Montage von Solarmodulen durch Mitarbeiter von First Solar. Der Konzern gehört zu den größten Solarherstellern der Welt und ist auch stark als Solarprojektierer aktiv. Trotz zuletzt anziehender Geschäfte von First Solar steht die Solaraktie unter Druck. Denn die Aussichten für die nahe Zukunft haben sich verschlechtert. / Foto: Unternehmen

  Aktientipps

First Solar: Analyst senkt Daumen für die Solaraktie

Die Solaraktie von First Solar hat in den letzten drei Monaten fast ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. Sie notiert nur noch fünf Prozent über dem Vorjahreskurs. Eine Gelegenheit zum günstigen Einstieg ist das wohl nur für langfristig ausgerichtete Anleger.

Davon geht zumindest Vishal Shah aus, Analyst der Deutschen Bank. Nach seiner Einschätzung haben sich die Aussichten für First Solar verdüstert. Er zieht seine Kaufempfehlung für die Solaraktie zurück und rät nur noch dazu, sie zu behalten. Das Kursziel kappt er enorm, von 80 auf 44 Dollar. An der Nasdaq kostete der Anteilsschein des Solarkonzerns aus dem US-Bundestaat Arizona zuletzt 45,6 Dollar.

Der Experte der Deutschen Bank weist darauf hin, dass First Solar einem verschärften Wettbewerb durch Solarkonzerne aus China ausgesetzt sei. Diese müssten sich verstärkt auf ausländische Märkte als Absatzmärkte ausrichten, weil die chinesische Regierung beim Solarzubau in der Volksrepublik auf die Bremse trete (wir haben darüber  berichtet). Die USA, der Heimatmarkt von First Solar, sei für chinesische Hersteller aufgrund der seit Jahren stark wachsenden Nachfrage ein attraktiver Markt. Zwar hätten Strafzölle für Solarimporte aus China in den letzten Jahren den Marktzugang für diese Konkurrenten in den letzten Jahren deutlich erschwert. Doch die chinesischen Solarhersteller hätten die Zeit genutzt, um verstärkt Produktionkapazitäten in anderen Ländern aufzubauen, zum Beispiel in Vietnam oder in Mexiko. Von dort aus könnten sie nun die Importzölle umgehen und den US-Markt mit Billigangeboten fluten.

Zunehmender Preisdruck im US-Solarmarkt

First Solar ist der weltweit größte Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen. Diese sind günstiger als die herkömmlichen Solarmodule auf Siliziumbasis, die Hersteller aus China fast durchweg anbieten. Doch weil Dünnschicht-Solarmodule nicht so leistungsstark sind wie Siliziummodule, muss First Solar einen Preisvorsprung vor den herkömmlichen Modulen aus China halten. Daher setzt eine verstärkte Billigkonkurrenz as China auch First Solar unter Preisdruck. Dies fällt laut Vishal Shah umso stärker ins Gewicht, weil First Solar derzeit noch immer sehr stark vom Modulgeschäft abhängt, das Geschäft des Konzerns mit Solarsystemen und der Umsetzung von Solarparks noch nicht so stark anzieht wie erhofft. Hinzu komme, dass First Solar das Experiment mit der Produktion von Siliziummodellen jetzt aufgegeben habe und die Fertigung am Standort Malaysia auf Dünnschicht-Solarmodule umstelle. Das aber gehe mit einem vorübergehenden Produktionsstopp und damit mit sinkenden Einnahmen einher (hier  erfahren Sie mehr darüber).

Vishal Shah bezeichnet First Solar zwar als weiterhin eines der am besten geführten Solarunternehmen. Der Analyst der Deutschen Bank glaubt angesichts der erschwerten Marktbedingungen aber vorerst nicht, dass die Konzernführung den Gewinn steigern kann. Diese hat für 2016 das Ziel ausgegeben, den Jahresgewinn von 1,60 Dollar je Aktie in 2015 deutlich zusteigern. Vishal Shah erwartet, dass First Solar in 2017 einen Gewinnrückgang auf 1,50 Dollar je Aktie erleiden wird.

First Solar Inc: ISIN US3364331070 / WKN A0LEKM
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