10.11.15 Erneuerbare Energie

Förder-Stopp für Solarspeicher stößt auf Kritik

Bundeswirtschafts- und Energieminister Sigmar Gabriel will die Förderung für Batteriespeicher bei kleinen Photovoltaik-Anlagen durch die KfW auslaufen lassen. Das hat er in einem Brief an den Wirtschaftsausschuss des Bundestages erklärt. Gabriel sieht das Ziel, die Grundlage für den Ausbau von Speicherkapazitäten zu schaffen, offenbar erreicht. Speichersysteme machen Solarstrom auch dann nutzbar, wenn keine Sonne scheint und ermöglichen es, dass Solarstrom noch mehr herkömmlich erzeugten Strom ersetzt als bislang. Allerdings sind diese Speichersysteme noch sehr kostspielig und rechnen sich bislang meist nicht. Die Förderung sollte die Nachfrage ankurbeln.

Bereits im Dezember 2015, also nicht einmal drei Jahre nach deren Beginn, soll die Solarspeicherförderung auslaufen. Das Bonner Marktforschungsunternehmen EuPD Research stellt dazu fest, dass der deutsche Markt in 2016 dann weitaus weniger wachsen dürfte als bislang angenommen. Er werde wohl nur noch um 13 Prozent zulegen nach einem voraussichtlichem Wachstum um zwei Drittel in 2015. „Der jetzt verkündete Förderstopp ist ein falsches Signal zur falschen Zeit“ stellt Martin Ammon, Leiter Volkswirtschaft bei EuPD Research fest. Deutschland vergebe mit einem Stopp für die Förderung von Solarspeichern „die Chance, sich innerhalb der entwickelten Solarmärkte als Vorreiter der Integration von Photovoltaik-Strom mittels Speichern zu etablieren und ein neues Wachstumsfeld frühzeitig zu erschließen“.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar), sagt dazu: „Wir sind enttäuscht und ohne Verständnis für diese Entscheidung. Der weitere Erfolg der Energiewende ist auf den Ausbau von Speichern dringend angewiesen. Sie sind ein Herzstück der Energiewende. Ein Auslaufen des Programms zum jetzigen Zeitpunkt kann die Markteinführung von Speichern um entscheidende Jahre zurückwerfen, die Energiewende insgesamt und Deutschlands Systemführerschaft auf einem der größten Zukunftsmärkte gefährden.“
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