Die MIFA - Mitteldeutesche Fahrradwerke AG produziert klassische Fahrräder und so genannte E-Bikes mit Elektromotor. Im Bid ein MIFA-E-Bike / Quelle: Unternehmen

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Experten sehen "hohes Verlustrisiko" bei Anleihe der MIFA AG

Die angespannte Finanzlage beim Fahrradhersteller MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG hat Auswirkungen auf deren Rating. Die Analysten der Ratingagentur Feri EuroRating Services AG haben jetzt die Bonität - also die Kreditwürdigkeit - des Unternehmens bis auf Weiteres deutlich schlechter eingestuft als bisher.  Aktuell setzten die Feri-Analysten MIFA auf B- zurück. Damt  attestieren sie dem Unternehmen aus Sangershausen ein „hohes Verlustrisiko“. MIFA steht in dem Ranking somit gerade noch über der Schwelle zu der dreistufigen Berwertungsnote CCC (von CCC+ bis CCC-), was „sehr hohes Verlustrisiko“ bedeutet. Darunter gibt es noch zwei Kategorien: CC für „höchstes Verlustrisiko“ und D wie Default für Ausfall.

MIFA hatte Ende März 2014 einräumen müssen, dass der Materialaufwand in den Bilanzen über einen längeren Zeitraum zu niedrig angegeben worden war. Daraufhin musste MIFA seine Prognose zurücknehmen und stellte stattdessen 15 Millionen Euro Jahresfehlbetrag für 2013 in Aussicht. Außerdem verschob der Fahrradhersteller die Veröffentlichung der Bilanz 2013 auf Juni 2014 (ECOreporter.de  berichtete). Das setzte die Kurse sowohl der Aktie als auch der Anleihe (DE000A1X25B5, WKN: A1X25B) des Fahrradherstellers unter Druck. Mit der Anleihe hatte MIFA im Sommer 2013 vornehmlich bei Institutionellen Anlegern 25 Millionen Euro eingesammelt. Als das mit 7,5 Prozent verzinste Wertpapier auf den Markt kam, hatte Feri MIFA mit BBB- („erhöhtes Verlustrisiko“) bewertet. 

Insgesamt hat das Ratingsystem für Unternehmensanleihen neun Stufen und 21 Ratingnoten.  Übertragen auf das Schulnotensystem ist MIFA in den Augen der Analysten von einer soliden 3 mit Abstrichen auf eine schwache 4 abgerutscht. Die Analysten rechnen im Laufe des Jahres „mit einer angespannten Liquiditätssituation“ bei MIFA. Die Agentur erklärte dazu:„Feri EuroRating Services hatte das Unternehmen unmittelbar nach Veröffentlichung  der Ad-hoc Mitteilung aufgefordert, weitergehende Informationen zur Verfügung zu  stellen. Derzeit können jedoch von der MIFA wegen der noch einzuleitenden Restrukturierungsmaß nahmen sowie der weiter laufenden Aufklärung der Verbuchungsfehler nur begrenzt Informationen zur Verfügung gestellt werden. Dies war das Ergebnis eines Vor-Ort Termins von FERI-Analysten am Unternehmenssitz der MIFA in Sangerhausen.“ Ein Hoffnungsschimmer für MIFA ist die geplante Finanzspritze des indischen Fahrradherstellers HERO Cycles Ltd., der ebenfalls seit Sommer 2013 mit MIFA kooperiert (mehr zu der Partnerschaft lesen Sie  hier). Weil darüber aber noch verhandelt wird, haben die Feri-Anlaysten dies nicht in die aktuelle Neubewertung einfließen lassen. Das aktuelle Rating soll voraussichtlich mindestens bis zur Veröffenrtlichung der MIFA-Bilanz für 2013 bestehen bleiben. Diese ist für Juni 2014 geplant.

Die MIFA-Aktie hat sich von dem jähen Absturz nach Bekanntwerden der Bilanz-Fehler zwar ein Stück weit erholt. Heute notierte sie in Frankfurt um 10:13 Uhr  bei 3,63 Euro. Verglichen mit dem Kurs vor vier Wochen und vor einem Jahr hat sie damit jeweils 46 Prozent an Wert verloren.  Vor dem Absturz, der am 20. März 2014 begann, pendelte die Aktie lang zwischen 6 und 7 Euro, wobei der bisherige Jahreshöchststand 7,60 Euro gewesen ist.

MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG: ISIN DE000A0B95Y8 / WKN A0B95Y    

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