Ein Windpark von EnBW in Deutschland mit Windrädern von Vestas. Bei laufenden Bauvorhaben in der Türkei setzt der Konzern ebenfalls auf Vestas-Windräder. / Foto: EnBW

  Erneuerbare Energie, Anleihen / AIF

EnBW: Windparks in der Türkei - Werben für Prokon-Deal forciert

Windkraft soll in der Strategie des Atomkonzerns EnBW künftig eine deutlich wichtigere Rolle spielen. Fortschritte auf dem Weg dorthin meldet der Stuttgarter Energieriese jetzt aus der Türkei. Ein dort ansässiges Windkraft-Joint-Venture habe jüngst zwei Windparks mit jeweils 50 Megawatt (MW) Leistungskapazität in Betrieb genommen und die installierte Windkraftkapazität dort so auf 287 MW gesteigert. Zudem seien weitere 80 MW im Bau wobei ein Windpark mit 50 MW „zeitnah“ ans Stromnetz angeschlossen werde, hieß es. Beim Bau eines Großteils dieses Vorhabens (insgesamt 207 MW) setzt EnBW auf Windräder des dänischen Herstellers Vestas, der im Februar 2015 einen entsprechenden Rahmenvertrag erhalten hatte.

Die türkische EnbW-Tochter Borusan EnBW Enerji mit Sitz in Istanbul wurde im Sommer 2009 als Joint Venture von EnBW und dem türkischen Unternehmen Borusan gegründet.

EnBW-Kampagne für Prokon Deal nimmt Fahrt auf

Auch in Deutschland hofft EnBW weiter auf ein großes Windkraftgeschäft: Für 550 Millionen Euro wollen die Schwaben Prokon aus der Insolvenz heraus kaufen (mehr lesen Sie  hier). Bekäme EnBW am 2. Juli den Zuschlag von den rund 75.000 Prokon-Genussrechtegläubigern, kämen mehr als 300 Windräder mit rund 540 MW aus dem laufenden Bestand von Prokon hinzu. Zudem geht EnBW davon aus, dass Prokon weitere Bauvorhaben mit bis zu 5.000 MW plant oder entwickelt, von denen ein großer Teil realisiert werden könnte.

Um das zu erreichen verstärkte EnBW jetzt nochmals sein Werben um die Gläubiger. Dabei geht es darum Vollmachten für die Abstimmung über den Verkauf von Prokon bei der Gläubigerversammlung am 2. Juli in Hamburg zu bekommen. Dazu wendete sich nun EnBW-Vorstandschef Frank Mastiaux in einem offenen Brief an die Gläubiger. Darin legt er nochmals Argumente dar, die aus der Sicht der EnbW für ein Verkauf an den Energieriesen sprechen. Der Brief werde auch über eine Anzeigenkampagne in den Medien verbreitet, hieß es. Zusätzlich hat EnbW eine Internetseite in Betrieb genommen auf der intensiv für das Angebot geworben wird.

Gegner von EnBW sind in diesem Fall diejenigen Prokon-Anleger, die die Zukunft des Windkraftprojektierers in einer Genossenschaft „Prokon 2.0“ sehen. Allen voran ist das der Verein „Freunde von Prokon“. Zu welcher Seite das Pendel in wenigen Wochen ausschägt ist weiter völlig offen.
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