28.04.10 Erneuerbare Energie

Erster deutscher Offshore-Windpark in Betrieb – Kostenexplosion und Streit mit der EU

Der erste deutsche Offshore-Windpark „alpha ventus“ ist offiziell in Betrieb genommen worden. Diese an sich positive Nachricht wird überschattet von zwei negativen. Die Kosten sind höher ausgefallen als erwartet. Die Stromkonzerne E.ON, Vattenfall und Energie Baden-Württemberg (EnBW) müssen statt der erwarteten 180 nun 250 Millionen Euro für die zwölf Windräder mit 60 Megawatt Leistung zahlen.

Der zweite Dämpfer betrifft die ablehnende Haltung der EU-Kommission bei den Fördermitteln. Die Bundesregierung hätte gerne 30 Millionen Euro EU-Zuschuss und begründet dies mit der Pionierleistung, die 45 Kilometer nördlich von Borkum erbracht wurde. Die Anlagen von REpower und Areva-Multibrid stehen anders als alle ihre Vorgänger in relativ tiefem Wasser. Ihre Fundamente reichen 30 Meter tief herab. Die EU-Kommission hat kürzlich ein Prüfverfahren zu den deutschen Forderungen eingeleitet.

Das Testfeld vor Borkum ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf künftige Aktivitäten an den deutschen Küsten. Geplant sind 5.000 Anlagen mit 25.000 MW Leistung. Auf diesem Pfund ruht die Hoffnung der Branche, schon in wenigen Jahren 20 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien zu gewinnen.

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