17.09.10 Anleihen / AIF

„Es wird auch künftig lukrative Solarfonds geben“ - Interview mit Georg Hetz, UDI UmweltDirektInvest-Beratungs GmbH



ECOreporter.de: Was ist das Kerngeschäft der UDI UmweltDirektInvest-Beratungs GmbH? Und wie hat sich Ihr Unternehmen seit der Gründung entwickelt?

Georg Hetz: Bis zum Jahr 2003 hat UDI ausschließlich Windpark-Beteiligungen angeboten. Ab 2004 kamen Solarfonds hinzu, die ab 2006 um Biogasanlagen ergänzt wurden. Damit bieten wir unseren Kunden die komplette Palette der klassischen Erneuerbare Energien-Nutzung zur Investition an. In Summe hat UDI bis heute mehr als 215 Millionen Euro Eigenkapital eingeworben. 1998 mit drei Mitarbeiterinnen gestartet sind bei UDI heute mehr als 30 Mitarbeiter beschäftigt. Außerdem hat UDI sich vom anfänglichen reinen Eigenkapitalvertrieb zum Emissionshaus entwickelt, das vermehrt Projekte aus dem Erneuerbare-Energien-Bereich selbst initiiert und vertreibt.


ECOreporter.de: Was erhoffen Sie sich von der Messe Grünes Geld 2010 in Freiburg?

Hetz: Als Direktvertrieb, der ja seine Kunden ausschließlich per Brief, Telefon und Internet berät, suchen wir auf dieser Messe ganz bewusst den persönlichen Kontakt zu den Anlegern. Wir wollen dort sehen, ob die Anleger unser Beratungsangebot direkt vor Ort nutzen oder ob sie nur Kontakte herstellen wollen, um dann in aller Ruhe von Zuhause aus Entscheidungen zu treffen.


ECOreporter.de: Was wollen Sie auf der Messe Grünes Geld in Freiburg präsentieren?

Hetz: Unser neuestes Produkt: einen Fonds, der sowohl in Sonne, Wind und Biogas investiert. Dadurch profitiert der Anleger vom gesamten Mix aller Erneuerbaren Energien. An irgendeiner Stelle in diesem Fonds wird immer grüner Strom erzeugt und verkauft.


ECOreporter.de: Welches sind die größten Herausforderungen, mit denen Sie sich aktuell konfrontiert sehen?


Hetz: Viele Anbieter und Vermittler, die bislang herkömmliche Finanzprodukte angeboten haben, haben sich den Erneuerbaren Energien zugewandt, weil beispielsweise der Markt für neue Schiffsbeteiligungen weggebrochen ist. Das große Angebot an Solarbeteiligungen ist der Beweis dafür. Allerdings stellen wir fest, dass mit dieser Neuorientierung häufig die Qualität der Angebote leidet, was ein unerfahrener Anleger aber nur schwer erkennen kann. Dem begegnen wir durch unsere gewachsene Sachkompetenz, mit dem wir in der Lage sind, qualitativ hochwertige Projekte zu erkennen und uns zu sichern.


ECOreporter.de: Auf welche zukünftigen Marktherausforderungen haben Sie sich wie eingestellt? Welche Märkte sind für Sie aus welchen Gründen anstrebenswert, wo stoßen Windenergie, Photovoltaik und Biogas bereits jetzt eher an Grenzen?

Hetz: Neue Windkraftbeteiligungen anzubieten, ist sehr schwer geworden, da die großen Stromkonzerne diesen Markt seit einigen Jahren dominieren. Wir sind jedoch mit einigen Projektierern im Gespräch, die die Vorzüge des Fondsgeschäfts wieder zu schätzen wissen. Sie haben erkannt, dass große Einzelinvestoren in erster Linie die eigenen Interessen im Auge haben und nur sehr wenig die der technischen Betreiber. Hier ticken Fonds anders. Wenn dort der Betreiber einen guten Job macht, sind die Anleger zufrieden. Damit profitieren alle, sowohl die Kapitalgeber als auch die Entwickler und Betriebsführer.
Bei der Photovoltaik muss man sehen, wo sich die Modulpreise hin entwickeln. Folgen sie den sinkenden Einspeiseerlösen, können auch künftig lukrative Angebote gemacht werden. Wir sind sicher, dass es so kommen wird.
Mit neuen Biogasprojekten sind wir bis auf weiteres gut ausgestattet. Hier macht sich mehr und mehr die langwierige Aufbauarbeit der UDI als Emissionshaus für Biogasfonds bezahlt. Viele Biogasprojektierer klopfen bei uns an, um gemeinsam neue Projekte zu realisieren.


ECOreporter.de: Was erwarten Sie für die Zukunft? Wo sehen sie die UDI im Jahr 2012?

Hetz:
Beim Biogas wird der Zug in Richtung Reststoffen, aus denen Energie erzeugt werden kann, abgehen. Neue Anlagen, die sich ausschließlich aus der Land- oder Viehwirtschaft „ernähren“, werden seltener. Denn gerade bei der Herstellung zum Beispiel von Fruchtsäften beziehungsweise von Lebensmitteln ganz allgemein fallen Abfallstoffe an, die sich hervorragend in Energie umwandeln lassen. Dieser Markt ist äußerst ergiebig. Wir gehen davon aus, dass diese Sparte künftig per Gesetz gefördert wird.


ECOreporter.de: Herzlichen Dank für das Gespräch!

Bildhinweis: Biogasprojekt der UDI. / Quelle: Unternehmen
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