Für Solarkonzerne, die vor allem in China fertigen, ist die EU als Absatzmarkt unattraktiv geworden. / Foto: Suntech

07.12.15 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

EU beschränkt Solarimporte aus China weiterhin

Eigentlich waren die Mindestimportpreise und Einfuhrbeschränkungen der EU für Solartechnik aus China bis zum heutigen 7. Dezember befristet. Doch nun hat die EU-Kommission deren Überprüfung verfügt und damit eine vorläufige Verlängerung dieser Handelsbarrieren. Diese Überprüfung kann bis zu 15 Monate dauern. Es ist also möglich, dass die Beschränkungen bis zum Frühjahr 2017 fortbestehen. Das ist ein großer Erfolg für die Initiative EU Prosun, die sich unter Führung der SolarWorld AG gegen ein Ende dieser Handelsbarrieren eingesetzt hat. Diese waren 2013 eingeführt worden - ebenfalls auf Anregung von EU Prosun, in der sich europäische Solarhersteller engagieren, die der Konkurrenz aus China vorwerfen, am Markt mit Dumping-Preisen zu agieren.

Gegenwärtig muss in der EU für Solarmodule aus China ein Mindestpreis von 56 Eurocent pro Watt verlangt werden, den die EU festgesetzt hat. Einige chinesische Solarhersteller fallen nicht unter diese Regelung, weil sie nicht mit der EU kooperieren oder weil die EU sie von diesem Verfahren wegen Verstößen gegen die Preisregelung verstoßen haben. Dazu gehören etwa die börsennotierten Solarhersteller Renesola und Canadian Solar, die überwiegend in China produzieren. Wenn sie Solarmodule an Kunden in der EU liefern, fallen zur Strafe Importzölle von knapp 50 Prozent an.

Vor allem Solarprojektierer, die sich in der Initiative ‚Solar Alliance for Europe‘ (SAFE) vereinigt haben, kritisieren diese Handelsbarrieren. Nach ihrer Einschätzung halten sie die Preise für Solartechnik in der EU künstlich hoch und bremsen damit den Ausbau der Photovoltaik. „Die EU hat heute eine wichtige Chance verpasst, der Photovoltaik in Europa wieder Schwung zu verleihen. Jetzt müssen die Unternehmen aller Voraussicht nach bis Anfang 2017 mit überhöhten Preisen klar kommen. Europa droht den Anschluss an die Weltmarktpreise für Module zu verlieren. Darunter leidet nicht nur die Branche sondern auch die Verbraucher“, kommentiert Dr. Holger Krawinkel vom Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie, das SAFE angehört.

Die Folgen der Mindestimportpreise und Einfuhrbeschränkungen für die börsennotierten Solarhersteller aus China halten sich in Grenzen. Denn für sie spielt die EU als Absatzmarkt nur noch eine geringe Bedeutung. Sie verkaufen weitaus mehr Solartechnik in Amerika und vor allem in ihrem Heimatmarkt. In China wird derzeit pro Jahr um ein Vielfaches mehr an Solarstromkapazität neu errichtet als in Deutschland oder Großbritannien, den größten Solarmärkten der EU.
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