Auch für Privatleute wird die Investition in Photovoltaik immer attraktiver. / Quelle: ecovision GmbH

  Erneuerbare Energie

Experten sagen globalem Solarmarkt Wachstumsschub voraus

In den kommenden Jahren wird der weltweite Photovoltaikmarkt wieder deutlich Fahrt aufnehmen. Unter anderem weil Solarkomponenten sich weiter verbilligen und daher Solarstrom in den wichtigen Absatzmärkten schon ab 2013 zu gleichen Kosten erzeugt werden kann wie herkömmlicher Strom. Das geht aus einem aktuellen Marktreport hervor. Er wurde vom US-Marktforschungsunternehmen Navigant Research aus Boulder in Colorado veröffentlicht.

Laut der Untersuchung werden die Preise für Solarmodule bis 2020 jedes Jahr um drei bis acht Prozent sinken.  Damit würde der starke Preisverfall der letzten Jahre deutlich abgebremst, aber nicht gestoppt. Noch in 2006 wurden Solarmodule im Schnitt mit rund vier Dollar gehandelt. Seither sind die Preise infolge hoher Überkapazitäten im Markt auf deutlich unter einen Dollar gefallen (per Mausklick gelangen Sie zu einer aktuellen Preisübersicht).

Dexter Gauntlett, Solarmarkt-Experte von Navigant Research, verweist darauf, dass die Massenproduktion von Solarkomponenten weitere Preissenkungen ermöglicht, zumal die Hersteller infolge des Konkurrenzdrucks auch weiter darum bemüht seinen, immer kostengünstiger immer effizientere Solarmodule zu produzieren. Das mache es immer attraktiver, in Photovoltaik zu investieren. Etwa für Betreiber großer Solarparks, die in großer Stückzahl Solarmodule einkaufen und dabei Rabatte aushandeln können, aber auch für Hausbesitzer, für die es laut den Analysen von Navigant Research immer leichter wird, die Solaranlage auf dem Dach zu finanzieren.

Gauntlett betont jedoch, dass die Ausbauziele der Politik weiterhin der stärkste Antreiber des globalen Solarmarktes bleiben. Die Bedeutung fester Einspeisetarife oder sonstiger Fördergelder werde jedoch an Bedeutung verlieren. Denn voraussichtlich schon ab 2017 werde in den großen Solarmärkten die so genannte Netzparität erreicht, könne Solarstrom also ohne staatliche Förderung mit herkömmlichem Strom konkurrieren. Das werde die Nachfrage für Photovoltaik dann weiter beflügeln.

Navigant Research rechnet damit, dass von 2013 bis 2020 weltweit neue Solaranlagen mit einer Gesamtkapazität von rund 440 Gigawatt (GW) neu errichtet werden. Zum Vergleich: der globale Zubau des vergangenen Jahres summierte sich auf rund 30 GW. In Deutschland, dem bislang größten Solarmarkt der Welt, sind derzeit rund 33 GW ans Netz gebracht worden.

Laut den US-Marktforschern wird das Wachstum der kommenden Jahre vor allem jenseits von Europa erfolgen, mit Schwerpunkte auf Asien und den USA. Starke Wachstumssprünge seien zudem in jungen Solarmärkten von Schwellenländern wie etwa Chile und Südafrika zu erwarten, ferner im kapitalstarken Nahen Osten, wo zum Beispiel Saudi-Arabien ehrgeizige Ausbauziele für die Photovoltaik verfolge. Auch das Scheichtum Katar setzt auf Photovoltaik. Die Qatar Solar Technologies baut eine Solarfabrik und will jetzt als Großinvestor bei der deutschen SolarWorld AG einsteigen (wir berichteten).
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