19.09.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Erfolgreicher Start für neue Solaraktie aus den USA

In den USA ist eine neue Solaraktie auf den Markt gekommen. Seit Dienstag wird die Aktie der Premier Power Renewable Energy Inc. aus dem kalifornischen El Dorado Hills an der Nasdaq im Handelssegment "Over the Counter securities market" (OTC Bulletin Boards; OTC BB) gehandelt. Die Bulletin Boards unterliegen ähnlichen Berichtspflichten wie die Nasdaq. Premier Power entwickelt und errichtet mittlere und großflächige Solaranlagen. Zu den Kunden des Unternehmens gehören weniger Privatleute als vielmehr Wirtschaftsunternehmen. Ein Kerngeschäft ist etwa die Ausstattung von Weinbergen mit Sonnenenergie. Zu den bekanntesten Kunden der Premier Power zählen die Eliteuniversität von Princeton und der Energiekonzern Pacific Gas and Electric (PG&E).


Bislang operiert das Solarunternehmen in den US-Bundesstaaten Kalifornien, Nevada, New York und New Jersey. Ferner hat es bereits auf dem spanischen Solarmarkt Fuß gefasst und bereitet es den Einstieg in Frankreich und Italien vor. In den USA gibt es zwar Hunderte anderer Unternehmen, die wie Premier Power Firmenkunden mit Solaranlagen ausstatten. Diese agieren aber fast durchweg nur in engen lokalen Grenzen und erreichen auch nicht annähernd das Umsatzvolumen der Kalifornier. In 2007 verbuchte Premier Power einen Umsatz von 16,7 Millionen Dollar und einen Nettogewinn von rund 850.00 Dollar. In diesem Jahr legte die Gesellschaft explosionsartig zu. Laut ihren Angaben summieren sich die bestehenden Order in den Auftragsbüchern auf 48 Millionen Dollar, also ein Mehrfaches des Jahresumsatzes in 2007. Im 1. Halbjahr 2008 habe man einen Nettogewinn von fast 18 Millionen erwirtschaftet.

Dieser spektakuläre Zuwachs dürfte aber im Wesentlichen darauf zurück zu führen sein, dass die so genannten tax credits Ende des Jahres auslaufen und völlig offen ist, ob und wann sie verlängert werden. Sie sind der Grundpfeiler der Finanzierung von Erneuerbare-Energie-Projekten in den Vereinigten Staaten, ihre Verlängerung ist im US-Senat mehrfach am Widerstand der Republikaner gescheitert. Wer Solaranlagen haben will, bestellt sie daher in den USA in diesem Jahr und schiebt die Entscheidung nicht auf die lange Bank. Derzeit spricht wenig dafür, dass die tax credits innerhalb der nächsten sechs Monate verlängert werden. Daher droht Premier Power für das nächste Jahr ein Umsatzeinbruch. Es besteht immerhin die Hoffnung, dass das Unternehmen in Europa neue Geschäfte hinzu gewinnt. Auch ist davon auszugehen, dass sich mittelfristig die Nachfrage für Solaranlagen in den USA positiv entwickelt. Beide Präsidentschaftskandidaten wollen die Erneuerbaren Energien stärken.

Am ehesten lässt sich die Premier Power mit der ebenfalls kalifornischen Akeena Solar vergleichen. Das in Los Gatos ansässige Unternehmen ist ein ähnlich großer Akteur mit einem ähnlichen Geschäftsmodell und agiert vergleichbar überregional. Allerdings setzt dieser Projektierer von Aufdachanlagen überwiegend auf Kleinunternehmen und Privatkunden. Für die ist Photovoltaik in den USA derzeit meist zu kostspielig, auch ist dieses Geschäft sehr schwankungsanfällig. Entsprechend volatil zeigte sich in diesem Jahr auch die Akeena-Aktie, für die es 2008 insgesamt deutlich abwärts ging.

Dagegen hat der Anteilsschein von Premier Power seit dem Start am Dienstag im OTC BB kräftig zugelegt. Schnell verteuerte er sich von 3,0 auf 5,5 Dollar. Aktuell notiert das Papier bei 5,30 Euro.

Premier Power Renewable Energy Inc.: ISIN: US7405661049
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