Der Fahrradhersteller MIFA stolperte über Fehler in der Buchführung und schlingerte so in die Insolvenz. Im Bild: Räder des Unternehmens im Alltagseinsatz. / Foto: Unternehmen

01.10.14 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Fahrradhersteller-Pleite: Vorläufige Insolvenz von MIFA läuft

Die MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt steuert auf eine Planinsolvenz zu. Das zuständige Amtsgericht in Halle an der Saale bestellte den Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas Flöther zum vorläufigen Sachwalter des Verfahrens.

An der Seite der Unternehmensführung will Flöther sich nun ein Bild von der Situation der MIFA AG machen und dazu beitragen, den Insolvenzgrund zu ermitteln. Danach werde entschieden, ob MIFA die Insolvenz in Eigenregie fortführen kann, oder ob ein Regelinsolvenzverfahren eingeleitet wird, teilte das Unternehmen dazu mit.

Kommt es zu einem Insolvenzverfahren in Eigenregie, behält der Vorstand das Heft der unternehmerischen Entscheidungen in der Hand. Der Sachwalter – der sich in seiner Sachkompetenz nicht von einem Insolvenzverwalter unterscheidet – wäre dann nur als Berater und Wächter des Verfahrens aktiv. Der erste Schritt wäre die Erarbeitung eines Insolvenzplans, der mit den Gläubigern abgestimmt werden müsste. Kommt es hingegen zu einem Regelinsolvenzverfahren, würde ein Insolvenzverwalter eingesetzt, der dann alleinverantwortlich durch das Verfahren leiten würde.

Die Insolvenz folgte einer gescheiterten Übernahme durch den indischen Fahrradhersteller Hero Cycles. Der hatte seinen Einstieg an einen harten Kapitalschnitt als Bedingung geknüpft, der den Anlegern einer Anleihe im Gegenwert von 25 Millionen Euro deutliche finanzielle Opfer abverlangt hätte und die Altaktionäre  (darunter der prominente Finanzunternehmer Carsten Maschmayer) nahezu hätte leer ausgehen lassen (ECOreporter.de  berichtete). Auslöser der Krise waren Fehler in der Buchführung die 2013 zu einem Verlust in zweistelliger Millionenhöhe geführt hatten.  


Sachsen-Anhalts Landespolitiker zeigten sich vorsichtig optimistisch, dass die Sanierung gelingen könnte und möglichst viele der derzeit noch 600 Arbeitsplätze gerettet werden könnten. Wirtschaftsminister Hartmut Möllring deutete nach überinstimmenden Medienberichten an, dass es bereits Interessenten gäbe, die MIFA übernehmen würden. Dieses Ziel, MIFA durch einen Investor zu retten, hatte auch die Unternehmensführung im Zusammenhang mit dem Antrag auf das Insolvenzverfahren in Eigenregie ausgegeben (mehr dazu lesen Sie  hier).

MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG: ISIN DE000A0B95Y8 
/ WKN A0B95Y
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