Aufbau einer Anlage der ABO Wind AG: die deutsche Windkraft ist in Deutschland ein wichtiger Jobmotor. / Quelle: Unternehmen

  Erneuerbare Energie

Erneuerbare Energien wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland

Die Erneuerbaren Energien haben sich in Deutschland zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Darauf weist die Berliner Agentur für Erneuerbare Energien hin, die unter anderem vom Bundesumweltministerium unterstützt wird. Pro Jahr sparen Erneuerbare Energien nach ihren Angaben rund zehn Milliarden Euro an Importkosten ein und sorgen für eine inländische Wertschöpfung in Höhe von rund 17 Milliarden Euro. „Die Erneuerbaren bieten nicht nur den namhaften deutschen Herstellern von Energieerzeugungsanlagen zukunftsträchtige Absatzmärkte im In- und Ausland, sondern versorgen auch zahlreiche mittelständische Zulieferbetriebe mit Aufträgen. Gleichzeitig reduzieren sie die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Energieimporten und tragen so zur Versorgungssicherheit bei“, erläutert Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

Er bezeichnet es als unverständlich, wenn manche Kritiker versuchten, einen Gegensatz zwischen Erneuerbaren Energien und Industrieproduktion in Deutschland aufzubauen: „Es ist widersinnig, den Ausbau Erneuerbarer Energien bremsen zu wollen, um den Industriestandort Deutschland zu stärken. Energie aus Wind, Sonne, Biomasse und Co. sind längst zu einem zentralen Wirtschaftsfaktor in Deutschland geworden, der Umsätze und Wertschöpfung im Milliardenbereich generiert und hunderttausende zukunftssichere Arbeitsplätze schafft“, betont Vohrer.

Laut der Agentur senken Erneuerbare Energien den Strompreis für die Industrie spürbar. „Der Industriestrompreis für die energieintensiven Unternehmen ist in Deutschland nicht zuletzt dank der Erneuerbaren Energien mittlerweile niedriger als in den meisten europäischen Nachbarstaaten“, so Vohrer. Da die energieintensive Industrie ihren Strom häufig direkt an der Strombörse einkaufe, müsse man dabei auf die Börsenstrompreise blicken, die aufgrund der stark wachsenden Produktion von Grünstrom stark gefallen seien. Im Jahr 2013 kostete eine Kilowattstunde Strom am Spotmarkt im Schnitt 3,78 Cent. Zum Vergleich: In Frankreich kostete das gleiche Produkt im selben Jahr 4,3 Cent, in Italien und Großbritannien sogar 6,2 Cent.

Ohnehin seien die Energiekosten für die Qualität eines Wirtschaftsstandortes keinesfalls übermäßig von Bedeutung, stellt dazu Vohrer fest: „Standortentscheidungen fallen stets auf der Grundlage mehrerer Faktoren. Deutschland kann mit entscheidenden Schlüsselqualitäten punkten: Eine leistungsfähige Infrastruktur, hoch qualifizierte Arbeitskräfte, eine innovative Forschungslandschaft und ein dichtes Netzwerk aus Zulieferbetrieben.“ Überdies sei die Versorgungsqualität der deutschen Stromnetze weltweit Spitze. „Hierzulande fällt der Strom nur etwa 15 Minuten pro Jahr aus. In den Vereinigten Staaten sind es 240 Minuten, was dort laut Regierungsangaben jedes Jahr volkswirtschaftliche Schäden in Höhe von über 60 Milliarden US-Dollar verursacht“, führt der Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien an.
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