Auf fossile Brennstoffe wie Kohle will die EU auch künftig nicht verzichten. Ein Greenpeace-Report zeigt auf, dass eine echte EU-Energiewende Vorteile für Klima und Umwelt hätte. / Foto: Fotolia (Chris 74)

  Erneuerbare Energie

Erneuerbare machen EU unabhängig von Oligarchen-Energie

40 Prozent weniger Energie-Importe in die EU - etwa aus Russland - wären bis 2030 möglich durch das Zusammenspiel von Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace.

Auf dem EU-Gipfel in Brüssel beraten die Staats- und Regierungschefs seit heute über einen Weg aus der Energieabhängigkeit von russischem Öl und Gas. Was dort bisher auf dem Tisch liegt geht Greenpeace nicht weit genug: „Die EU könnte eine echte Energiewende in Europa einleiten und ihren klimaschädlichen CO2-Ausstoß erheblich mindern“, erklären die Umweltschützer. Weil der bisherigen Vorschlag der Europäischen Kommission aber auf „klimaschädliche fossile Brennstoffe“ setze, kritisiert Greenpeace-Energieexperte und Mitautor der aktuellen Studie diesen als „völlig unzureichend.“

Die neue Studie von Greenpeace basiert auf Berechnungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Hinzu kam eine Analyse der in Europa verfügbaren fossilen Brennstoffe durch die Ludwig Bölkow Systemtechnik. Greenpeace schlägt vor, den Anteil der Erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2030 auf 45 Prozent zu steigern und zugleich 40 Prozent Energie einzusparen (im Vergleich zu 2005). So könnte die EU im Vergleich zu heute ihre Gasimporte um rund 25 Prozent und ihre Ölimporte um bis zu 40 Prozent verringern. Kohleimporte liefen 2030 aus und heimische Kohlendioxid-Emissionen könnten im Vergleich zu 1990 um 65 Prozent sinken, so die Studie weiter. Die EU würde nach dem Greenpeace-Vorschlag 45 Prozent weniger Energieimporte als nach ihren eigenen Plänen benötigen. Die EU-Kommission will Europas Treibhausgasemissionen um 40 Prozent senken, aber den Anteil Erneuerbarer Energien auf lediglich 27 Prozent bis 2030 steigern.

Im Greenpeace-Energieszenario stiege der Anteil von Wind, Wasser und Sonne in der Stromerzeugung bis 2030 auf 74 Prozent, während die EU-Kommission nur von 50 Prozent ausgeht. An Investitionskosten veranschlagt die unabhängige Umweltorganisation rund 1,75 Billionen Euro bis zum Jahr 2030. Das sind rund 10 Prozent oder zehn Milliarden Euro jährlich mehr als im Kommissionsszenario, das von 1,55 Billionen Euro an Investitionen ausgeht.

„Die Staatschefs haben es nun in der Hand, Europas Energieunabhängigkeit voran zu treiben. Wenn jeder begriffen hat, dass Effizienz für die Energiesicherheit und den Klimaschutz eine wichtige Rolle spielt, müssen jetzt ambitionierte Ziele folgen“, so Teske. „Die Energiekonzerne wollen Europa weiter abhängig halten von Öl und Gas. Die EU muss sich vom Diktat der Oligarchen endlich befreien“, fordert der Greenpeace-Energieexperte.
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