13.08.10 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Ergebniseinbruch für REpower Systems - Vorstand des Windkraftanlagenherstellers dennoch zuversichtlich




Der Quartalsumsatz von REpower Systems ist nach eigenen Angaben von 300,7 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf 213,1 Millionen Euro und damit um 29 Prozent eingebrochen. Die Gesamtleistung schrumpfte von 287,1 Millionen auf 204,0 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) fiel von 10,7 Millionen auf ganze 1,5 Millionen Euro. Das Nettoergebnis des ersten Geschäftsquartals beziffert der Windkraftanlagenhersteller mit 1,8 Millionen Euro, was einem Rückgang um rund 18 Prozent entspricht.

In einer Konferenz mit Analysten und Journalisten nahmen der erst zum Juli bestellte neue Vorstandschef Andreas Nauen und Finanzvorstand Derrick Noe Stellung zu den enttäuschenden Zahlen. Noe, der sei Amt erst vor einem halben Jahr angetreten hat, beurteilte dabei das Kalenderjahr 2010 als „ein schwieriges Jahr für die gesamte Windkraftbranche“. Dabei sei die Nachfrage für Windkraft weiter groß. Allerdings habe es im ersten Halbjahr bei der Umsetzung von Windkraftprojekten viele Verzögerungen gegeben. Er verwies als Beispiel auf die Entwicklung im für REpower wichtigen Markt der Vereinigten Staaten, dem mit 33,2 Gigawatt (GW) Gesamtkapazität Ende 2009 und einem Anteil von 22,3 Prozent an der globalen Windleistung weltweit größten Windmarkt. Dort sei vor allem aufgrund eines schwachen 2. Quartals der Zubau im ersten Halbjahr sehr schwach ausgefallen.

Nach Angaben des US-Windenergieverbandes (AWEA) sind in diesem Jahr die Neuinstallationen von April bis Juni und damit im Berichtszeitraum von REpower die Neuinstallationen gegenüber dem Vorjahrzeitraum um 71 Prozent auf 700 Megawatt (MW) eingebrochen. Er führt dies unter anderem auf einen sinkenden Energiebedarf infolge der geschwächten Konjunktur und auf niedrige Gaspreise zurück, was die Motivation in Windkraft zu investieren geschwächt habe. Die AWEA rechnet damit, dass die Neuinstallationen 2010 um 25 bis 45 Prozent hinter dem Vorjahr zurückbleiben werden.

Laut Vorstandschef Andreas Nauen, der zuvor die Windsparte von Siemens geleitet hatte, bietet der nordamerikanische Windmarkt für REpower aber weiter gute Absatzchancen. Er verweist darauf, dass trotz des schwachen Umfeldes bei dem Windturbinenbauer aus den USA von April bis Juni viele neue Aufträge eingegangen sind. Ähnlich habe sich die Situation im Heimatmarkt Deutschland entwickelt. Dort installierte REpower knapp 35 Prozent der Gesamtleistung, auf das Auslandsgeschäft entfallen 65 Prozent. Der lange und strenge Winter habe dazu geführt, dass viele REpower-Kunden die Aufstellungen von Windrädern später ins Jahr verschieben mussten, so Nauen. „Auch hier hatten wir kein Absatzproblem und auch kein Lieferproblem. Die Schwierigkeiten lagen auf der Kundenseite“, stelle er klar.

Der neue Vorstandschef strich die positive Entwicklung des Auftragsbestandes von REpower heraus.  Zum 30. Juni 2010 lagen dem Konzern ihm zufolge Kaufverträge mit einem potenziellen Umsatzvolumen von rund 2,42 Milliarden Euro vor, 67 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Diesen Anstieg erklärte er mit einem deutlichen Zuwachs der Bestellung von Großanlagen der 3- bis 6 Megawatt-Klasse. Der Auftragsbestand belief sich auf 2,1 GW, was einer Steigerung um rund 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das vertraglich abgesicherte Auftragsvolumen stieg somit im ersten Geschäftsquartal 2010/11von 1,45 Milliarden auf 2,42 Milliarden Euro.

Nauen erwartet trotz der unterjährigen Verschiebungen keine Beeinträchtigung des Gesamtjahresausblicks. Für das Geschäftsjahr 2010/11 bekräftigte er die Prognose einer Steigerung der Konzern-Gesamtleistung auf 1,5 bis 1,6 Milliarden Euro. Die EBIT-Marge werde auf 7,5 bis 8,5 Prozent erhöht. Die erwartete Ergebnisentwicklung basiere im Wesentlichen auf Skaleneffekten sowie auf einer weiteren Reduzierung der Materialkostenbasis. Zur Erläuterung führte der Vorstandschef an, dass REpower Systems zunehmend auf Zulieferer aus den kostengünstigen Schwellenländern Indien und China setze. Dort besitzt der Mutterkonzern des Windturbinenbauers, die indische Suzlon, eine starke Marktposition.

Ein wesentlicher Faktor für die Fortsetzung des Konzernwachstums bei gleichzeitig weiterer Verbesserung der Ergebnismarge, die Nauen in Aussicht stellte, ist nach seiner Darstellung das Offshore-Geschäft von REpower Systems. Dieser Markt werde sich in den kommenden Jahren kräftig entwickeln und sein Unternehmen sei insbesondere mit der 6_MW-Turbine dafür aussichtsreich aufgestellt. Es handle sich bislang um die Einzige Anlage dieser Größenordnung, die bereits kommerziell erprobt sei. Angesprochen auf die Probleme beim deutschen Vorzeigeprojekt „alpha ventus“, das unter anderem REpower Systems mit Offshore-Anlagen bestückt hat, wies der Vorstandschef darauf hin, dass die technischen Schwierigkeiten nur bei Windturbinen eines anderen Anbieters aufgetreten seien. In der Tat waren dort vor wenigen Wochen Anlagen von Multibrid abgeschaltet worden. Grund dafür waren Getriebeprobleme von deren sechs 5-MW-Anlagen für diesen ersten deutschen Offshore-Windpark, der liegt 45 Kilometer vor der Küste der Insel Borkum in der Nordsee liegt.

Finanzvorstand Derrick Noe zählte auf Nachfrage die solide Finanzausstattung zu den besonderen Stärken des Unternehmens. Es sei nahezu schuldenfrei und könne das weitere Wachstum auch aus den zur Verfügung stehenden Mitteln stemmen. Das sei gewiss auch ein wichtiger Vorteil im Vergleich zu anderen Wettbewerbern.

REpower Systems AG: ISIN: DE0006177033 / WKN 617 70
Bildhinweis: Aufbau einer Windkraftanlage von REpower an Land. /Quelle: Unternehmen
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