26.07.12 Nachhaltige Aktien , Erneuerbare Energie , Meldungen

Europäische Solarhersteller reichen Klage gegen chinesische Konkurrenz ein

Als Initiative mit dem Namen "EU ProSun" hat ein Konsortium europäischer Solartechnikhersteller nun bei der Europäischen Union eine Antidumping-Klage gegen die chinesischen Mitbewerber eingereicht. Innerhalb von 45 Tagen wird die Entscheidung darüber fallen, ob die Klage angenommen wird. Branchen-Analysten von Jeffreys weisen darauf hin, dass innerhalb von 15 Monaten eine Entscheidung über mögliche Strafmaßnahmen fallen muss. Sie gehen davon aus, dass ein Klage-Erfolg  zu moderaten Strafzöllen für die Einfuhr von Solarkomponenten aus China führen würde. Davon würden dann Hersteller aus dem benachbarten Taiwan profitieren.

Chinesische Hersteller erwägen bereits die Auslagerung von Produktionskapazitäten in andere asiatische Staaten, um Strafzöllen zu entgehen. Zudem prüfen die chinesischen Behörden ihrerseits, inwiefern eine Klage auf Strafzölle für die Einfuhr des wichtigen Photovoltaikrohstoffs Silizium von aus den USA und Korea nach China möglich und sinnvoll erscheint. Hintergrund dessen ist eine Beschwerde eine Koalition chinesischer Solarkonzerne.


Die Klage der von Europas Solarhersteller gegen die fernöstliche Konkurrenz geht zurück auf eine Initiative des Bonner Solarkonzerns SolarWorld AG. Dessen US-Sparte hatte gemeinsam mit anderen US-Herstellern bereits Strafzölle auf den Import von Solarprodukten chinesischer Hersteller in die Vereinigten Staaten durchgesetzt. Nachdem dies gelungen war, begann SolarWorld umgehend damit, die nun offenbar eingereichte Klage für Europa vorzubereiten (ECOreporter.de Opens external link in new windowberichtete).  Die westlichen Solarunternehmen werfen der Konkurrenz aus China vor, mit Hilfe günstiger Staatskredite Preisdumping zu betreiben. Wie ein SolarWorld-Sprecher gegenüber dem 'Handelsblatt' bestätigte, haben sich insgesamt 25 Firmen aus Deutschland, Italien, Spanien und anderen EU-Ländern der Klage angeschlossen.

Allerdings vertreten sie nicht die europäische Solarbranche als Ganzes. Gegen eine solche Klage hatten sich in der Vergangenheit zum Beispiel der Silizium-Hersteller Wacker Chemie, der enge Geschäftsbeziehungen nach China unterhält, und der Projektierer Phoenix Solar ausgesprochen. Projektierer wie Phoenix Solar profitieren von den günstigen Modulpreisen chinesischer Solarhersteller.
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