Deutsche Solarfabrik von Centrotherm: Laut IHS werden solche Fabriken künftig vor allem in neuen Solarmärkten entstehen. / Quelle: Unternehmen

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Experten sagen Nachfrageschub für Solarausrüster voraus

Der Schwerpunkt im internationalen Photovoltaikmarkt verlagert sich erneut. Nachdem dessen Wachstum über viele Jahre von Europa und hier vor allem von Deutschland getragen wurde, wächst die weltweite Nachfrage für Solarprodukte aktuell vor allem in China, Japan und in den USA. Eine aktuelle Analyse des US-Marktforschungsunternehmens IHS aus Englewood in Colorado sagt voraus, dass in den kommenden Jahren die Nachfrage für Solarprodukte vor allem im Nahen Osten, in Afrika und in Lateinamerika stark steigen wird. Darauf würden sich die Solarhersteller vorbereiten und verstärkt in Produktionskapazitäten investieren, die sie in der Nähe zu Kunden aus diesen Regionen aufbauen. Dagegen werde immer weniger Kapital in Solarfabriken in den etablierten Solarmärkten fließen.

IHS prognostiziert, dass die Investitionen der Hersteller von Solarsilizium, -wafern, -zellen und -modulen in 2014 in ihre Produktion auf rund drei Milliarden Dollar ansteigen werden. Das sei dann der erste Zuwachs seit 2011. Diese Summe liege um 30 Prozent über dem Wert von 2,3 Milliarden Dollar, den IHS für die Investitionen der Solarhersteller im laufenden Jahr veranschlagt und der 36 Prozent über dem Volumen des Vorjahres liegt. Damit werde jedoch ein vorläufiger Tiefpunkt erreicht, so die Marktforscher. Der bisherige Rekordwert an globalen Investitionen der Solarhersteller war nach ihren Angaben mit 12,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2011 erreicht worden. Dann erfolgte aufgrund massiver Überkapazitäten im Weltmarkt in 2012 ein Einbruch um 72 Prozent. Bis 2017 sei eine Steigerung auf 3,33 Milliarden US-Dollar an jährlichen Investitionen der Solarindustrie zu erwarten, heißt es in der IHS-Studie weiter.

„Die Überkapazität in der Photovoltaik-Produktion ist hauptsächlich in den entwickelten Solarregionen wie den USA, der Europäischen Union und China konzentriert. Doch wenn die Nachfrage aus neuen Gebieten kommt, werden die Photovoltaik-Hersteller ein Interesse daran haben, ihre Waren auch dort zu produzieren. Als Ergebnis sind neue Fabriken und eine Steigerung der lokalen Investitionen zu erwarten“, sagt IHS-Analyst John Campos.

Das sind zunächst vor allem für Solarausrüster gute Nachrichten. Denn für die zeichnet sich ein Ende der Auftragsflaute ab, wenn die Solarhersteller wie von Experten prognostiziert wieder stärker in Produktionsanlagen investieren. Laut dem Weltverband der Ausrüster für Halbleiter- Photovoltaikhersteller SEMI waren die Erlöse der Hersteller von Photovoltaik-Produktionsanlagen im 1. Quartal 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 58 Prozent auf 224 Millionen Euro eingebrochen. Es war das achte Quartal in Folge gewesen, in dem das Auftragsvolumen unter dem Umsatzvolumen lag. Das weltweite Auftragsvolumen lag im 1. Quartal laut SEMI um 71 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals. Damit habe sich der Negativtrend aus 2012 fortgesetzt: hier waren die Umsätze der Solarhersteller gegenüber dem Vorjahr um 60 Prozent auf 1,89 Milliarden Euro gefallen und das Auftragsvolumen um 76 Prozent auf  932 Millionen Euro.

Allerdings müssen sich die Solarausrüster offenbar darauf einstellen, vor allem neue Märkte im Nahen Osten, in Afrika und in Lateinamerika zu beliefern. Denn dort dürften die Solarhersteller in den kommenden Jahren die am stärksten wachsende Nachfrage bedienen, sagen die Experten von IHS voraus. Die Investitionen in Solarfabriken würden dort bis 2017 jedes Jahr um über 40 Prozent ansteigen. Dagegen erwarten sie für die etablierten Märkte wie Europa, dass dort sogar Produktionskapazitäten abgebaut werden.
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