Solarzellenproduktion bei Hanhwa. Die Soalrhersteller aus Asien kaufen ihr Equipment bevorzugt bei Maschinenbauern aus Europa ein. / Quelle: Unternehmen

16.01.14 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Endet die Auftragsflaute für Photovoltaik-Zulieferer in 2014?

Obwohl die Solarhersteller in Asien ihre Produktion wieder voll auslasten können und mit einer weiter steigenden Nachfrage rechnen, schauen ihre Ausrüster weiter in die Röhre. Das geht aus einer aktuellen Marktanalyse der Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland hervor, die vor allem Kunden in  Asien haben. Wie der VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel mitteilt, verharrten deren Auftragseingänge im dritten Quartal 2013 auf schwachen Niveau. Es zeichen sich aber ein Trendwende für die Photovoltaik-Zulieferer im laufenden Jahr ab.

Seit 2011 leiden diese Zulieferer unter einen Nachfrageeinbruch infolge massiver Überkapazitäten bei den Solarherstellern, die deshalb einem harten Kosten- und Preisdruck ausgesetzt waren. Es wurde daher kaum noch in neue Produktionsanlagen investiert, viele schrieben hohe Verluste und hatten nicht einmal die Mittel für solche Ausgaben. Hinzu kamen Handelskonflikte in der Solarindustrie zwischen China, wo die mit Abstand meisten Solarkomponenten gefertigt werden, und den USA und der EU. Auch die hiermit verbundenen Unsicherheiten lähmten die Bereitschaft, Aufträge an Photovoltaik-Ausrüster zu vergeben. Mittlerweile ist jedoch die Bereinigung im Markt für Solarhersteller weit fortgeschritten, viele Unternehmen mussten die Produktion einstellen, zugleich ist die weltweite Nachfrage für Solartechnik enorm angestiegen.

Daher wittert die Photovoltaik-Zuliefererbranche laut dem VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel nun Morgenluft. „Momentan registrieren wir eine schlagartige Belebung des Kundeninteresses an Produktionslösungen für Hocheffizienzzellen und –module. Aber auch das Interesse an Automatisierungslösungen, optischer Inspektion und Standardtechnologien zieht merklich an. Bis sich die positiven Entwicklungen in Auftragseingänge und Umsätze ummünzen lassen, bedarf es allerdings noch ein wenig Geduld“, erklärt Dr. Peter Fath, Geschäftsführer der RCT Solutions GmbH und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel. „Nach einer Konsolidierungsphase der Photovoltaikindustrie in den letzten beiden Jahren stehen die Zeichen im weltweiten Markt zunehmend wieder auf Wachstum. Treiber dieser Entwicklung werden vor allem die Märkte in Asien sein, gefolgt von Nord- und Südamerika. Aber auch im Mittleren Osten, in Südafrika sowie in der Türkei rechnet die Photovoltaik-Branche in Zukunft mit einer dynamischen Entwicklung. Hiervon werden auch die Photovoltaik-Zulieferer profitieren. Um wettbewerbsfähige Produkte am Markt anbieten zu können, müssen Photovoltaik-Hersteller auf technologische Innovationen und die Senkung ihrer Produktionskosten setzen. Nur wer ein Portfolio aus wettbewerbsfähiger Kostenstrukturen und höchsten Qualitätsstandards vorzuweisen hat, kann im internationalen Wettbewerb bestehen.“

Die Exportquote deutscher Photovoltaik-Zulieferer im dritten Quartal 2013 beziffert der VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel mit 82 Prozent. Am umsatzstärksten sei erneut das Asiengeschäft mit einem Anteil von 56 Prozent gewesen. Leitmärkte für Photovoltaik-Equipment seien in erster Linie China und Taiwan. Potentiale in Asien sieht der Verband aber auch in Südkorea und Ländern der ASEAN-Gruppe sowie in Indien. Der deutsche Photovoltaik-Maschinenbau habe im dritten Quartal mit einem Weltmarktanteil von gut 46 Prozent seine fürhende Stellung behauptet. Die meisten Bestellungen seien mit 51 Prozent im Asiengeschäft verzeichnet worden. Auftragseingänge aus dem Inland waren im dritten Quartal 2013 für knapp 18 Prozent der Orders verantwortlich. Das europäische Ausland steuerte knapp 14 Prozent bei. Auf gut 15 Prozent kamen die Aufträge aus Amerika in diesem Quartal. Die Auftragsreichweite der Photovoltaik-Maschinenbauer lag zum Ende des dritten Quartals 2013 lediglich bei 4,0 Produktionsmonaten und erreichte damit ein deutlich schwächeres Niveau wie der Gesamtmaschinenbau (5,7 Monate).

Umsatzstärkstes Segment für den deutschen Photovoltaik-Maschinenbau war im dritten Quartal 2013 nach Angaben des Verbandes das Produktionsequipment für die Solarzelle mit einem Anteil von 39 Prozent an den Gesamtumsätzen. Auf das Produktions-Equipment für die Dünnschicht-Photovoltaik entfielen 29 Prozent. Order für die Modulproduktion erreichten 19 Prozent, Anlagen zur Silizium-, Ingot- und Waferfertigung machten zwölf Prozent der Umsätze aus.
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