04.06.12 Fonds / ETF

Experte sieht nachhaltige Rentenfonds im Aufwind

Institutionelle Anleger setzen derzeit verstärkt auf nachhaltige Rentenpapiere. Das haben die Experten der LBBW-Fondstochter LBBW Asset Management festgestellt. Der Stuttgarter Initiator bietet mit dem Fonds LBBW Nachhaltigkeit Renten selbst einen Fonds an, der bei der Titelwahl Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt.

Die wachsende Zahl  der Großinvestoren, die auf „grüne“ Rentenpapiere – also Staats- beziehungsweise Unternehmensanleihen und ähnliche Geldmarktinstrumente -  setzen,  nutzen die Nachhaltigkeitskriterien auch als zusätzliche Komponente der Risikoeinschätzung, erklärt Fondsmanager Christoph Groß. Der Portfolio Manager des LBBW Nachhaltigkeit Renten selbst investiere schwerpunktmäßig in Pfandbriefe und Unternehmensanleihen.  „In der Regel haben nur große Unternehmen die Möglichkeit, liquide und bonitätsstarke Anleihen am Markt zu platzieren.

Bei kleinen Nebenwerten ist das derzeit nahezu ausgeschlossen.“ Bei der Selektion von Anleihen großer Unternehmen liege das Hauptaugenmerk eher auf den ethischen Komponenten der Nachhaltigkeit, wie zum Beispiel dem gutem Management-Verhalten, der Bilanzwahrheit oder der Unbestechlichkeit. Nachhaltige Aktienfonds hingeggen legen ihren Fokus Groß zufolge häufig stärker auf ökologische Nachhaltigkeit, da vor allem in die so genannten „Renewables“, also Unternehmen der Solar- und Windenergie-Branche, investiert werden könne.

„Wenn Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien in den kommenden Jahren aber weiter an Bedeutung und Größe gewinnen, kommen sie auch für den LBBW Nachhaltigkeit Renten als Emittent in Frage“, sagt Groß. Vereinzelte Emissionen hätten bislang gezeigt, dass die Branche weiterhin noch hohe Risiken berge und somit für sicherheitsorientierte Rentenanleger noch nicht geeignet sei.

 

Im Segment nachhaltiger Staatsanleihen legt der Fondsmanager angesichts der andauernden Euro legt der Fondsmanager angesichts der andauernden Euro-Krise nur in bonitätsstarke Staatsanleihen aus den Kernstaaten der Euro-Zone an. „Beim Investment sind vor allem mittlere Laufzeiten interessant“, sagt Groß. „Kurze Laufzeiten haben zum Teil eine


Rendite nahe Null, lange Laufzeiten bergen aktuell ein erhöhtes Zinsänderungsrisiko“, erklärt Groß. Die Nachhaltigkeitskriterien des LBBW Nachhaltigkeit Renten schließen einige Staatsanleihen vom Investment aus: „Durch den hohen Atomstrom-Anteil von 85 Prozent am Energiemix kommen zum Beispiel französische Staatsanleihen nicht in Betracht“, so Groß. Frankreich ist dennoch nicht generell tabu:  „Die Anlageregion Frankreich decken wir mit entsprechenden Anleihen französischer Unternehmen ab, die die Fondskriterien erfüllen“, so Groß. Die Nachhaltigkeitsanalyse des Fonds erstelle die Münchner Rating-Agentur oekom research AG.
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