Die zunehmende Verschmutzung der Gewässer stellt unter anderem eine Gefährung für die Ernährung der Bevölkerung in Schwellenländern dar. Nachhaltige Aktienfonds, die in diesen Regionen investieren, setzen auf Unternehmen, die hier Lösungen anbieten. / Quelle: Fotolia

17.12.14 Finanzdienstleister , Fonds / ETF

Experte erwartet Wachstumssprung für nachhaltige Geldanlage

Unter anderem aufgrund der absehbaren wirtschaftlichen Folgen der Klimaerwärmung befassen sich immer mehr Produktanbieter und Investoren mit den Möglichkeiten des nachhaltigen Investierens. Darauf weist Markus Güntner hin, Nachhaltigkeitsexperte von Swisscanto, die nachhaltige Aktien-, Renten- und Mischfonds anbietet. Ihm zufolge spielt es bei Anlageentscheidungen verstärkt eine Rolle, wo und nach welchen Kriterien das Ersparte investiert wird. "Wir sehen seit Jahren Wachstum im Markt der nachhaltigen Geldanlagen, aber auf einem niedrigen Niveau. Lediglich rund zwei Prozent beträgt der Anteil explizit nachhaltig verwalteter Vermögen am Gesamten. Doch infolge der Notwendigkeit des nachhaltigen Handelns auf zahlreichen Feldern wird die Akzeptanz nachhaltiger Geldanlagen stark steigen. Mittelfristig, also auf Sicht von bis zu zehn Jahren, ist ein Anteil von fünf bis zehn Prozent nicht unrealistisch", sagt Güntner.

Sind nachhaltige Unternehmen Gewinner der Zukunft?

Anleger können nach seiner Einschätzung davon profitieren, wenn sie in Unternehmen investieren, die Lösungen für dringende Nachhaltigkeitsprobleme anbieten. Als Beispiele nennt der Nachhaltigkeitsexperte neben dem Klimawandel Umweltverschmutzung und die Herausforderung einer ausreichenden Gesundheits- und Wasserversorgung für die stark wachsende Weltbevölkerung. „Hier müssen Anleger und Produktanbieter weiterhin den Hebel ansetzen. Mit gezielten Investitionen in Unternehmen, die zum einen selbst nachhaltige Maßstäbe beim Wirtschaften ansetzen und mit ihren Produkten und Dienstleistungen nachhaltige Entwicklungen forcieren, können diese Firmen sinnvoll unterstützt werden. Und natürlich soll der Investor auch am Unternehmenserfolg partizipieren. Aus meiner Sicht sind Unternehmen, die heute schon nachhaltige Prozesse integriert haben, die Gewinner der Zukunft. Denn regulatorische Vorschriften gehen konsequent in diese Richtung", so Güntner.

Er sieht zunehmende Risiken für Unternehmen mit nicht nachhaltigen Geschäften und damit auch für deren Investoren. Denn es werde gesellschaftlich immer weniger akzeptiert, wenn ein Unternehmen zum Beispiel die Belegschaft ausbeutet oder Kinderarbeit in der dritten Welt duldet. „Unterstützend für das Wachstum nachhaltiger Geldanlagen sind auch Meldungen institutioneller Investoren, die ein großes Mandat nach explizit nachhaltigen Kriterien verwalten lassen. Das erzeugt einen hohen Druck auf zahlreiche Unternehmen, die aufgrund nicht nachhaltigen Wirtschaftens durch das Raster fallen. Und es erzielt eine Sogwirkung auf weitere Investoren, die sich dann mit dem Nutzen nachhaltiger Geldanlagen auseinander setzen", erläutert Güntner.

Foto: Markus Güntner. / Quelle: Swisscanto

Schwellenländer mit nachhaltigem Nachholbedarf

Während die Schweiz, Österreich und Deutschland in punkto Nachhaltigkeit führende Rollen einnehmen, stehen Schwellenländer noch in den Anfängen. Selbstverständlich sind auch dort erneuerbare Energien oder das Thema Energieeffizienz angekommen, aber in vielen Feldern wie der Infrastruktur oder im Gesundheitswesen sowie in der Wasserversorgung gibt es Nachholbedarf und riesige Herausforderungen.

"Insofern ist es für eine globale nachhaltige Entwicklung von großer Bedeutung, dass die Schwellenländer langfristig auf mitteleuropäisches Niveau herangeführt werden. Daher halte ich Investitionen in diesen so genannten Emerging Markets aus nachhaltigen Gesichtspunkten für sehr interessant. Investoren können dank des gewachsenen Angebots an nachhaltigen Fonds wählen, ob sie direkt in ein spezielles Anlagethema oder breit gefächert investieren", so der Nachhaltigkeitsexperte von Swisscanto. Das Unternehmen aus Bern zählt zu den Anbietern von insgesamt elf nachhaltigen Aktienfonds auf dem deutschen Markt, die in Unternehmen aus Schwellenländern investieren. Vor kurzem hat die die Zürcher Kantonalbank (ZKB) die Swisscanto-Gruppe übernommen (wir  berichteten (Link entfernt)).
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