23.06.10 Erneuerbare Energie

Experten prognostizieren der Windkraft ein stürmisches Wachstum

Zu dieser Schlussfolgerung gelangt die aktuelle Strommix-Studie, die der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) nun vorgelegt hat. Der Untersuchung zufolge wird die Windkraft in zwei Jahrzehnten beinahe 25 Prozent zur gesamten Stromproduktion in der EU 27 beitragen. Das bedeute europaweit eine Verfünffachung. Für Deutschland sei bis zum Jahr 2030 mit einer Verdreifachung der aktuellen Windenergiekapazitäten zu rechnen.

„Den Herstellern von Windenergieanlagen kommt beim Umbau der Stromerzeugung in Europa eine Schlüsselrolle zu“, stellt Gerd Krieger fest, stellvertretender Geschäftsführer bei VDMA Power Systems. Er gehört zu den Autoren der aktuellen VDMA-Studie. Schon bis 2020 soll laut den Vorgaben der EU der Anteil der Erneuerbaren Energien zur europaweiten Stromproduktion ein Drittel beisteuern und 2030 dann die Hälfte.  Wiederum die Hälfte davon, also ein Viertel der Gesamtmenge, wird dabei laut VDMA-Studie aus Wind gewonnen.

Insbesondere die Länder Mittel- und Osteuropas hätten noch ein rasantes Wachstum bei Erneuerbaren Energien vor sich, so Krieger. Interessant sei die Windernte vor allem an der Ostsee. „Für die wirtschaftliche Entwicklung der Windindustrie ist neben dem Zuwachs an installierter Leistung aber auch der Ersatzbedarf relevant“, so der VDMA-Experte weiter. „Bis 2030 werden aber auch rund 100 Gigawatt (GW) Endkapazität ihr 'Lebensende' erreichen.“ Dieser Ersatzbedarf entspreche einem Investitionsvolumen von weiteren 100 Milliarden Euro, die zunächst einmal vor allem für die bislang fast ausschließlich auf dem Festland installierten 55,5 GW Windkraft fällig werden.

Für die Windkraft auf See – offshore – geht die VDMA-Studie davon aus, dass deren Anteil innerhalb des Windkraftsektors sich in der bis 2020 verzehnfacht und hat nach weiteren zehn Jahren das Zwanzigfache seines aktuellen Anteilswertes erreicht. Das bedeute einen europaweiten Neubaubedarf von ungefähr 330 GW. „Allein das entspricht einem durchschnittlichen Investment von rund 24 Milliarden Euro pro Jahr“, erklärt Krieger. „Die Offshore-Kapazität dürfte von derzeit nahezu null auf 40 GW im Jahr 2020 und 110 GW im Jahr 2030 steigen“, so der VDMA-Experte. Dafür seien Investitionen in Höhe von insgesamt rund 275 Milliarden Euro beziehungsweise durchschnittlich etwa zwölf Milliarden Euro in jedem Jahr nötig. Mit ungefähr derselben Summe  werde am Festland eine Leistung von 170 GW installiert.

Für Deutschland prognostiziert die VDMA-Studie eine Windkraftkapazität von 40 GW im Jahr 2030. Die deutsche Windkraftkapazität auf hoher See werde dann bei 25 GW liegen. Das entspreche jährlichen Investitionen von durchschnittlich 2,7 Milliarden Euro. Doch laut  Krieger benötigt der Ausbau der Offshore-Windenergie mehr als nur Geld: „Wichtig ist auch der zügige und koordinierte Netzausbau sowie die Verknüpfung mit der Maritimen Wirtschaft.“

„Für die wirtschatliche Entwicklung der Windindustrie ist neben dem Zuwachs an installierter Leistung aber auch der Ersatzbedarf relevant“, so der stellvertretende Geschäftsführer bei VDMA Power Systems weiter. „Bis 2030 werden aber auch rund 100 GW Endkapazität ihr 'Lebensende' erreichen.“ Dieser Ersatzbedarf entspreche einem Investitionsvolumen von weiteren 100 Milliarden Euro, die zunächst einmal vor allem für die bislang fast ausschließlich auf dem Festland installierten 55,5 GW Windkraft fällig würden.

Zuversicht verbreitet auch der Weltwindkraftverband, das Global Wind Energy Council (GWEC). „Unsere längerfristigen Prognosen lassen erwarten, dass 2030 weltweit zwischen 25 bis 30 Prozent des Stromverbrauches durch Windenergie gedeckt werden können“, erklärt GWEC-Sprecherin Angelika Pullen. Auch außerhalb Europas sei ein starker Zuwachs an Windenergie zu erwarten, etwa in de USA. Dort sei der Ausbau zuletzt zwar durch die Finanzkrise gebremst. „Unsere Langfristprognose ist davon aber nicht betroffen, denn wir erwarten, dass die Banken schon bald wieder mehr Geld verleihen“, so Pullen.

In Deutschland hat es ein solches Finanzierungsproblem bei der Errichtung von Windkraftanlagen nach Angaben von Sylvia Pilarsky-Grosch, Vizepräsidentin des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), erst gar nicht gegeben. „Investitionen in Windkraft sind immer noch eine vergleichsweise sichere Geldanlage“, sagt Pilarsky-Grosch.Sie verweist auf die gesetzlich gesicherten Einnahmen der Betreiber von nachhaltigen Kraftwerken wie Windparks durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).


Text & Bilder: Christian Hilmes
Bildhinweis: Gerd Krieger, Sylvia Pilarsky-Grosch
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