01.07.09 Erneuerbare Energie

Experte zieht Bilanz zur Entwicklung der Offshore-Windenergie in Deutschland

Eine Bilanz zum gegenwärtigen Stand der Entwicklung der Offshore-Windenergie in Deutschland hat Christian Dahlke vom Hamburger Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gezogen. Die Offshore-Windenergie solle in absehbarer Zeit einen wesentlichen Anteil der Energiegewinnung abdecken, heißt es in einer Erklärung des BSH anlässlich des Deutschen Fischereitags in Bremerhaven. Die in Deutschland geplanten Windpark-Projekte lägen überwiegend küstenfern in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) von Nord- und Ostsee, mit Rücksicht auf die einmaligen Naturparks von Wattenmeer und Boddengewässern und den Tourismus. Das BSH entscheidet über die Genehmigung von Offshore-Anlagen in der AWZ außerhalb der 12-Seemeilen-Zone.

Für insgesamt 81 Vorhaben (68 Nordsee, 13 Ostsee) laufen im BSH gegenwärtig die Genehmigungsverfahren, so Dahlke. Davon wurden bisher 21 Windpark-Projekte mit insgesamt 1497 Windrädern genehmigt, davon 18 in der Nordsee und drei in der Ostsee. Die erste Genehmigung erteilte das BSH 2001. Zwei Anträge für Projekte östlich von Rügen seien 2004 nach intensiver Prüfung abgelehnt werden. Nach Angaben Dahlkes wird heute auch das Kabelsystem „NordEon 1“ vom BSH genehmigt – es soll ab morgen verlegt werden. Die notwendige Konverterplattform „BorWin alpha“ sei bereits vor einem Monat auf See installiert worden, so dass damit für den Netzbetreiber Eon Netz die Voraussetzungen geschaffen seien, den Strom aus dem Windpark „Bard Offshore 1“ zum Festland zu transportieren.

Neben diesem 2007 genehmigten Windpark-Projekt mit 80 Windrädern zirka 90 km nordwestlich von Borkum, das ab August errichtet werden solle, befinde sich gegenwärtig das Off-shore-Testfeld „alpha ventus“ mit 12 Anlagen in der Realisierungsphase. Es werde von der „Deutschen Offshore-Technologie und Infrastruktur-GmbH & Co. KG“ - kurz DOTI - 45 km nördlich von Borkum errichtet.

Drei weitere Verfahren für Offshore-Windparks in 30 bzw. 70 km Entfernung von den ostfriesischen Inseln stehen laut dem Bericht in den nächsten Monaten zur Entscheidung an.
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