Jon Sigurdsen setzt bei seinen Fonds stark auf Aktien von Unternehmen, die in Schwellenländern Windparks betreiben: Windfarm in China mit Anlagen von Gamesa, die viele chinesische Grünstromprojektierer zu ihren Kunden zählt. / Quelle: Unternehmen

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Erneuerbare Energien weltweit auf dem Vormarsch - Experte nennt aussichtsreiche Aktien

Der Aufwärtstrend für Aktien aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien wrid sich weiter fortsetzen. Das gilt vor allem für Wertpapiere von Unternehmen aus diesem Sektor, die außerhalb von Europa aktiv sind, und hier insbesondere in Schwellenländern. Zu diesen „Emerging Marktes“ zählen etwa Indien und China, zwei Länder mit Milliarden-Bevolkerung und stark steigendem Energiebedarf. Dieser muss zunehmend durch regenerative Energien gedeckt werden. Davon geht zumindest Jon Sigurdsen von DNB Asset Management aus.

Er betreut als Portfoliomanager des skandinavischen Vermögensverwalters Aktienfonds, die wie etwa der DNB Renewable Energy Fonds ganz auf Unternehmen aus Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und nachhaltige Mobilität ausgerichtet sind. Der von Sigurdsen betreute DnB ECO Absolute Return hat im ersten Quartal 2014 rund 18 Prozent an Wert gewonnen (wir  berichteten) und ist damit der erfolgreichste nachhaltige Aktienfonds des laufenden Jahres. Ein weiterer Fonds unter dem Management von Sigurdsen, der DnB Renewable Energy, zählt mit einem Plus von über 30 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten zu den erfolgreichsten nachhaltigen Aktienfonds.

Hohe Nachfrage aus Schwellenländern

Der Fondsmanager verweist darauf, dass der Markt für erneuerbare Energien weltweit stark wächst. Experten seien sich darüber einig, dass der Ausbau der Windkraft weiter zulegen und im Bereich der Photovoltaik das Wachstum sogar noch größer ausfallen wird (hier  erfahren Sie mehr darüber). Sigurdsen betont, dass viele Regierungen weltweit zunehmend auf alternative Energien setzen, einerseits aus aktueller Sorge um die Sicherheit der Energieversorgung angesichts stark steigender Preise für fossile Brennstoffe, andererseits um der immer gravierenderen Umweltverschmutzung zu begegnen.

Sigurdsen nennt dafür Beispiele: „Gerade Schwellenländer wie China, Indien und Brasilien investieren derzeit massiv in diesen Bereich. Mit einem Anteil von fast 30 Prozent an den weltweit für nachhaltige Energie bereitgestellten Geldern übertrifft China sogar die USA“, sagt Sigurdsen. Im laufenden Jahr werde China den größten Markt für Solar- und Windenergie darstellen. „Das Reich der Mitte hat den Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtenergieproduktion in den letzten Jahren stark erhöht und will ihn bis zum Jahr 2020 auf rund 15 Prozent steigern. Dahinter stecken ebenso ökologische Probleme wie auch die Absicht, sich frühzeitig in einem Wachstumsgebiet zu positionieren. Ebenso dürfte die Volksrepublik die weltweit höchsten Investitionen in die Netzinfrastruktur tätigen“, so der Fondsmanager weiter.

Die Lebensqualität der Chinesen sei schon heute sehr stark von den Auswirkungen der Kohleverbrennung beeinträchtigt, der mit Abstand größten Energiequelle des Landes. China müsse daher auch in den kommenden Jahren massiv in umweltschonende Energieproduktion investieren und werde folglich weiterhin zu den Schlüsselmärkten im Bereich der Umwelttechnologien zählen. Die beiden Fonds von Sigurdsen investieren zum Beispiel stark in die China Suntien Green Energy Corporation Limited, die in großem Umfang auf Grünstromprojekte setzt.

Der Fondsmanager sieht auch gute Chancen für Unternehmen aus dem Sektor der Biotreibstroffe, und dies nicht nur in den USA, wo deren Einsatz schon seit Jahren stark gefördert wird, sondern gerade auch in Schwellenländern. Sigurdsen: „Bioethanol ist in zum Beispiel in Indien ein wichtiges Wachstumsfeld: Dort haben sich die Investitionen in den letzten Jahren gar verdoppelt, weil die Preissteigerung bei Ölimporten zu Alternativen drängte. Da die Zuckerpreise zeitgleich fielen, erhöhte sich die Attraktivität der inländischen Ethanol-Produktion. Zudem greifen im Ethanol-Sektor die technologischen Fortschritte allmählich und stellen den Unternehmen höhere Margen in Aussicht.“

Was spricht für die Aktie des Motorbauers Cummins?

Gute Aussichten haben laut dem Experten von DNB Asset Management nicht zuletzt Akteure aus dem Bereich effizienter Antriebstechnologien. Als Beispiele nennt Sigurdsen den Motorbauer Cummins aus den USA sowie den französischen Automobilzulieferer Valeo. Cummins wird nach seiner Einschätzung davon profitieren, dass in den Vereinigten Staaten demnächst erhöhte Standards für die Lkw-Treibstoffeffizienz eingeführt werden sollen. „Die neuen Effizienzstandards dürften das Margenpotenzial des von Cummins entwickelten Motors ASP maßgeblich erhöhen“, so Sigurdsen.

Bildhinweis: Neue Standards regen Autobauer an, effizientere Motoren einzusetzen. / Quelle: Fotolia

Der Fondsmanager räumt zwar ein, dass dieses Wachstumspotential bei vielen Umwelttechnologie-Aktien  angesichts der starken Kurszuwächse der letzten Monate zum Teil bereits eingepreist sei. Das es sich heirbei um einen weltweiten Trend handele, zeige der WilderHill New Energy Global Innovation Index, der Aktien aus aller Welt enthalte und im ersten Quartal den MSCI World um über zehn Prozent geschlagen habe. Laut Sigurdsen sind aber viele Aktien aus dem Bereich der alternativen Energien und Energieeffizienz im Vergleich zum breiten Aktienmarkt immer noch günstig bewertet.
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