12.04.15 Erneuerbare Energie

Energiewende im Verkehrssektor ist überfällig

Auch Umweltkatastrophen wie die Explosion der BP-Plattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko vor fast fünf Jahren haben die globale Erdölnachfrage bislang nicht gestoppt. Darauf weist die Berliner Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hin. Am 20. April 2010 waren nach der Explosion von Deepwater Horizon im Golf über 750 Millionen Liter Erdöl ins Meer gelangt. Der Ölteppich mit einer Fläche von der Größe weiter Teile Norddeutschlands verpestete mehrere hunderte Kilometer Strand, viele Bewohner der Küste verloren ihre Lebensgrundlage.

Doch während Gebiete am Golf von Mexiko weiterhin unter den Folgen der Ölkatastrophe leiden, sind die Profite der Ölkonzerne seither kräftig gesprudelt: BP brachte es von 2011 bis 2014 auf Gewinne von mehr als 63 Milliarden Dollar. Die Nachsteuer-Gewinne der vier Erdölkonzerne Shell, Exxon Mobil, BP und Chevron summierten sich in den vier Jahren auf fast 400 Milliarden Dollar. Das sind zum aktuellen Euro-Kurs etwa 362 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Der Bundeshaushalt 2015 sieht Ausgaben von knapp 300 Milliarden Euro vor.

„Vom Erdölkonsum haben uns solche Mega-Katastrophen bislang kaum abgeschreckt. Im Gegenteil, die Erdölnutzung steigt global weiter an. Ein Umstieg auf Erneuerbare Energien ist dringend notwendig“, mahnt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. Den weltweiten Anstieg des Ölverbrauchs erklärt er vor allem vor allem mit der starken Nachfrage des Verkehrssektors. „Während die Erneuerbaren Energien im Stromsektor in vielen Staaten, darunter in Deutschland, durch sinnvolle Rahmenbedingungen stark ausgebaut werden konnten, lässt eine Energiewende im Verkehrssektor noch auf sich warten“, konstatiert Vohrer. „Für eine solche Energiewende müssen wir auf umweltfreundliche Kraftstoffe und effizientere Antriebe umsteigen und weniger mit Auto und Flugzeug reisen. Für die Mobilität mit Erneuerbaren bieten nachhaltig produzierte Biokraftstoffe sowie Elektromobilität mit erneuerbarem Strom schon heute Alternativen zum Erdöl“, betont Vohrer.
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