17.06.10 Nachhaltige Aktien , Meldungen

„Fehler in Betriebsabläufen haben zur Schadstoffbelastung geführt.“ - Interview mit Dr. Dirk Neupert, Envio AG



ECOreporter.de: Ist es zutreffend, dass das LTR-Entsorgungsverfahren lediglich ein Täuschungsmanöver war, das Kontrolleuren und Besuchern vorgespielt wurde?


Dr. Dirk Neupert:
Nein. Wir wehren uns mit allem Nachdruck gegen einen derart haltlosen Vorwurf. Er entbehrt jeder Grundlage.  Das von uns entwickelte LTR²-Verfahren wurde und wird bei der PCB-Behandlung von der Envio Recycling GmbH & Co. KG immer angewendet. Wir sind selbstverständlich bemüht unser Verfahren ständig zu verbessern. Änderungen hieran wurden der zuständigen Genehmigungsbehörde, der Bezirksregierung Arnsberg, angezeigt und von dieser genehmigt.


ECOreporter.de: Wie werden sie mit der aus ihrer Sicht falschen Behauptung umgehen?
Neupert: Wir behalten uns rechtliche Schritte vor.


ECOreporter.de: Hat sich damit etwas an der Konzernstrategie geändert, auf eine baldige Wiederinbetriebnahme zu setzen und von betriebsbedingten Kündigungen abzusehen?


Neupert:
Wir nehmen die Vorfälle sehr ernst und arbeiten intensiv mit einem von der Bezirksregierung Arnsberg vorgeschlagenen Gutachter zusammen, um die Ursachen für die erhöhte PCB-Belastung zweifelsfrei zu ermitteln. Wir sind zuversichtlich, damit zur Klärung offener Sachverhalte beitragen zu können. Nach unserem gegenwärtigen Kenntnisstand gehen wir davon aus, dass die erhöhten Schadstoffbelastungen durch vereinzelte Fehler in den betrieblichen Abläufen entstanden sind. Nach Vorlage des Gutachtens werden wir alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um eine mögliche Fehlerquelle dauerhaft abzustellen. Hierdurch soll der operative Geschäftsbetrieb deutlich unterhalb der betrieblich genehmigten Emissionswerte sichergestellt werden. Im Moment sind die Mitarbeiter aus der Produktion nicht im Einsatz. Verwaltung und Geschäftsführung arbeiten in vollem Umfang. Wir arbeiten mit Hochdruck an zeitnahen Lösungskonzepten, um schrittweise den Betrieb in Dortmund wieder aufnehmen zu können. Wir erwägen derzeit keine betriebsbedingten Kündigungen. Unser Ziel ist es, alle festangestellten Mitarbeiter weiter zu beschäftigen.
 

ECOreporter.de: Wie wollen Sie weiter vorgehen, um das verlorene Vertrauen in der Öffentlichkeit und bei den Aktionären zurückzugewinnen?

Neupert:
Wir tun alles, um sobald wie möglich eine lückenlose Aufklärung aller gegen uns erhobenen Vorwürfe zu erreichen. Daher arbeiten wir eng mit den beteiligten Behörden zusammen. Wir sind zuversichtlich, dass wir so auch verloren gegangenes Vertrauen wieder zurückgewinnen können. Nach Abschluss der Untersuchungen und Klärung der Ursachen möchten wir wieder zu einem geregelten Geschäftsbetrieb kommen und unser Geschäft fortsetzen, das sich bislang sehr erfolgreich entwickelt hat.


ECOreporter.de: Wie lange wird die Envio noch in der Lage sein, die bislang nach außen kommunizierte Strategie durchhalten, bevor es zu Kündigungen oder zur Betriebsaufgabe des Standorts Dortmund kommen muss?

Neupert:
Der Bestand des Unternehmens ist aus heutiger Sicht nicht gefährdet. Wir gehen auch weiterhin davon aus, dass der Betrieb bald wieder aufgenommen werden kann. Es gibt auch keine grundsätzlichen Überlegungen hinsichtlich einer Schließung des Standortes Dortmund.


Einen Beitrag zu den neuesten Vorwürfen gegen die Envio AG lesen sie Opens external link in new windowhier.


Envio AG:  ISIN DE000A0N4P19 / WKN A0N4P1
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