15.11.17 Erneuerbare Energie

Entscheidung im Streit um Solarimporte: Die Uhr für Donald Trump läuft

Wie hoch werden die Zölle und Gebühren auf ausländische Solarzellen und Solarmodule ausfallen, die in die USA importiert werden? Das wird sich in den kommenden Wochen herausstellen. Die US-Handelskommission (ITC) hat nun ihren Bericht mit Empfehlungen zum Schutz der US-Solarindustrie an Donald Trump übergeben. Der US-Präsident hat bis zum 12. Januar 2018 Zeit, um eine Entscheidung zu fällen.

Alle ITC-Mitglieder sprachen sich dafür aus, die Einfuhr von Solarzellen und Solarmodulen einzuschränken und diese außerdem mit Zöllen oder Gebühren zu belegen (wir berichteten). Dies soll die US-Solarindustrie insbesondere vor Dumpingpreisen aus Asien schützen. Unter anderem schlug die Handelskommission Zölle von bis zu 35 Prozent auf Einfuhren von Solarmodulen vor.

Trumps ausstehende Entscheidung sorgt am Markt für Unsicherheit. Wie das Branchenportal PV Magazine berichtet, verzögerten sich mehrere Solarprojekte in den USA. Der Grund seien befürchtete Preissteigerungen bei Solarmodulen. In Texas wurde die Errichtung eines 100-Megawatt-Solarparks unterbrochen. Kleinere Projekte, etwa in Wohngebieten, seien nicht so stark betroffen.

Nach Berechnungen der Marktanalysten von GTM Research ist bei Zöllen von 40 US-Dollarcent pro Watt mit einem halbierten Wachstum des Photovoltaik-Marktes bis 2022 zu rechnen. Besonders betroffen davon wäre das Segment großer Solar-Freiflächenanlagen in den USA: Hier würde der Rückgang bei bis zu 57,3 Prozent bis zum Jahr 2022 liegen. Die inländische Photovoltaik-Produktion sowie die zollfrei lieferbare Menge an Solarmodulen und -zellen wird laut GTM Research nicht ausreichen, um die Nachfrage zu decken.
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