JA Solar zählt zu den weltgrößten Herstellern von Solartechnik. EU-Einfuhrbestimmungen sorgen dafür, dass die Produkte des chinesischen Konzerns in Europa teurer sind als in Asien. / Foto: Unternehmen

  Erneuerbare Energie

EU-Einfuhrregeln sorgen für Preisgefälle bei Solarmodulen

Während die Preise für Solarmodule in Deutschland und der EU weiter stabil sind, wurde Solartechnik außerhalb Europa deutlich billiger. In Japan und Korea fielen die Preise im August 2014 um 1,5 Prozent und erreichten damit EU-Niveau. In China sank der Durchschnittspreis für Solarmodule um 1,8 Prozent und in Südostasien um zwei Prozent. In den ersten acht Monaten des Jahres waren die Modulpreise weltweit rückläufig. Die Rückgänge lagen bisher zwischen fünf und sieben Prozent.

In Kooperation mit dem Partner pvXchange berichtet ECOreporter.de monatlich über die Entwicklung der Preise auf dem Markt für Solarmodule. pvXchange stellt dafür ein „Preisbarometer“ zur Verfügung. Dieses soll einen schnellen Überblick auf die Trends im Solarmarkt ermöglichen.


Marktkommentar zum Preisindex für August 2014

Die existierenden Mindesteinfuhrpreise für chinesische Module und Zellen verhindern eine dringend nötige Preisanpassung nach unten bei Produkten aller Herkunftsregionen. Die Preise bleiben nach wie vor weitestgehend stabil, parallel werden Liefervolumina von asiatischen Herstellern für den europäischen Markt schrittweise gesenkt. Die Musik spielt schon seit längerem auf anderen Kontinenten. Während Modulpreise für sogenannte Non-EU-Projekte - also Anlagen, die außerhalb des Einflussbereichs der EU-Kommission und deren Regelungen gebaut werden - bereits wieder (oder immer noch) im unteren 40-Cent-Bereich angesiedelt sind, stagnieren die Preise innerhalb der Union knapp oberhalb der 50-Cent-Marke.

Nach Jahren des Wachstums werden wir in diesem Jahr in Deutschland wohl zum zweiten Mal in Folge einen Marktrückgang im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 30 Prozent sehen. Ohne Not wird so die Energiewende behindert und verschleppt. Die vielzitierte Kostenbremse wird auf Kosten der erneuerbaren Energien und zynischerweise auch auf Kosten der Endverbraucher durchgedrückt.

Die Industriestrompreise haben sich im Gegensatz zu den Endverbraucherpreisen in den vergangenen zehn Jahren nicht erhöht, wie der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) festgestellt hat. Auch das EEG-Umlagekonto weist momentan wieder ein sattes Plus auf, obwohl ja viele energieintensive Betriebe weiterhin von der Umlage ausgenommen sind – die neu eingeführte Beteiligung von Eigenverbrauchsanlagen an der EEG-Umlage dürfte damit völlig überflüssig sein und ist kontraproduktiv.


Grafik: pvXchange

Hinweise zur Darstellung:

1. Es werden nur Netto-Preise für Photovoltaik-Module angezeigt.
2. Die Preise sind keine Endkundenpreise. Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage muss der Wert in Deutschland etwa mit dem Faktor 2 - 3 multiliziert werden.
3. Die Preise stellen die durchschnittlichen Angebotspreise auf dem europäischen Spotmarkt dar (verzollte Ware).

Erläuterung zur Grafik:

Die bunten Pfeile veranschaulichen die Entwicklung, der Bezug zum Vormonat oder zum Anfang des Jahr es verdeutlicht auftretende Schwankungen auf dem Markt. Das Barometer zeigt ausschließlich die Nettopreise pro Watt-Leistung für den gewerblichen Handel mit Photovoltaik-Modulen, Endkundenpreise werden nicht genannt. Als Faustregel gilt dennoch: Für eine durchschnittliche schlüsselfertige Solaranlage mit kristallinen Modulen muss der Wert in Deutschland etwa mit 1,8 multipliziert werden.Das Barometer zeigt immer den arithmetischen Mittelwert eines gesamten Monats für Module einer Technologie sowie der Herstellerregion an.
Die Angaben für Europa enthalten nach Angaben von pvXchange fast ausschließlich die Module von deutschen Firmen. Die wenigen spanischen, italienischen und skandinavischen Angebote seien statistisch nicht mehr relevant. Daher sei das Barometer zum 1. Januar 2011 entspre chend angepasst worden. Japan und China sind zwei weitere wichtige Herstellernationen. Sie werden getrennt aufgezählt, da die PV-Preise der beiden asiatischen Länder in der Regel in Europa sehr unterschiedlich sind.Wie pvXchange erläutert, werden die Daten nicht über Hochrechnungen oder Umfragen erhoben. Die Preise würden stattdessen hunderte von realen Angeboten widerspiegeln, die jeden Monat auf dem internationalen Spotmarkt für Photovoltaik-Module, pvXchange, veröffentlicht werden. Zur möglichst exakten Darstellung der Preisstruktur eines Monats würden nur die Offerten hinzugezogen, bei dem die Module in dem entsprechenden Monat ausgeliefert werden. Die Preise würden sich zudem nur auf gehandelte Modulkontingente zwischen 5 und max. 999 kWp beziehen, da größere Abnahme-Mengen die Preise für gebräuchliche Anlagen verfälschen.

Bis September 2013 erfasste der Preisbaromenter auch ähnliche Dünnschicht-Solarmodule. Dabei waren ähnliche Technologien zusammengefasst dargestellt. Die Preiserhebung für Dünnschichtmodule wurde jedoch eingestellt. Mangels verfügbarer Produkte ist eine representative Erhebung für pvXchange in diesem Bereich nicht mehr möglich. Um der Entwicklung am asiatischen Markt gerecht zu werden, hat pvXchange einen neuen Preispunkt mit dem Titel „Südostasien“ eingeführt. Dazu zählen unter anderem Thailand, Indonesien und - geografisch gesehen nicht ganz korrekt - Indien. Aus wirtschaftlicher Sicht macht die Umstellung laut pvXchange Sinn. Denn den für diese Gruppe angegebenen durchschnittlichen Marktpreis kann man pvXchange zufolge für chinesische Module ansetzen, die nicht in die EU eingeführt werden müssen – er bildet also den Weltmarktpreis für asiatische Ware allgemein ab. Die bisherige Preiskurve für chinesische Module wird repräsentativ für EU-Importe weitergeführt.
Die Daten werden mit freundlicher Unterstützung von pvXchange zur Verfügung gestellt. pvXchange wurde 2004 gegründet und ist eigenen Angaben zufolge der weltweit größte markenunabhängige Marktplatz für Solarmodule und Wechselrichter im Geschäftskundenbereich.
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