Die weltweite Nachfrage nach Solarmodulen soll 2014 deutlich steigen. / Bildquelle:Renewable Energy Corp.

  Erneuerbare Energie

Experten sehen Photovoltaik-Weltmarkt auf Erholungskurs

Während der Ausbau der Photovoltaik-Kapazität in Deutschland sich weiter verlangsamt, stehen die Zeichen auf dem Weltmarkt auf Erholung. Das zeigen aktuelle Studien: Allein im dritten Quartal ist die weltweite Nachfrage auf Jahressicht um 20 Prozent gestiegen und erreichte den Rekordwert von 9.000 Megawatt (MW). Und 2014 könnte ein Nachfrageschub die weltweiten Neuinstallationen auf über 40.000 MW hochschrauben.

Deutschland verfügte nach neusten Erkenntnissen der Bundesnetzagentur zum 31. August 2013 über Solaranlagen mit 34.791 MW Leistungskapazität. Knapp 292 MW Photovoltaik-Leistungskapazität kam der Bundesnetzagentur zufolge allein im August hinzu. Und in den ersten acht Monaten des Gesamtjahres wurden Sonnenstromkraftwerke mit insgesamt 2.400 MW Stromproduktionskapazität in Betrieb genommen. Damit setzte sich die Verlangsamung beim Ausbau der Photovoltaik-Kapazitäten in Deutschland weiter fort. Zum Vergleich: Im Juli des laufenden Jahres waren noch Solaranlagen mit 313 MW neu in Betreib gegangen und waren es noch Anlagen mit 543 MW gewesen.

Eine aktuelle Studie des auf den Solarmarkt spezialisierten Marktforschungsunternehmens NPD Solarbuzz zeigt, dass die weltweite Nachfrage für Solartechnik zur Jahresmitte mit 17.000 MW ein neues Rekordhoch erreicht hat. Die bisherige Bestmarke sei damit um 3.000 MW übertroffen worden, so NPD Solarbuzz. Aus der Sicht der Hersteller positiv mache sich zudem bemerkbar, dass die Endmarktpreise für Solarmodule im gesamten dritten Quartal nahezu stabil geblieben seien. In der rasanten Abwärtsspirale der Vorjahre war der Modulpreis im allein im dritten Quartal 2012 um zwölf Prozent gefallen.

Zudem sei die Nachfrage zwischen Juli und September auf Jahressicht um 20 Prozent auf 9.000 MW gestiegen, so die Marktforscher. Dies zusammengenommen mit den vergleichsweise stabilisierten Preisen führte NPD Solarbuzz zufolge zu einem Umsatzanstieg auf weltweit rund 13 Milliarden US-Dollar im dritten Quartal 2013. Für das vierte Quartal gehen die NPD-Solarbuzz-Experten von einem weiteren Absatz- und Umsatzanstieg auf 21 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 10.000 bis 12.000 MW aus. Und für das Gesamtjahr prognostizieren sie 65 bis 75 Millionen Dollar weltweiten Umsatz. Kommt es so, könnte der Markt das Niveau von 2012 deutlich überschreiten. Denn damals lag der weltweite Jahresumsatz NPD Solarbuzz zufolge bei 68 Milliarden Dollar. 2011 waren es allerdings noch 92 Milliarden Dollar gewesen.

Marktverschiebung nach Asien

Treiber dieses Wachstums sollen vor allem die asiatischen Märkte wie China und Japan sein. Ebenfalls auf dem Vormarsch seien große Freiflächensolarparks in Großbritannien. Für 2014 sagen die Experten einen weiteren Nachfrageschub auf 45.000 bis 55.000 MW voraus, wobei sich der Markt weiter deutlich nach Asien verschiebe: Jedes zweite Modul weltweit werde dann im asiatisch-pazifischen Raum abgesetzt.

Eine weitere aktuelle Studie des Marktforschungsinstituts IHS sieht den Photovoltaik-Weltmarkt ebenfalls auf Erholungskurs. Allerdings sind die Prognosen der IHS-Analysten im Vergleich zu denen von NPD Solarbuzz etwas weniger optimistisch: Für das vierte Quartal 2013 prognostiziert IHS einen Nachfrageanstieg auf rund 9.800 MW. Getrieben werde diese Entwicklung durch die Kürzungen in den Einspeisevergütungssystemen verschiedener Länder, die zum Teil ab 2014 in Kraft treten. Bauherren würden deshalb aufs Tempo drücken, um sich die besseren älteren Konditionen zu sichern.
Bildnachweis: Dachsolaranlage auf einer Fabrik von Hanwha SolarOne in China. / Quelle: Unternehmen


Markterholung auch in Europa?

 Die Markerholung geht laut IHS nicht spurlos an Europa vorbei: „Während die Photovoltaik-Installationen weiterhin in den etablierten Märkten wie Deutschland und Italien sinken oder stagnieren werden, wird ein erhebliches Wachstum in aufstrebenden Ländern wie Türkei, Polen, Ukraine und Russland erwartet“, sagt Ash Sharma, Senior Research Director für den Solarbereich bei IHS. Die echten Markttreiber sieht aber auch IHS jenseits von Europa: „Die Photovoltaik-Installationen werden 2014 durch niedrige Systempreise, die Schaffung neuer Märkte in aufstrebenden Regionen und das anhaltende Wachstum in wichtigen Ländern wie USA, Japan und China getrieben“, fährt der Experte fort. Die prognostizierte  Marktverschiebung Richtung Asien schätzen die IHS-Analysten ebenfalls nicht ganz so stark ein, wie die Kollegen von NPD-Solarbuzz. Während Europas Weltmarktanteil auf 29 Prozent falle, werde der Asiens in 2014 von 29 auf 48 Prozent steigen.
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