mit der Auslieferung der Powerwall 2 langsamer voran als geplant. Capital berichtet, dass aus diesem Grund ein australisches Unternehmen diesen Sommer einen Exklusiv-Kooperationsvertrag mit dem deutschen Tesla-Konkurrenten Sonnen unterschrieben hat. Auch in den USA läuft die Auslieferung der vorbestellten Speicher nach Berichten von Fachmedien erst an. Als Reaktion auf die dortigen Lieferverzögerungen hatte der Konzern bereits angekündigt, die Produktion der Powerwall 2 im Herbst 2017 hochzufahren.

Tesla-Chef Elon Musk hatte die zweite Generation des Speichers im Oktober 2016 vorgestellt. Seit dem Winter 2016 können auch Kunden in Deutschland die Powerwall 2 gegen eine Anzahlung vorbestellen. Zu Lieferterminen finden sich auf der deutschen Tesla-Website derzeit lediglich wenige Informationen. Dort heißt es laut Capital: “Der Termin für die Installation wird nach Eingang Ihres Auftrags geplant."
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