17.09.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Exot mit Potential – Was spricht für die Aktie der Asian Bamboo AG?

Die Hamburger Asian Bamboo AG hat zwei Geschäftsfelder: Bambusstämme und biologisch angebaute Bambussprossen. Seit Anfang dieses Jahres pendelt ihre Aktie in Frankfurt zwischen Kursen von acht und zwölf Euro. Mit aktuell 9,35 Euro ist das Papier weit von dem Emissionspreis 17 Euro entfernt, den es beim Börsendebüt im vergangenen November erzielt hat. Dabei konnte das Unternehmen in diesem Jahr mit sehr starken Quartalszahlen aufwarten. In den ersten sechs Monaten hat es den Umsatz um 238 Prozent verbessert. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte Asian Bamboo sogar 365 Prozent zu.  Obendrein ist die Aktie des Unternehmens mit ihrem recht geringen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV, 2008) von derzeit 5,3 ein Schnäppchen.


Ihren Geschäftssitz hat die Asian Bamboo AG zwar in Hamburg, die Produktionsbetriebe befinden sich jedoch in der chinesischen Provinz Fujian, einem der Hauptanbaugebiete für Bambus in der Volksrepublik China.  In der vergangenen Woche befand sich das Management der Gesellschaft in Deutschland auf Roadshow. Ein Anlass für ECOreporter.de, mit dem neu bestellten Finanzvorstand Peter Sjovall über die Geschäftsentwicklung von Asian Bamboo zu sprechen. Der seit Jahren in Hong Kong und China tätige Sjovall ist seit Juli bei dem Unternehmen für die Finanzabteilung als auch für die Abteilung Investor Relations verantwortlich.

Angesprochen auf die schwache Kursentwicklung verwies Sjovall auf das insgesamt problematische Börsenumfeld. Die hohen Zuwächse bei Umsatz und Gewinn seien ein Beleg dafür, dass die negative Aktienperformance nicht auf die Geschäftssituation von Asian Bamboo zurück zu führen sei. Das Unternehmen sei hochprofitabel, seine Geschäftsaussichten sehr gut. Dessen Anteilsschein war erst kürzlich von Sal. Oppenheim mit einem Kursziel von 19,20 Euro zum Kauf empfohlen worden. Die Bank bewertet die Prognose von Asian Bamboo für das Gesamtjahr von 45 Millionen Euro Umsatz und einem bereinigten Nettoergebnis von 18 Millionen Euro als „konservativ“. Ihr Analyst Christian Bruns erwartet für 2008 einen Umsatz von über 48 Millionen Euro und einen EBIT-Zuwachs von rund 7 auf über 21 Millionen Euro. Bis 2010 könne das Unternehmen ihm zufolge sogar mehr als 30 Millionen Euro erreichen, bei einer um die 45 Prozent pendelnden EBIT-Marge.

Aber bei dieser positiven Einschätzung von Sal. Oppenheim ist zu berücksichtigen, dass die Bank im vergangenen Jahr den Börsengang von Asian Bamboo begleitet hat, der dem Unternehmen bei voller Ausübung der Greenshoe-Option einen Brutto-Emissionserlös von rund 95 Millionen Euro ermöglichte. Wie Finanzvorstand Sjovall ausführte, gab das Interesse von Sal. Oppenheim im vergangenen Jahr auch den Ausschlag dafür, in Deutschland an die Börse zu gehen. Die Bank habe großes  Interesse gezeigt und gute Bedingungen angeboten. Daneben habe auch die große Anzahl von europäischen Fondsgesellschaften, die sich mit Fonds auf die Themen Landwirtschaft bzw. nachhaltige Investments spezialisiert haben, für ein Listing an der Frankfurter Börse gesprochen. Für einen Erzeuger und Anbieter von biologisch angebauten Bambussprossen und Bambusstämmen wie Asian Bamboo sei dies ein sehr gutes Umfeld für das Listing gewesen.
Von ECOreporter.de zu den Geschäftsrisiken seines Unternehmens befragt erklärte Peter Sjovall, dass Bambus eine ungewöhnlich widerstandsfähige Pflanze sei. Obwohl China im vergangenen Winter von Schneestürmen und extremem Frost heimgesucht worden sei, hätten die Plantagen von Asian Bamboo keine Schäden davon getragen. Natürlich könne man Wetter- und Klimarisiken nicht vollständig ausschließen. Aber die Geschichte der Kultivierung von Bambus belege, dass er kaum dafür anfällig sei.

Die Währungsrisiken stufte der Finanzvorstand gegenüber ECOreporter.de ebenfalls als gering ein. Zwar befänden sich die Plantagen zu 100 Prozent in China , während die Firmenzentrale in Deutschland sei. Es gebe aber keinen nennenswerten Geldfluss, allenfalls der geringe Handel mit Japan sei mit einem gewissen Währungsrisiko verbunden. Auf Nachfrage unterstrich Sjovall die Bedeutung, die das Unternehmen der Nachhaltigkeit seiner Plantagen beimisst. So sei der Einsatz von Kunstdünger tabu. Ferner pachte man nur Land für die Plantagen, das so weit von Industrieansiedlungen entfernt sei, dass man den Zustrom von Giftstoffen ausschließen könne. Asian Bamboo verfüge über alle üblichen Siegel für die Produktion von Biolebensmitteln.

Angesprochen auf die sozialen Standards erklärte der Finanzvorstand, dass die Plantagen des Unternehmens von einheimischen Bauern bewirtschaftet und abgeerntet werden. Für diese sei dies ein Zusatzverdienst, der oft über ihrem Einkommen als Landwirt liege. Asian Bamboo entlohne sie per Kilo. Ein weiterer Vorteil dieses Modells liege darin, dass diese „Tagelöhner“ weiter ihre Betriebe bewirtschaften können, sie sich nicht für eine der beiden Tätigkeiten entscheiden müssten. Laut Sjovall ist es für sein Unternehmen essentiell, hohe soziale und ökologischen Standards zu erfüllen, da dies von den wichtigen Kundengruppen in Europa und in den USA verlangt werde. und zudem der eigenen Unternehmensphilosophie entspräche.

Wie der Finanzvorstand weiter erläuterte, will  Asian Bamboo nun auch in das Papier- und Zellstoffgeschäft einsteigen. Das sei in China ein sehr großer Markt mit enormem Wachstumspotential. Mit ihren Bambusplantagen besitze das Unternehmen den Grundstoff und könne wählen, ob sie ihre Bambusstämme in der verkaufen oder in der eigenen Papier- und Zellstoffproduktion einsetzen will. Die Regierung in Peking fördere den Einsatz von Bambus bei der Herstellung von Papier. Da Bambus sehr schnell wachse, bis zu 0,5 Meter am Tag, sei die Pflanze sehr gut zur Aufforstung des Landes geeignet.  

Asian Bamboo AG: ISIN DE000A0M6M79 / WKN A0M6M7

Bildhinweis: Bambusplantagen von Asian Bamboo, Finanzvorstand Peter Sjovall. / Quelle: Unternehmen
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