09.10.09 Aktientipps , Erneuerbare Energie

Experte rechnet mit Aufblühen des weltweiten Photovoltaikmarktes - welche Solarwerte dürften davon besonders profitieren?

Nach einem vergleichsweise schwachen ersten Halbjahr wird die Menge der weltweit installierten Photovoltaikkapazität bis Ende 2009 das Niveau des Vorjahres erreichen. Entgegen den bisherigen Erwartungen dürfte die Gesamtmenge erneut rund sechs Gigawatt (GW) betragen. Davon geht zumindest der US-amerikanische Solarexperte Robert W. Stone von Cowen & Co. aus.


Vor allem in Deutschland gebe es im 2. Halbjahr ein starkes Wachstum des Solarmarktes, erklärt Stone und beruft sich dabei auf Daten der Bundesnetzagentur. Allein in der Bundesrepublik würden in diesem Zeitraum voraussichtlich 2,2 GW installiert, nach 0,5 GW im ersten Halbjahr. Da die neue Bundesregierung die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fixierte Solarstromvergütung vermutlich bis zum Sommer nächsten Jahres senken werde, sei für das erste Halbjahr 2010 mit einer weiter starken deutschen nachfrage für Solarprodukte zu rechnen. Eine ähnliche Entwicklung erwartet der US-Analyst für Italien. Dort wird nach seiner Einschätzung der gegenwärtige Solarboom fortgesetzt und 2010 die Marke von 1,2 GW erreicht, für 2011 stehe dann die Überarbeitung der derzeit attraktiven Vergütungsregelung an.

Positiv stimmt Cowen für das kommende Jahr, dass sich der Markt für Photovoltaik in immer mehr Ländern belebt. Aufgrund der verbesserten Förderung werde er etwa in den USA 2009 stark wachsen und sich die Menge der installierten Kapazität 2010 erneut verdoppeln. Aufwärts gehe es insbesondere in asiatischen Märkten, vor allem in Japan und China. Der Experte von Cowen sieht zudem für den zwischenzeitlich eingebrochenen spanischen Solarmarkt eine Erholung voraus. Insgesamt rechnet er für 2010 mit einem Anstieg der weltweit installierten Photovoltaik-Kapazität auf neun GW. Danach werde der Weltmarkt erst richtig an Fahrt gewinnen und bis 2013 eine weltweite Nachfrage von rund 30 GW erreichen.

Zu den Aktienunternehmen, die in den nächsten zwölf Monaten am stärksten von der Entwicklung profitieren werden, zählt Stone First Solar aus Temoe in Arizona. Das Unternehmen ist der weltweit führende Hersteller von Dünnschicht-Modulen. Die sind zwar nicht so leistungsfähig wie herkömmliche Solarmodule, aber dafür deutlich günstiger. Vor allem bei großen Solarparks und bei Standorten mit hoher Sonneneinstrahlung werden Dünnschicht-Module bevorzugt.

Ein weiterer Favorit von Stone ist mit SunPower aus dem kalifornischen San Jose ein weiteres Solarunternehmen aus den Vereinigten Staaten. Es gilt als führend bei der Qualität herkömmlicher Solarmodule. Beide US-Unternehmen sind auch als Entwickler von Soalrparks aktiv und können dabei eigene Produkte verbauen. Ferner empfiehlt der US-Analyst die Aktie des chinesischen Solarkonzerns Trina Solar. Neben Preisvorteilen spricht für ihn vor allem, dass die Regierung in Peking die Nachfrage für Photovolatikprodukte in China ankurbeln will und dieser Markt enormes Potential hat.

Mit 106,70 Euro notiert die Aktie von First Solar heute Mittag in Frankfurt um vier Prozent über Vorjahresniveau. Der Anteilsschein von SunPower liegt bei 20.40 Euro und damit 52 Prozent unter dem Vorjahreskurs. Die Aktie von Trina Solar hat sich auf Jahressicht um fast 125 Prozent auf aktuell 23,40 Euro verteuert.

First Solar Inc.: WKN A0LEKM / ISIN US3364331070
SunPower Corp.: ISIN US8676521094 / WKN A0HHD1
Trina Solar Ltd.: ISIN US89628E1047 / WKN A0LF3P

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